Aktion Mensch-Blog

Zusammen einzigartig sein und Dinge bewegen

In Paretz bei Berlin findet zurzeit das Campaign Boostcamp 2015 statt – ein Training für Aktivistinnen und Aktivisten, die gemeinsam Veränderungen in Politik und Gesellschaft anstoßen wollen. Lernziel: Erfolgreiche Kampagnenstrategien entwickeln und Aktionen planen, die viele Menschen erreichen.

Andi Weiland

Die Frage, was das Campaign Boostcamp ist, lässt sich von außen betrachtet natürlich relativ objektiv beantworten. Es steht außer Frage, dass es ein Trainingsprogramm für engagierte Menschen ist, die lernen wollen, wie man eine wirksame Kampagne plant und umsetzt – weil sie auf möglichst professioneller Ebene verschiedene Dinge verändern und bewegen wollen. Dass diese sehr sachliche Definition dem Boostcamp auf keinen Fall gerecht wird, merkt man erst, wenn man mittendrin steckt. Aus diesem Grund wage ich den Versuch einer persönlichen Innenansicht.

Ein Abenteuer mit Fremden

Zu Beginn war das Boostcamp in Berlin ein Abenteuer, das ich zusammen mit über dreißig fremden Gesichtern gestartet habe. Mit so viel Neuem konfrontiert zu sein, war sowohl spannend als auch irgendwie angsteinflößend. Wir standen alle reichlich nervös auf dem Schiff, welches uns in unser neues Zuhause bringen sollte.

Inklusion als Grundlage

Neben theoretischen und praktischen Elementen zur Kampagnenarbeit ist Inklusion eines der zentralen Themen des Campaign Boostcamps. Nicht nur, dass mit Raul Krauthausen ein sehr  bekannter Redner mit Behinderung dabei ist, der auch noch über inklusive Kampagnenarbeit spricht. In erster Linie wird der inklusive Ansatz dadurch sichtbar, dass die Organisatoren Wert darauf gelegt haben, eine sehr gemischte Gruppe an Teilnehmern zusammen zu stellen. Aber auch hier gilt, dass noch kein Meister vom Inklusionshimmel gefallen ist: Insbesondere Barrieren in der Kommunikation und im Alltagsleben müssen noch weiter abgebaut werden.

Ein Team aus Menschen mit Stärken und Schwächen

Das Besondere am Konzept des Campaign Boostcamp ist aber, dass die Gruppe der Teilnehmer nicht nur faktisch aus Menschen mit verschiedenen Bildungserfahrungen, kulturellen Hintergründen, Lebensumständen und Behinderungen besteht, sondern dass dieses Verschiedenheit auch immer wieder offen thematisiert wird. Dies führt dazu, dass aus den anderen um einem herum irgendwann nicht nur bekannte Gesichter werden, sondern dass wir zu einem Team von Menschen werden, deren Schwächen und Stärken man besonders gut kennt. Deswegen können wir uns untereinander auch punktgenau unterstützen.

Das Campaign Boostcamp ist ohne Zweifel ein Trainingsprogramm für gute Kampagnenarbeit, aber es ist nicht weniger ein Training mit und über Menschen und ihre Einzigartigkeit.

 

Linktipps:

Die Broschüre „Kampagnen für Alle: Leitfaden für inklusives Campaigning“ des Campaign Boostcamps

„Nachhilfe im Leben des Anderen“. Ulrich Steilen über das erste inklusive Campaign Bootcamp Deutschland 2014

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