Ausnahmen für Menschen mit Behinderung von der Maskenpflicht

Um das Risiko zu senken, dass sich Menschen mit dem Corona-Virus COVID-19 anstecken, schreiben alle Bundesländer per Verordnung eine Mund-Nasen-Bedeckung vor. Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ist in weiten Bereichen des öffentlichen Lebens Pflicht. Fast überall müssen Sie eine medizinische Maske tragen. Medizinische Masken sind OP-Masken oder FFP2-Masken.

Für viele Menschen mit Behinderung ist das allerdings nicht zumutbar. Zum Beispiel dann, wenn sie eine Atemwegserkrankung haben, wegen der sie schlecht Luft bekommen. Oder eine psychische Behinderung, die eine Maske im Gesicht zur Qual macht. Deshalb gibt es in allen Bundesländern Ausnahmeregelungen für manche Personengruppen.

Die folgende Tabelle enthält Links zu den allgemeinen Verordnungen der Bundesländer. Und sie nennt die wichtigsten Ausnahmeregeln in Kürze. Die Verantwortung für die verlinkten Inhalte liegt bei den Bundesländern. Es können sich jederzeit aktuelle Änderungen ergeben. Die Angaben sind daher ohne Gewähr.

Regelungen nach Bundesland

Eine Ausnahme von der Maskenpflicht … gilt:

"4. für Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer medizinischen Maske aus gesundheitlichen oder sonstigen zwingenden Gründen nicht möglich oder nicht zumutbar ist, wobei die Glaubhaftmachung gesundheitlicher Gründe in der Regel durch eine ärztliche Bescheinigung zu erfolgen hat … "

Quelle: Baden-Würtembergische Landesregierung, Corona-Verordnung, § 3 (Stand: 16.08.21)


Eine Ausnahme von der Maskenpflicht … gilt für:

"3. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Maske aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Maskenpflicht befreit, solange dies vor Ort sofort insbesondere durch Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses im Original nachgewiesen werden kann, das den vollständigen Namen, das Geburtsdatum und konkrete Angaben darüber enthalten muss, warum die betroffene Person von der Tragepflicht befreit ist.

4. Die Maske darf abgenommen werden, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung oder aus sonstigen zwingenden Gründen erforderlich ist.“

Quelle: Bayerische Staatskanzlei, 13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, § 3 (Stand: 16.08.21)

Eine Ausnahme von der Maskenpflicht … gilt:

"3.  für Personen, die ärztlich bescheinigt auf Grund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer ärztlich bescheinigten chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine medizinische Gesichtsmaske tragen können; die Verantwortlichen sind berechtigt, zur Überprüfung des Vorliegens der Voraussetzungen dieser Ausnahme die Bescheinigung im Original einzusehen,

4.  für gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen, …"

Quelle: SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung Berlin, Teil 1, §2, Absatz 2 (Stand: 20.07.21)

"Von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder einer medizinischen Maske sind folgende Personen befreit:

2. Gehörlose und schwerhörige Menschen, ihre Begleitperson und im Bedarfsfall Personen, die mit diesen kommunizieren,

3. Personen, denen die Verwendung einer medizinischen Maske oder einer Mund-Nasen-Bedeckung wegen einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist vor Ort durch ein schriftliches ärztliches Zeugnis im Original nachzuweisen, …"

Quelle: Land Brandenburg, Zweite SARS-CoV-2-Umgangsverordnung, § 3, Absatz 4 (Stand: 29.07.21)

Eine Ausnahme von der Maskenpflicht … gilt für:

„2. Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung, einer Behinderung oder einer Schwangerschaft keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und dies durch ärztliche Bescheinigung nachweisen können, und

3. gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen…Auf den Nachweis durch ärztliche Bescheinigung in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 soll verzichtet werden, wenn offenkundig ist, dass der Person das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich oder nicht zumutbar ist."

Quelle: Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen, 28. Coronaverordnung, § 2, Absatz 3 (Stand: 26.07.21)

"Für die Maskenpflicht gilt:

2. Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Tragepflicht befreit,

3. das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung erforderlich ist,"

Quelle: Hamburgische SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung, Teil 3, § 8  (Stand: 26.07.21)

"Ausnahmen von der Maskenpflicht bestehen …

2. für Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine medizinische Maske tragen können,"

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (Stand: 22.07.21)

Die Maskenpflicht gilt nicht für:

"Menschen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können und dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können.

Das Abnehmen der Mund-Nase-Bedeckung ist in allen Fällen unter Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Meter zulässig, solange es zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderungen, die auf das Lippenlesen angewiesen sind, erforderlich ist.“

Quelle: Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern, § 1 b, Absatz 3  (Stand: 23.04.21)

Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt nicht für:

"Personen, für die aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung oder einer Vorerkrankung, zum Beispiel einer schweren Herz- oder Lungenerkrankung, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist und die dies durch ein ärztliches Attest oder eine vergleichbare amtliche Bescheinigung glaubhaft machen können …"

Quelle: Niedersächsische Corona-Verordnung, § 3, Absatz 6 (Stand: 28.07.21)

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind:

"18. Personen, die aus medizinischen Gründen keine Alltagsmaske tragen können. Das Vorliegen der medizinischen Gründe ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, welches auf Verlangen vorzulegen ist."

Quelle: Coronaschutz-Verordnung NRW, § 3, Absatz 2 (Stand: 17.08.21)

"Das Abstandsgebot sowie die Maskenpflicht gelten nicht (...)

2. für Personen, denen dies wegen einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist durch ärztliche Bescheinigung nachzuweisen,

3. soweit und solange es zur Kommunikation mit Menschen mit einer Hör- oder Sehbehinderung, … erforderlich ist."

Quelle: 24. Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz, § 1, Absatz 4  (Stand: 30.06.21)

"(2) Medizinische Gesichtsmasken (OP-Masken) oder auch Masken … höherer Standards sind, sofern gesundheitliche Gründe nicht entgegenstehen, verpflichtend ab der Vollendung des sechsten Lebensjahres zu tragen …"

Quelle: Verordnungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Saarland, Artikel 1, § 2 (Stand: 05.08.21)

"Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen der vorgeschriebenen Maske aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit; …

Die Glaubhaftmachung erfolgt bei gesundheitlichen Gründen insbesondere durch eine ärztliche Bescheinigung im Original, dass aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine Maske getragen werden kann,"

Quelle: Sächsische Corona-Schutz-Verordnung, § 5, Absatz 2 (Stand: 26.07.21)

Von der Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung oder einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, ausgenommen sind (…)

" • Gehörlose und schwerhörige Menschen, da sie in ihrer Kommunikation darauf angewiesen sind, von den Lippen des Gegenübers ablesen zu können. Gleiches gilt für deren Begleitpersonen und im Bedarfsfall für Personen, die mit diesen kommunizieren.

• Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. medizinischen Mund-Nasen-Schutz wegen einer Behinderung, einer Schwangerschaft oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist in geeigneter Weise (z. B. durch plausible mündliche Erklärung, Schwerbehindertenausweis, ärztliche Bescheinigung) glaubhaft zu machen. Ab einer stabilen 7-Tage-Inzidenz über 100  haben Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine Atemschutzmaske oder einen medizinischen Mund-Nase-Schutz  tragen können, dies ärztlich zu bescheinigen."

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration (Stand: 03.08.21)

"Auch Personen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung (einschließlich Behinderungen) nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sind von der Tragepflicht ausgenommen. Das betrifft insbesondere einen Personenkreis, für den auch Bedeckungsalternativen nicht in Frage kommen. Diese Menschen dürfen aber zum Infektionsschutz weiterhin freiwillig Visiere tragen. Menschen mit Hörbehinderungen und Menschen mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist.

Als Nachweis ist ein ärztliches oder psychotherapeutisches Attest darüber erforderlich, dass aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigung keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden kann. Eine Begründung, insbesondere die Angabe einer Diagnose, ist aber nicht erforderlich. Das Attest muss erkennen lassen, von welcher Ärztin oder welchem Arzt oder welchem:r Psychotherapeut:in es ausgestellt worden ist. Die Person, die sich auf diese Ausnahme beruft, muss im Attest namentlich benannt sein und ihre Identität glaubhaft machen (z. B. durch Vorzeigen eines Personalausweises).

Gebärdendolmetscher:innen sowie Kommunikationshelfer:innen für Menschen mit Hörbehinderung sind ebenfalls von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit. Dies ist allerdings nur dann zulässig, wenn sie ein Visier tragen, das das ganze Gesicht abdeckt."

Quelle: Landesportal Schleswig-Holstein, Coronavirus Informationen (Stand: August 2021)

Die Verpflichtung zur Verwendung gilt nicht für:

"Personen, denen die Verwendung einer Mund-Nasen-Bedeckung oder qualifizierten Gesichtsmaske wegen Behinderung oder aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist; dies ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen."

Quelle: Thüringer SARS-CoV-2-Infektionsschutz-Maßnahmenverordnung (Stand: 27.07.21)

Weitere Informationen zum Thema Corona

Eine Postkarte mit dem Text "Halt! Leichte Sprache".

Barrierefreie Informationen zu Corona

Auf unserer Corona-Infoseite findest du Links zu hilfreichen Angeboten und Nachrichten für Menschen mit Behinderung. Viele davon sind in Leichter oder Einfacher Sprache oder in Gebärdensprache verfügbar.
Klaus Birnstiel

Menschenrechte in der Krise

Die Corona-Krise wirft ethisch und rechtlich brisante Fragen auf. Wir haben Expert*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen mit und ohne Behinderung um ihre Meinung gebeten: Fünf Stimmen zum Spannungsfeld zwischen Prävention und Diskriminierung.
Armbinde mit der Aufschrift: Ich habe Asthma und eine Bescheinigung."

Wenn man keine Maske tragen kann

In der Öffentlichkeit sind Ausnahmeregeln zur Maskenpflicht wenig bekannt. Und vielen Menschen sieht man nicht an, dass sie keine Maske tragen können. Vier Menschen mit Behinderung berichten von ihren Erfahrungen.