Neue Medien verstehen

Das PIKSL Labor in Düsseldorf ist ein besonderer Ort. Es ist ein Internet-Café. Es ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen können. Hier werden neue technische Dinge entwickelt. Und man kann hier Schulungen besuchen.

Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung, die lachelnd vor einem Gebäude stehen

Mitarbeiter des PIKSL Labors

Text und Übersetzung: Stefanie Wulff

Die Mitarbeiter des PIKSL Labors in Düsseldorf wollen allen Menschen helfen, neue Medien zu nutzen. Menschen mit geistiger Behinderung führen deshalb gemeinsam mit nicht behinderten PIKSL Mitarbeitern Schulungen durch. Die Menschen mit geistiger Behinderung haben spezielles Wissen über Computer und neue Medien. Deshalb werden sie „Experten“ genannt.

Einer dieser Experten ist Christoph Wiche. Er hat sich schon immer für Computer interessiert. Früher hat er Computer-Kurse für Menschen ohne Behinderung gegeben. Er hat ihnen erklärt, wie der Computer funktioniert. Und er hat erklärt, wie man das Internet nutzen kann. Bei den ersten Schulungen war Christoph Wiche etwas nervös. Aber er merkte schnell: Es läuft gut. Er braucht keine Angst zu haben. Heute gibt Christoph Wiche keine Computer-Kurse mehr. Er hilft jetzt dabei, in anderen Städten PIKSL Labore zu gründen.

Jennifer Wiche ist auch Expertin im PIKSL Labor Düsseldorf. Sie gibt Kurse zum Umgang mit dem Smartphone. Dazu geht sie in eine Alten-Tagesstätte. Ruhig und geduldig erklärt sie den Senioren, wie sie ihr Smartphone nutzen können. Sie zeigt ihnen immer wieder, wie man es anstellt. Sie erklärt, wie man ins Internet kommt. Oder wie man Fotos mit dem Smartphone macht. Auch sie war vor den ersten Kursen aufgeregt. Aber dann ist sie schnell viel selbstbewusster geworden. Die Teilnehmer ihrer Kurse sagen: Jennifer Wiche kann durch ihre ruhige Art Dinge gut erklären. Und es ist gut, dass die Betreuung so persönlich ist. Je zwei PIKSL Experten sind für vier Teilnehmer zuständig.

Kurse für Obdachlose

Auch Heiko Schwarz ist Experte im PIKSL Labor Düsseldorf. Er hat Schulungen für obdachlose Menschen gegeben. Seine Kurse fanden in Zusammenarbeit mit der Bahnhofsmission statt. Er zeigte den Teilnehmern, was sie wissen wollten. Zum Beispiel, wie sie ohne Stromanschluss ins Internet kommen können. Oder wie sie ohne Smartphone ins Internet kommen können. Den Teilnehmern gefielen die Kurse sehr gut. Heiko Schwartz macht noch bei einem anderen Forschungs-Projekt  im PIKSL Labor Düsseldorf mit. Dabei geht es um Internet-Browser. Heiko Schwarz hilft dabei, das Internet leichter nutzbar zu machen für Menschen mit geistiger Behinderung.

PIKSL Labore gibt es bisher in Düsseldorf, Bielefeld, Dortmund und Kassel. Weitere PIKSL Labore sollen noch gegründet werden. PIKSL Labore sind sehr erfolgreich. Tobias Marczinzik von PIKSL erklärt wieso: Menschen mit Behinderung und nicht behinderte Menschen bringen gleichberechtigt ihr Wissen ein. Behinderung wird nicht als ein Fehler verstanden. Durch das Wissen behinderter Menschen  lernen wir, welche Dinge wir einfacher gestalten müssen.

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