Gebärdensprache lernen

Liane Piesch bringt Hörenden die Deutsche Gebärdensprache bei. Dadurch können sich hörende und gehörlose Menschen besser verständigen.

Eine Frau mittleren Alters gebärdet

Liane Piesch

Text: Elisabeth Hussendörfer
Übersetzung: Stefanie Wulff

Im Gebärdensprach-Kurs von Liane Piesch ist es leise. Die Teilnehmer tauschen sich trotzdem lebhaft aus. Sie setzten viel Mimik und Gestik ein. Das bedeutet: Sie verständigen sich mit dem Ausdruck ihres Gesichts und mit Bewegungen des Körpers.

Liane Piesch ist 58 Jahre alt. Sie ist gehörlos. Sie gibt Grund-Kurse und Aufbau-Kurse in Gebärdensprache für hörende Menschen. Sie erklärt: Die Teilnehmer lernen zunächst Zahlen und das Alphabet. Dann lernen sie langsam immer mehr. Zum Schluss können die Teilnehmer sich kurz in Gebärdensprache unterhalten.

Liane Piesch meint: Durch die Kurs-Leitung ist sie viel selbstbewusster geworden. Sie gibt schon seit 20 Jahren Gebärdensprach-Kurse. Zunächst hatte sie eine Ausbildung als technische Zeichnerin gemacht. Dann bekam sie Kinder. Sie arbeitete einige Jahre nicht mehr. Dann fand sie keine Arbeit mehr als technische Zeichnerin. Deshalb wurde sie Gebärdensprach-Lehrerin. Die Idee kam von einer gehörlosen Bekannten. Liane Piesch besuchte mehrere Fortbildungen in ganz Deutschland. Dann gab sie selbst die ersten Kurse an der Paulinenpflege in Winnenden. Das ist eine evangelische Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe.

Gebärdensprache ist gut für alle

Liane Piesch ist froh, dass sie die Fortbildung zur Gebärdensprach-Dozentin gemacht hat. Es macht ihr Spaß, mit den Menschen zu arbeiten. Und sie ist froh, dass sich hörende und gehörlose Menschen durch ihre Kurse besser verstehen können. Je mehr Menschen zumindest etwas Gebärdensprache können, umso besser ist das für alle Menschen.

Paul  Jung hat einen Gebärdensprach-Kurs von Liane Piesch besucht. Er arbeitet bei der Schülerhilfe. Dort bekommen Schüler Nachhilfe. Einmal hatte er eine gehörlose Schülerin bei der Schülerhilfe. Er konnte ihr nicht gut helfen. Deshalb beschloss er, einen Gebärdensprach-Kurs zu machen. Mittlerweile kommen viele gehörlose Schüler und Eltern zu ihm in die Schülerhilfe. Auch im Alltag setzt er die Sprache oft ein. Zum Beispiel wenn er merkt, dass es Verständigungs-Probleme gibt. Er freut sich, wenn er andere unterstützen kann. Und er liebt es, sich in Gebärdensprache zu unterhalten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Gebärdensprache.

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