Ausnahmen für Menschen mit Behinderung von der Maskenpflicht

Um das Risiko zu senken, dass sich Menschen mit dem Corona-Virus COVID-19 anstecken, haben alle Bundesländer per Verordnung eine Mund-Nase-Bedeckung in weiten Bereichen des öffentlichen Lebens vorgeschrieben. Für viele Menschen mit Behinderung ist das allerdings nicht zumutbar - zum Beispiel wenn sie eine Atmenwegserkrankung haben, wegen der sie schlecht Luft bekommen, oder eine psychische Behinderung, die eine Maske im Gesicht zur Qual macht. Deshalb gibt es in allen Bundesländern Ausnahmeregelungen für manche Personengruppen.

Die folgende Tabelle enthält Links zu den allgemeinen Verordnungen der Bundesländer und die wichtigsten Informationen zu den jeweiligen Ausnahmeregeln in Kürze. Die Verantwortung für die verlinkten Inhalte liegt bei den Bundesländern. Es können sich jederzeit aktuelle Änderungen ergeben. Die Angaben sind daher ohne Gewähr.

 
Baden-Würtemberg

"Eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht nicht für Personen, denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist, wobei die Glaubhaftmachung gesundheitlicher Gründe in der Regel durch eine ärztliche Bescheinigung zu erfolgen hat," Quelle: Staatsministerium Baden-Würtemberg

Bayern

"Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss ausnahmsweise dann nicht erfolgen, wenn dies aus ärztlicher Sicht (bspw. aufgrund dadurch entstehender Atemnot) im Einzelfall unzumutbar ist. [...] Ent-sprechende Einschränkungen sind durch die betroffene Person oder den Be-treuer/Begleiter glaubhaft zu machen. Hierfür kann [beispielsweise] ein Schwer-behindertenausweis oder ein dies bestätigendes ärztliches Attest hilfreich sein." Quelle: Bayerische Behindertenbeauftragte (Pressemitteilung vom 27.4.20)

"Das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung erforderlich ist." Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Berlin

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt nicht für Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können; Personen, bei denen durch andere Vorrichtungen die Verringerung der Ausbreitung übertragungsfähiger Tröpfchenpartikel bewirkt wird; oder Gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen. Quelle: SARS-CoV-2-EindmaßnV Berlin, Teil 1, §4, Absatz 4

Bremen

Von der Maskenpflicht ausgenommen sind gehörlose oder schwerhörige Menschen, ihre Begleitperson und im Bedarfsfall Personen, die mit diesen kommunizieren. Auch Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist, brauchen keine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Quelle: Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen (PDF)

Brandenburg

"Ausgenommen von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sind:

  1. Gehörlose und schwerhörige Menschen, ihre Begleitperson und im Bedarfsfall Personen, die mit diesen kommunizieren,
  2. Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen,
  3. (...)"

Quelle: Ministerium der Justiz des Landes Brandenburg

Hamburg "Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund- und Nasenbedeckung tragen können, sind von der Pflicht ausgenommen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Menschen aufgrund von  Vorerkrankungen den erhöhten Atemwiderstand, der durch das Tragen von einer Mund- und Nasenbedeckung verursacht wird, nicht ertragen können. Der Umstand, dass keine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden kann, ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen; beispielsweise durch die Vorlage des Schwerbehindertenausweises, eines anderen medizinischen Dokuments wie eines Allergiker-Passes oder einer entsprechenden ärztlichen Bescheinigung." Quelle: hamburg.de
Hessen "Nicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtet sind (...) Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können." Quelle: Hessisches Sozialministerium
Mecklenburg-Vorpommern "Die Maskenpflicht gilt nicht für (...) Menschen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder wegen einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können und dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können" Quelle: Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen "Personen, für die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Vorerkrankung, zum Beispiel einer schweren Herz-oder Lungenerkrankung, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist und die dies durch ein ärztliches Attest oder eine vergleichbare amtliche Bescheinigung glaubhaft machen können, [...] sind von den Verpflichtungen [...] ausgenommen. " Quelle: Sozialministerium Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen "Von der Verpflichtung zum Tragen einer Maske ausgenommen sind Personen, die aus medizinischen Gründen keine Alltagsmaske tragen können. Das Vorliegen der medizinischen Gründe ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, welches auf Verlangen vorzulegen ist." Quelle: Online-Portal der NRW-Landesregierung
Rheinland-Pfalz Das Abstandsgebot sowie die Maskenpflicht gelten nicht für Personen, denen dies wegen einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist durch ärztliche Bescheinigung nach zuweisen. Die Maskenpflicht gilt ebenfals nicht, soweit und solage es zur Kommunikation mit Menschen mit einer Hör- oder Sehbehinderung, oder zu Identifikationszwecken erforderlich ist." Quelle: Landesregierung Rheinland-Pfalz
Saarland

Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist dann nicht erforderlich, wenn gesundheitliche Gründe entgegenstehen. Quelle: Staatskanzlei des Saarlandes.

Sachsen

"Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die nicht dazu in der Lage sind (beispielsweise bei Kurzatmigkeit, Problemen bei der Atmung), können auf das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung verzichten. Zur Glaubhaftmachung genügt die Vorlage eines ärztlichen Attests. Eine gesonderte Begründung der Ärztin bzw. des Arztes ist dabei nicht erforderlich. Ebenso sind Menschen mit Behinderungen von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung befreit. Zur Glaubhaftmachung genügt die Vorlage eines Schwerbehindertenausweises.

Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist."

Quelle: Sozialministerium Sachsen
Sachsen-Anhalt

Von der Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, ausgenommen sind Gehörlose und schwerhörige Menschen, da sie in ihrer Kommunikation darauf angewiesen sind, von den Lippen des Gegenübers ablesen zu können. Gleiches gilt für deren Begleitpersonen und im Bedarfsfall für Personen, die mit diesen kommunizieren.
Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind ebenfall von der Maskenpflicht befreit. Das Vorliegen der Ausnahmegründe ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen, spezielle ärztliche Atteste sind ausdrücklich nicht erforderlich. Quelle: Gesundheitsministerium Sachen-Anhalt

Schleswig-Holstein "Auch Personen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung (einschließlich Behinderungen) nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sind von der Tragepflicht ausgenommen. Das betrifft insbesondere einen Personenkreis, für den auch Bedeckungsalternativen nicht in Frage kommen. Diese Menschen dürfen aber weiterhin freiwillig Visiere tragen. Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist. (...) Eine ärztliche Bestätigung ist nicht erforderlich." Quelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein
Thüringen "Menschen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Pflicht befreit. Dies ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen." Quelle: Thüringer Sozialministerium

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