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Einmal wieder Kind sein und staunen

Blogger: Margit Glasow, am 23.04.2014 um 09:15 Uhr

Das Miniatur Wunderland Hamburg zeigt, dass Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer auch in alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden möglich ist. In Sachen Barrierefreiheit wurde hier mit viel Engagement schon viel erreicht, obwohl die Betreiber sicherlich noch viel mehr vor haben, um allen Menschen das Staunen zu ermöglichen.

Blick in das Miniatur Wunderland

Es gibt es unzählig viele Perspektiven, aus denen man das Miniatur Wunderland betrachten kann.

Copyright: Margit Glasow/thalmannverlag!

Ich hatte einen Termin in Hamburg, genauer gesagt wollte ich an einem Medien-Workshop zum Thema „Die Schranken im Kopf überwinden – Barrierefreiheit und Entstigmatisierung“ teilnehmen. Ort der Veranstaltung: Der historische Speicherboden in der hundertjährigen Hamburger Speicherstadt, dem größten zusammenhängenden Lagerhauskomplex der Welt. Der Speicherboden hat einen direkten Zugang zum Miniatur Wunderland, in dem die weltweit größte Modelleisenbahnanlage untergebracht ist.

Denkmalschutz und Barrierefreiheit. Geht das?

Ich fragte mich natürlich, mit wie viel Barrierefreiheit ich wohl rechnen konnte in diesem alten Gebäude aus der Wilhelminischen Backsteingotik der Gründerzeit, das, wie die anderen Lagerhallen der Speicherstadt auch, auf Eichenpfählen gebaut wurde und unter Denkmalschutz steht. Doch es wurden ja auch Rollstuhlfahrer erwartet, nicht zuletzt war Raul Krauthausen als Referent angekündigt. Es musste also zugänglich sein. Trotzdem war ich skeptisch. Und in der Tat fiel mir schon bei meiner Anfahrt mit dem Bus auf, dass es hier reichlich Kopfsteinpflaster auf den Straßen gab.

Der Speicherboden, der sich unweit von Hamburgs neuer Trendmeile, der HafenCity, befindet und dadurch mitten ins neue Zentrum der Hansestadt gerückt ist, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen. Der Linienbus mit ausklappbarer Rampe hielt in unmittelbarer Nähe. Um zum Workshop zu gelangen, musste man als Rollstuhlfahrer zunächst mittels eines Treppenlifts ca. zehn Stufen überwinden. Das war nicht für jeden ganz einfach, da die Klingel, mit der man einen Mitarbeiter herbeirufen musste, nicht sehr gut sichtbar angebracht war, schon gar nicht für Menschen, die zusätzlich noch eine Sehbeeinträchtigung haben. Aber es war möglich. Und war diese Hürde überwunden, ging es bequem weiter über einen Fahrstuhl direkt hinauf zum Workshop, auf dem verschiedene Lösungen zur Barrierefreiheit vorgestellt wurden, die anschließend selbst ausprobiert werden konnten. Raul Krauthausen, Gründer des Vereins Sozialhelden und des Wiki-Projektes wheelmap.org, rundete dann das Bild ab, indem er über die Barrieren in den Köpfen, über barrierefreie Projekte und die Weiterentwicklung von sozialen Netzwerken sprach.

Führung durch Erlebnisausstellung

Nach dem Workshop bestand für alle Teilnehmer die Möglichkeit, an einer Führung durch das Miniatur Wunderland teilzunehmen – bequem zu erreichen über einen direkten Zugang vom Historischen Speicherboden. Der Start verlief nicht ganz ohne Probleme. Aber Fahrstühle können schon mal ausfallen. Da ist es gut, wenn reichlich davon vorhanden sind – wie in diesem Falle. Es war auch nicht ganz einfach, sich durch die große Anlage und das mächtige Gewimmel, das uns empfing, hindurchzukämpfen. Immerhin waren in Hamburg gerade Schulferien und die Gänge entsprechen dicht gefüllt mit quirligen jungen Leuten, die fasziniert die über 1300 m² große Modellfläche mit 13.000 Meter verlegter Gleislänge und rund 930 fahrenden Zügen bestaunten.

Während der gesamten Führung erzählte uns der Guide viele Details bezüglich Konzept, Modellbau, Entwicklung und Technik. Erstes Highlight, das wir uns anschauten, war der nachgebaute, 150 qm große Verkehrsflughafen, an dem mehr als sechs Jahre lang gebaut wurde. Diese weltweit einzigartige Simulation von Flugbetrieb steuert 45 Flugzeuge, 40 Züge und 600 Waggons. Wir bestaunten 4500 Fahrzeuge, von denen 4000 in Parkhäusern standen,.70 Signale, 150 Weichen und ein Lichtermeer aus ca. 40.000 LED Lichter. Alles gesteuert mit Hilfe kleiner Sateliten und anderer Hilfsmittel. Besonders beeindruckend war dabei die Funktionsweise der Ladestation der Fahrzeuge.

Anschließend ein exklusiver Blick hinter die Kulissen: Unterhalb der Aufbauten der Schweiz wurde uns ein kleiner Einblick in die komplizierte Welt der Verkabelung, der Decoder, Computer etc. gestattet, die im Jahre 2000 ihren Anfang nahm. In jener Zeit nämlich besuchte Frederik Braun, Gründer des Miniatur Wunderlandes, die Alpenmetropole Zürich. Bei einem Spaziergang durch entlegenene Gassen der Zürcher Innenstadt stieß er auf einen Modellbahnshop, der Kindheitserinnerungen von ihm wiederbelebte. Inspiriert von diesen Eindrücken reifte in ihm die Idee, einen vergessen geglaubten Kindheitstraum Wirklichkeit werden zu lassen, die er zusammen, mit seinem Bruder realisierte. Heute wächst die gesamte Anlage immer noch weiter und ist voller visueller Eindrücke.

Rollstuhl-Abend – ein Service für Menschen mit Behinderung

Wie gesagt, die Anlage war rappelvoll. Für Menschen im Rollstuhl oder mit einer Gehbehinderung nicht ganz einfach, durch die Gänge zu kommen und sich eine gute Sicht auf die Anlage zu erkämpfen. Deshalb bietet das Miniatur Wunderland in unregelmäßigen Abständen (ca. alle vier bis acht Wochen) Exklusivöffnungen nur für Rollstuhlfahrer und schwerstbehinderte Menschen an. Das bedeutet, dass um 18:00 Uhr die regulären Besucher gebeten werden, das Wunderland zu verlassen, so dass dann die Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit Behinderung einen freien Blick auf die Anlage haben. Der Eintrittspreis beträgt an diesem Abend für Rollstuhlfahrer und Schwerstbehinderte 5,00 € und gilt inklusive einer Begleitperson. Alle weiteren Begleitungen zahlen den normalen Eintrittspreis. Selbstverständlich steht es jedem frei, die Ausstellung auch schon vor 18:00 Uhr zu besuchen. Der nächste Rollstuhl-Abend findet am 12. Mai 2014 statt.

Als ich im Vorfeld meines Besuches von diesem Angebot las, fragte ich mich zunächst, ob hier nicht wieder ausgesondert und diskriminiert wird. Aber nachdem ich die Anlage selbst besucht habe, muss ich sagen, dass das Angebot schon Sinn macht bei einem derartigen Besucherandrang.

Alles in allem kann ich einen Besuch in diesem alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude nur jedem empfehlen, der mal wieder wie ein Kind staunen möchte. Empfehlen insbesondere auch deshalb, weil es hier gelungen ist, den Zugang zu einem alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zu ermöglichen – und zwar im Einklang mit den Vorgaben, die für derartige Gebäude gelten. Vielleicht noch nicht für jeden 100%ig optimal, aber der Wille ist vorhanden, Lösungen zu finden –. ganz nach dem Motto des Aktion Mensch-Jubiläums „Schon viel erreicht, noch viel mehr vor“!

Margit Glasow

Blogger: Margit Glasow
Kategorie: Inklusion
Schlagworte: Barrierefreiheit

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"Wir müssen reden!" Zur Organspende braucht jeder eine Meinung

Blogger: Henrik Flor, am 22.04.2014 um 09:00 Uhr

Udo Schmidt lebt nur deshalb noch, weil er eine Spenderleber bekam. Nun berät er andere Lebererkrankte und leistet unermüdlich Überzeugungsarbeit in Sachen Organspende. Vorurteile, gegen die er ankämpfen muss, gibt es genug.

Eine Box mit einem Spenderorgan wird in ein Flugzeug gereicht Foto: DOS

Herr Schmidt, wie kamen Sie mit dem Thema Organspende in Berührung?

Bei mir hatte sich 2001 eine Darmentzündung zu einer Leberzirrhose entwickelt. Ich bekam dann zusätzlich ein falsches Medikament, sodass die Leberwerte immer schlechter wurden. Dann ging alles ziemlich schnell. Ich kam in die Berliner Charité und wurde auf die Warteliste für eine Spenderleber gesetzt. Zehn Monate habe ich gewartet, bis es ein Spenderorgan für mich gab. Das war im August 2002. Vorher hatte ich mir – wie die meisten Menschen – nie Gedanken um das Thema Organspende gemacht. Als ich dann selbst betroffen war, wurde mir schnell klar, was es bedeutet, von anderen Menschen abhängig zu sein und deren Bereitschaft, Organe zu spenden.

Wie ging es dann für Sie weiter?

Ich habe die Kontaktgruppe Bremen-Unterweser des Lebertransplantierte Deutschland e.V. gegründet. Was wir dort machen, ist klassische Selbsthilfe. Wir tauschen uns darüber aus, wie welches Medikament gewirkt hat, mit welchen Problemen man gerade zu tun hat… Gleichzeitig beraten wir Menschen, die noch vor einer Transplantation stehen. Denen versuche ich dann die Angst zu nehmen und sie davon zu überzeugen, wieder nach vorne zu schauen.

Und dann sind Sie auch regelmäßig auf Tour

Ja, ich halte eine ganze Menge Vorträge zum Thema Organspende. Das kann mal bei den Landfrauen sein oder der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport- oder Bürgerverein. Wenn es darum geht, Menschen zu überzeugen, ist mein Bonus natürlich, dass ich selbst Betroffener bin, dass mir ein Spenderorgan das Leben gerettet hat – das überzeugt viele. Mir ist vor allem wichtig, dass sich die Menschen rechtzeitig Gedanken machen, ob sie ihre Organe anderen zur Verfügung stellen wollen oder nicht – und dies dann im Organspendeausweis entsprechend ankreuzen. Dann erspart man im Zweifelsfall den Angehörigen diese schwierige Entscheidung.

Warum gehen viele Menschen dem Thema Organspende aus dem Weg?

Transplantation hat mit Tod und Krankheit zu tun – ein Thema, das vielen Menschen unangenehm ist. Man befasst sich oft erst damit, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Die Empfänger von Spenderorganen wiederum haben oft mit Schuldgefühlen zu kämpfen, nach dem Motto: Da ist jemand für mich gestorben. Diese Gedanken kenne ich natürlich auch. Inzwischen weiß ich aber, dass das genau die falsche Perspektive ist. Gestorben sind die Spender ohnehin und nicht wegen ihrer Bereitschaft, sich Organe entnehmen zu lassen.

Wie geht es Ihnen heute?

Leider haben sich vor einigen Jahren bereits Probleme mit der neuen Leber eingestellt. Deshalb werde ich ab Oktober wieder auf der Warteliste für eine Spenderleber stehen. Arbeitsfähig bin ich also nicht, aber ich trommel weiter für die Organspende, wo immer ich kann.

www.lebertransplantation.eu
www.fuers-leben.de
Weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden Sie in der Freiwilligendatenbank

Henrik Flor

Blogger: Henrik Flor
Kategorie: Freiwilliges Engagement
Schlagworte: Gesundheit

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Gewinnzahlen vom 20. April 2014 mit Rudi Cerne

Blogger: Redaktion, am 20.04.2014 um 19:42 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und stellt das "Gut Hausen" vor, ein Projekt der Lebenshilfe Frankfurt am Main. Sie hat mit dem „Gut Hausen“ ein neues Zentrum als Anlaufstelle geschaffen, an der sich Menschen mit und ohne Behinderung inklusiv entfalten können. Angebote wie die ambulante Familienhilfe und die Abteilung Freizeit des Vereins verfügen nun über den benötigten zusätzlichen Platz. Die Aktion Mensch bezuschusst Neubau, Umbau und Ausstattung für die Ambulante Familienhilfe, den Freizeitdienst und den Bereich Reisen in Frankfurt am Main mit 250.000 Euro.


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Taubblinde in der Isolationshaft?

Blogger: Ulrich Steilen, am 15.04.2014 um 13:00 Uhr

Ein Film über die Situation von taubblinden Menschen in Deutschland

Eine Collage mit Szenen aus der Dokumentation "Taubblinde in der Isolationshaft!?"

Filmszenen aus Taubblinden-Doku: Inklusion ist Menschenrecht

Fotos: Katja Fischer

Nach Schätzungen leben in Deutschland zwischen 3.000 und 6.000 taubblinde Menschen. Wie sieht deren Alltag aus? Können sie ein selbstständiges Leben führen oder leben sie gleichsam in Isolationshaft? Auf welche Barrieren stoßen sie? Gibt es in Deutschland Unterstützung für taubblinde Menschen, beispielsweise in Form von Assistenz? Und wenn ja, welche Hilfe können Assistentinnen und Assistenten hier leisten? Der Film „Taubblinde in der Isolationshaft!?“ von Katja Fischer greift diese Fragen auf und erzählt die Geschichten von sechs taubblinden Menschen.

Zum Beispiel die von Sabine Springer aus Berlin, die gehörlos ist und deren Sehvermögen nach der Geburt ihres zweiten Kindes immer schwächer wurde. Das brachte viele Schwierigkeiten im Alltag mit sich. Probleme mit Nachbarn, die sie für unfreundlich hielten, weil sie ihren Gruß nicht erwiderte, oder gefährliche Situationen, die sie im Straßenverkehr erlebte.

Oder die Geschichte von Wolfgang Amadeus Haug, genannt Eddi, der spät ertaubt und erblindet ist und uns seinen Alltag zeigt – mit einer sehr individuellen Form der Kommunikation, die ihm und seiner Freundin ermöglicht, sich zu verständigen.

Geschichten von taubblinden Menschen

Auch die Brüder Dieter und Uwe Zelle aus Nordrhein-Westfalen werden im Film vorgestellt. Beide sind gehörlos und haben das Usher-Syndrom, eine erblich bedingte Kombination von langsam fortschreitender Netzhautdegeneration, bereits früh einsetzender Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit von Geburt an. Beide betonen die Bedeutung von taktilem Gebärden, bei dem der taubblinde Mensch seine eigenen Hände auf die gebärdenden Hände seines Gesprächspartners legt.

Auch Birgit und Andreas Liebke sind taub und haben eine starke Sehbehinderung. Andreas kann seinen Beruf als Tischler nicht mehr ausüben und ist auf der Suche nach einer Alternative. In ihrem Alltag wird das Ehepaar aus Berlin von einer Assistentin unterstützt.

Am Ende des Filmes geht es um die Definitionen von Taubblindheit (TBL) und des Usher-Syndroms sowie um die Hintergründe, Ziele und Forderungen der Demonstration „Aktion Taubblind“ im Oktober 2013 in Berlin, bei der unter anderem gefordert wurde, Taubblindheit als Kategorie im Schwerbehindertenausweis zu vermerken und verbesserte technische Möglichkeiten für taubblinde Menschen zu ermöglichen.

Nur wenige ausgebildete Assistentinnen und Assistenten

Ausgebildete Helferinnen und Helfer sind selten in Deutschland. Für mehrere tausend taubblinde Menschen gibt es gerade mal ein paar Dutzend ausgebildete Assistentinnen und Assistenten. Lediglich in Nordrhein-Westfalen findet sich bislang eine Ausbildungsstätte. Die Folge: Die meisten taubblinden Menschen werden von Ehrenamtlichen oder Familienmitgliedern betreut.

Die Protagonistinnen und Protagonisten des Films berichten von ihren Erfahrungen im Alltag, ihren Erlebnissen und auch von Erniedrigungen. Sie haben unterschiedliche Kommunikationsformen wie die Deutsche Gebärdensprache, die taktile Gebärdensprache oder das Lormen, ein in die Hand „geschriebenes“ Tast-Alphabet. Gut ausgebildete Assistenz ist Voraussetzung, um ein selbstbestimmtes und barrierefreies Leben zu führen – raus aus der Isolationshaft!

Inklusion ist Menschenrecht

Das Thema Taubblindheit wurde in Deutschland lange Zeit öffentlich kaum thematisiert. Die Filmemacherin Katja Fischer, selbst gehörlos, nähert sich dem Thema auf einfühlsame Weise. Der 50-minütige Dokumentarfilm ist barrierefrei aufbereitet, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen: Er enthält Gebärdenspracheinblendung, Audiodeskription – und es gibt ein barrierefreies PDF speziell für taubblinde Menschen mit einer Beschreibung des Filmes. Katja Fischer, die sich politisch auch für die „Aktion Gebärdensprache“ (Aktion DGS) engagiert, über ihren Film: „Ziel ist es, die Situation, in der taubblinde Menschen leben, darzustellen und somit deutlich zu machen, dass Inklusion kein Beiwerk, sondern ein Menschenrecht ist.“


Info:

Der Begriff „Taubblindheit“ beschreibt eine komplexe Sinnesbehinderung. Meist ist damit nicht der vollständige Ausfall des Hör- und Sehvermögens, sondern die viel häufigere Kombination von mehr oder weniger starker Hör- und Sehbeeinträchtigung gemeint. Daraus können sich Schwierigkeiten für die Mobilität und die räumliche Orientierung der taubblinden Menschen ergeben. Die Kommunikation wird mit Hilfe einer Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationssysteme möglich. Ein Beispiel ist die taktile Gebärdensprache.
 
Katja Fischer ist Hochschuldozentin für Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetscherin. Ihr Film „Taubblinde in der Isolationshaft!?“ ist auf ihrer Internetseite www.katjafischer.de zu finden.
 
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Isolation auf Grund von Taubblindheit entgegenzuwirken und die Inklusion in Hinblick auf taubblinde Menschen voranzutreiben. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich seit zehn Jahren für die Rechte taubblinder Menschen, unter anderem durch den Einsatz von Taubblindenassistentinnen und -assistenten, ein.



Linktipps:
Der Film „Taubblinde in der Isolationshaft!?“ ist auf Katja Fischers Homepage zu sehen
Mehr über Taubblindheit beim Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden
Infos zu Assistenz für Taubblinde beim Taubblinden-Assistenten-Verband
"Wir werden weiter kämpfen!" Ein Blogbeitrag von Ulrich Steilen über die Aktion Gebärdensprache am 14. Juni 2013 in Berlin

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Gewinnzahlen vom 13. April 2014 mit Rudi Cerne

Blogger: Redaktion, am 13.04.2014 um 19:41 Uhr

Rudi Cerne präsentiert die Gewinnzahlen der Aktion Mensch-Lotterie und zeigt einen Jubiläums-Rückblick auf 50 Jahre Aktion Mensch.
"Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor." In 50 Jahren hat die Aktion Mensch mit ihren Aktionen, Kampagnen und der Förderung sozialer Projekte wichtige Veränderungen in der Gesellschaft angestoßen und Inklusion – das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung – vorangebracht. Auch in Zukunft will die Aktion Mensch sich dafür engagieren, dass das gemeinsame Leben, Lernen, Arbeiten und Wohnen selbstverständlich wird – damit das WIR gewinnt.
Mehr Informationen finden Sie hier: http://bit.ly/1gCFeeJ oder unter #50JahreAM


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„Das Leben spürbar machen!“

Blogger: Redaktion, am 11.04.2014 um 13:09 Uhr

Ein Interview mit dem Sänger Andreas Bourani über seine Erfahrungen durch die Aktion Mensch-Städtetour, gleiche Möglichkeiten und Chancen für alle in der Gesellschaft und seinen neuen Song „Auf uns“

Andreas Bourani vor dem Jubiläumslogo der AKtion Mensch mit einer großen "50" und dem Schriftzug "Aktion Mensch"

Andreas Bourani und die Aktion Mensch: Eine gute Sache

Foto: Kolja Matzke / Aktion Mensch

Andreas, Du hast uns schon 2012 bei der Städtetour mit deinem Song „Wunder“ begleitet, und auch im Jubiläumsjahr unterstützt du uns mit Deinem neuen Lied „Auf uns“. Was verbindet dich mit der Aktion Mensch?

Andreas Bourani: Ich kenne ja die Aktion Mensch schon seit meinen Kindertagen und habe sie noch intensiver bei der Städtetour kennengelernt. Mich beeindruckt seit jeher das Engagement, mit dem sich die Aktion Mensch für die gleichen Bedingungen für alle Menschen einsetzt. Unabhängig von Behinderung, Alter, Herkunft. Das ist eine gute Sache. Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der es vielen Menschen richtig gut geht. Deshalb finde ich sehr wichtig, dass alle, die in unserer Gesellschaft leben, auch die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben.

Hat die gemeinsame Erfahrung mit uns auf der Städtetour 2012 denn auch deine Sicht auf die Welt verändert?

Ja, total! Meine Perspektive ist seither eine komplett andere. Wenn ich zum Beispiel ein Gebäude betrete, denke ich oft: Wär' ich jetzt im Rollstuhl, würd' ich hier nicht reinkommen. Ähnlich ist das auf bestimmten Straßen oder öffentlichen Plätzen, die für mich selbstverständlich sind, weil ich keine Behinderung habe. Am Bahnhof zum Beispiel, wenn der Aufzug nicht geht, oder die Rolltreppe. Die Tour mit Euch hat mich sensibler und empathischer gemacht für solche Situationen.

Dein neues Lied „Auf uns“ ist eine Hymne auf das Leben. Was denkst du, warum dieses Lied so gut zur Aktion Mensch passt?

Zunächst passt es natürlich wunderbar zum Jubiläum der Aktion Mensch, die ja als Organisation in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert feiern kann. Dann ist „Auf uns“ ein Lied, das das Leben zelebriert und dazu auffordert, den Moment zu genießen, auch mit jenen Menschen, mit denen wir uns verbunden fühlen. Im Menschsein sind wir ja alle gleich: Wir atmen und fühlen – unabhängig davon, ob wir eine Behinderung haben oder nicht. „Auf uns“ ist eine Ode ans Leben und kann als Brückenschlag verstanden werden, der uns miteinander verbindet und daran erinnern soll, dass wir lebendig sind und lebendig bleiben.

Wie ist dieses Lied entstanden?

Das war ein Abend mit sehr guten Freunden und guten Gesprächen – ich habe mich sehr wohl gefühlt an diesem Abend, und alles hat gestimmt. Und da gab es dann eben diesen Moment, an dem man inne hält und die Gläser hebt und sagt: Lass mal anstoßen! Auf den Abend – auf uns! Das war einer dieser Momente, die das Leben spürbar machen. Diese Intensität wollte ich mitnehmen und mit anderen teilen, so ist dieser Song entstanden.


Linktipps:
„50 Jahre Aktion Mensch – Der Film“ mit dem Song „Auf uns“ von Andreas Bourani
50 Jahre Aktion Mensch: Alle Infos zum Jubiläum


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