Selbstverständlich inklusiv

Nach Schulschluss geht das Lernen weiter. In Schwäbisch Gmünd arbeiten Schulen und andere Bildungs-Einrichtungen zusammen. Das ist gut für alle Kinder und Jugendlichen in der Stadt.

Ein Junge und ein Mädchen im Jugendalter

Aszra und Nico

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff
Fotos: Ulrike Myrzik

Ein Jugendlicher, der Trommeln trägt

Die Friedensschule in Schwäbisch-Gmünd ist eine inklusive Schule. Das bedeutet: Kinder mit und ohne Behinderung lernen hier gemeinsam. Aszra ist eine Schülerin der Friedensschule. Sie ist 13 Jahre alt. Sie geht in die Klasse 7a. Aszra spielt Gitarre. Sie mag Kunst. Und sie macht mit beim Kickboxen. Ihr Freund heißt Nico. Er geht in dieselbe Klasse wie Aszra. Aszra lebt mit einer Lernbehinderung. An der Friedensschule ist das ganz normal. Die Schulleiterin der Friedensschule heißt Daniela Maschka-Dengler. Sie sagt: „Bei uns gibt es ganz unterschiedliche Kinder. Jedes Kind kann etwas anderes gut machen. Und das ist gut so.“

Auch nach der Schule ist Aszra mit Jugendlichen mit und ohne Behinderung zusammen. In einem Raum an ihrer Schule gibt es einmal in der Woche einen Kurs. Die Stadt Schwäbisch-Gmünd bietet diesen Kurs an. Jugendliche mit und ohne Behinderung sind im Kurs willkommen. Die Jugendlichen können unterschiedliche Dinge gemeinsam unternehmen. Sie backen zum Beispiel Pizza. Oder sie machen ein Kunst-Projekt. Aber manchmal möchten sie auch einfach nur chillen. Das bedeutet: Sie machen gar nicht viel, sondern entspannen einfach gemeinsam.

Angebote wie dieses gibt es an 13 Schulen in Schwäbisch-Gmünd. Bildungs-Fachleute in Schwäbisch-Gmünd meinen: Von solchen inklusiven Angeboten soll es künftig noch viel mehr geben. Die Stadt Schwäbisch Gmünd und die Schulen arbeiten dabei eng zusammen. Sie möchten, dass sich beide Seiten ergänzen. Denn junge Menschen lernen nicht nur in der Schule etwas. Barbara Herzer arbeitet beim Kinder- und Jugendbüro der Stadt Schwäbisch-Gmünd. Sie sagt: „70 Prozent unserer Bildung erhalten wir nicht in der Schule. Wir lernen das meiste außerhalb der Schule. Zum Beispiel in der Familie und in der Freizeit. Auch von Gleichaltrigen lernen wir viel.“ Das nennt man auch: Lernen in außerschulischen Bildungsorten.

Kinder und Jugendliche stark machen

Porträt Sandra Sanwald

Sandra Sanwald

Schwäbisch Gmünd macht mit bei zwei Initiativen für Städte. Das eine ist das Modellprojekt „Lokale Bildungsnetzwerke (LoBiN)“. Das Land Baden-Württemberg fördert damit ausgewählte Städte. Die Städte wollen, dass Schulen und außerschulische Bildungsorte besser zusammen arbeiten. Außerdem macht Schwäbisch Gmünd noch mit bei „Kommune Inklusiv“. Das ist eine Initiative der Aktion Mensch für Städte. Die Aktion Mensch unterstützt fünf Städte und Gemeinden dabei, noch inklusiver zu werden.

Schwäbisch Gmünd will dabei vor allem Kinder und Jugendliche in der Stadt stärken. Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam gut aufwachsen. Sie sollen zusammen lernen. Und sie sollen gemeinsam ihre Freizeit verbringen können. Auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sollen überall dabei sein. Das sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Familien nicht aus Deutschland stammen. In Schwäbisch Gmünd ist das ein Drittel aller Kinder.

Sandra Sanwald arbeitet bei der Stadt Schwäbisch Gmünd. Sie ist zuständig für Inklusion. Sie arbeitet mit beim Projekt „Kommune Inklusiv“. Sie sagt: „Wir wollen, dass alle Kinder von Anfang an überall dabei sein können.“ Deshalb will sie auch mit anderen Vereinen und Institutionen zusammen arbeiten. Auch mit dem Netzwerk „LoBin“ will sie Ideen für inklusive Bildung umsetzen. Einige Pläne gibt es bereits. Zum Beispiel ein Lese-Zelt. Das kann an verschiedenen Orten in der Stadt aufgebaut werden. Dort wird Kindern und Jugendlichen dann vorgelesen. Außerdem sollen noch mehr Vereine beim Thema Inklusion mitmachen.

Aszra und ihre Freunde gehen heute nach der Schule noch zu einer Konzert-Probe. Dazu treffen sich Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung. Mitarbeiter der Stadt Schwäbisch Gmünd sind auch dabei. Zusammen proben sie einen Song. Der soll bei der offiziellen Auftakt-Veranstaltung von „Kommune Inklusiv“ aufgeführt werden. Aszra spielt Gitarre. Alle singen gemeinsam das Lied. In dem Lied geht es um die Begrüßung der Kinder der Welt. Dazu singen alle Begrüßungs-Worte in vielen Sprachen. Auch in Gebärdensprache wird der Lied-Text übersetzt. Alle sind sich einig: Nach dem ersten Auftritt wollen sie weiter machen. Es wird in Schwäbisch Gmünd bestimmt noch viele Anlässe geben, bei denen eine inklusive Jugend-Band auftreten kann.


Junge mit Brille hält sich mit zwei Mädchen an den Händen

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