Gewagt, geschafft, gewachsen

Jugendliche können stärker werden, wenn sie besondere Herausforderungen bewältigen. Das bedeutet: Sie überwinden schwierige Hindernisse. Oder sie machen mit Gleichaltrigen ganz neue Erfahrungen. Wir stellen vier Projekte vor, die das möglich machen. In den Projekten geht es um schwierige Situationen und Aufgaben. Jugendliche bewältigen diese erfolgreich aus eigener Kraft.

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff
Illustrationen: Camilla Perkins

Das „Projekt Herausforderung“ an der 4. Aachener Gesamtschule

Illustration: Junger Mann mit Rucksack und Wanderkarte

Die Schüler der neunten Klassen an der 4. Aachener Gesamtschule erleben jedes Jahr ein großes Abenteuer. Zuerst bilden sie kleine Gruppen. Dann suchen sie sich eine Herausforderung aus, die sie gemeinsam bewältigen wollen. Dazu haben sie 17 Tage Zeit. Jeder bekommt 150 Euro. Die Schüler müssen diese Herausforderung ganz allein bewältigen. Es kommt zwar immer eine erwachsene Person mit. Aber die greift nur im Notfall ein.

Die Schüler suchen sich ganz unterschiedliche Herausforderungen aus. Sie machen zum Beispiel Radtouren nach Holland oder nach Paris. Sie machen eine Kanu-Tour auf der Lahn. Oder sie wandern durch die Eifel. Die 14- bis 15-jähren Schüler müssen das allein planen. Und sie müssen mit dem Geld auskommen. Wenn sie das geschafft haben, können sie stolz sein. Dann haben sie sich meistens in kurzer Zeit sehr weiter entwickelt. Auch Schüler mit Behinderung machen bei dem „Projekt Herausforderung“ ganz selbstverständlich mit.

Thorsten Stahlmann ist Lehrer an der 4. Aachener Gesamtschule. Er organisiert das „Projekt Herausforderung“. Er sagt: „Die Schüler haben nur wenig Geld zur Verfügung. Sie müssen lernen, es gut einzuteilen. Und sie müssen lernen, um Hilfe zu bitten. Sie müssen fremde Leute ansprechen. Zum Beispiel, wenn sie ihre Wasserflaschen auffüllen möchten. Oder wenn sie günstig übernachten möchten. Das sind große Hürden für Schüler der neunten Klasse. Aber wenn sie es geschafft haben, geht es umso besser.“

Manchmal gibt es unterwegs auch Streit und Frust. Aber auch das lösen die Schüler selbst. Am Ende des „Projekts Herausforderung“ sind Schüler oft selbstbewusster. Sie können Probleme besser lösen. Und sie können sozialer miteinander umgehen. Thorsten Stahlmann findet: Deshalb ist es ein „Sahneprojekt für Pädagogen“.

Die Schule muss aber auch viel  dafür tun, damit das „Projekt Herausforderung“ gelingt. Die Lehrer müssen viele Gespräche mit Eltern und Schülern führen. Lehrer besuchen die Schülergruppen unterwegs. Während des Projekts hat ein Lehrer rund um die Uhr ein Notfallhandy dabei. Dort können sie Schüler von unterwegs im Notfall anrufen. Außerdem muss es eine erwachsene Begleitpersonen für jede Schülergruppe geben. Die 4. Aachener Gesamtschule arbeitet deshalb mit der Katholischen Fachhochschule in Aachen zusammen. Viele Sozialpädagogik-Studenten der Fachhochschule begleiten die Schülergruppen. Sie können das als Praktikum für ihr Studium nutzen. Thorsten Stahlmann sagt, es gibt eine besonders wichtige Voraussetzung. Ohne sie kann das „Projekt Herausforderung“ nicht gelingen. Sie lautet: „Die ganze Schule muss das Projekt unterstützen.“


Illustration: Junger schwarzer Mann mit Werkzeugen

Die Stock-Cars der Pisten Raudis

„Stock Cars“ zu bauen ist ein Hobby. Man verwendet dazu alte schrottreife Autos. Die werden dann zu Rennautos umgebaut. Der Verein „Pisten Raudis“ hat mit Jugendlichen Stock-Cars gebaut.

mehr zu Pisten Raudis
Illustration: Taschenrechner liegt auf einem Tisch mit Vase

Schülerfirma Bildungsmanufaktur

In Schülerfirmen setzen Schüler eigene Geschäftsideen selbstständig um. Es geht darum, Geschäfts-Prozesse zu verstehen. Ein Beispiel für eine Schülerfirma ist die „Bildungsmanufaktur“.

zum Projekt "Schülerfirma Bildungsmanufaktur"
Illustration: Junge Frau im Rollstuhl mit Erste Hilfe Kasten

Schulsanitäter

In Bersenbrück kümmern sich Schüler um kranke oder verletzte Mitschüler. Sie sind ausgebildete Schulsanitäter. In einem Projekt der Malteser lernten sie alles Nötige. Auch Schüler mit Behinderung machen mit.

zum Projekt "Schulsanitäter"