Aktion Mensch-Blog

Ziemlich glücklich in Köln

von Barbara Mounier

Auf dem Buchfest lit.Cologne haben Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou über ihre Freundschaft und das Buch „Ziemlich beste Freunde“ in Einfacher Sprache geredet.

Im Gespräch auf der Bühne: Abdel Sellou und Philippe Pozzo di Borgo auf der Lit.Cologne. Dort stellte Pozzo di Borgo sein Buch "Ziemlich beste Freunde" in Einfacher Sprache vor. Aktion Mensch / Kolja Matzke

Von Barbara Mounier in Einfacher Sprache.

„Wer von Ihnen hat denn den Film ‚Ziemlich beste Freunde' gesehen“, fragt Frank Plasberg ins Publikum. 1 600 Menschen heben ihre Hand in die Luft. „Wirklich alle? Das ist ja unglaublich“, staunen die zwei Männer auf der Bühne. Der eine sitzt im Rollstuhl, der andere ist sein früherer Pfleger. Es sind die „richtigen“ ziemlich besten Freunde: Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou.

Die Geschichte von "Ziemlich beste Freunde" haben 10 Millionen Menschen im Kino gesehen - nur in Deutschland. Heute Abend sind Philippe und Abdel zu Gast bei der lit.COLOGNE, dem großen Buchfest in Köln. Beide Freunde haben ein Buch geschrieben, Philippe sogar zwei. Und die Geschichte zum Film gibt es ab jetzt auch in Einfacher Sprache – lesbar für alle. Das Buch in Einfacher Sprache hat der Spaß am Lesen Verlag zusammen mit der Aktion Mensch gemacht. Für diesen Verlag arbeite ich. Über all diese Bücher reden die beiden Freunde.

Lesung im ausverkauften Saal

1 600 Menschen sind in die Oper am Dom gekommen, um Philippe und Abdel zu sehen. Nach nur zwei Tagen war der ganze Saal ausverkauft. Die Menschen sind da, um mehr über die Freundschaft von Philippe und Abdel zu erfahren. Um Texte aus ihren Büchern zu hören. Und um zu sehen, wie es den beiden heute geht. Ein berühmter Fernseh-Moderator stellt die Fragen: Frank Plasberg. Plasberg bekommt Hilfe von einem Dolmetscher. Was Philippe und Abdel auf Französisch erzählen, übersetzt er ins Deutsche. Der Schauspieler Walter Sittler liest aus den Büchern vor. Er hat eine tolle Stimme dafür. Das Publikum hört gebannt zu.

Philippe und Abdel machen viele Witze. Sie kennen sich schon so lange und so gut. Das Licht im Saal bleibt an. So kann man gut verfolgen, was vorne passiert. Auf der Bühne steht auch eine Gebärdensprach-Dolmetscherin. Sie sorgt dafür, dass alle Menschen mit Gehörproblemen das Gespräch verstehen können. Und auf der anderen Seite ist ein riesiger Bildschirm aufgebaut. Darauf erscheint alles schriftlich, was gesagt wird. Die ganze Veranstaltung ist also barrierefrei. Das gibt es nicht alle Tage. Aber hier auf der lit.COLOGNE ist es möglich. Dafür machen sich alle Veranstalter viel Mühe: auch die Aktion Mensch. Die Zuschauer mit und ohne Behinderung freuen sich.

Die Freunde lernen sich kennen

Philippe und Abdel erzählen, wie sie sich kennengelernt haben. Jeder hat seine eigene Erinnerung. Beim Zuhören versteht man noch besser, wie unterschiedlich ihre Leben früher waren: Philippe war ein reicher Mann, in seinem großen Haus mit viel Personal. Aber wegen seiner Lähmung saß er im Rollstuhl, von anderen Menschen abhängig. Und Abdel war ein junger Kerl aus einem schlechten Viertel. Er war wild und ziemlich gefährlich. Doch Philippe hatte keine Angst vor ihm. "Ich schaute ihm in die Augen und sah, dass er schlau, mutig und freundlich ist. Da wusste ich genug. Abdel wurde mein Schutzteufel."

Jetzt kommt der spannendste Moment für mich. Unser Buch in Einfacher Sprache wird vorgestellt. Das macht Martin Georgi, der Vorstand der Aktion Mensch. Er erzählt, für wen wir das Buch gemacht haben: für alle, die Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Das sind in Deutschland viele: junge und alte Menschen, manche mit und manche ohne Behinderung. Die Ursachen für Leseschwäche sind sehr unterschiedlich. Georgi hat es gut erzählt, ich freue mich sehr. Denn Lesen soll Spaß machen, auch wenn man es vielleicht nicht so gut kann.

Geschichten von Philippe und Abdel

Dann liest Walter Sittler in Einfacher Sprache vor, über Abdel und die Frauen. Es ist eine lustige Geschichte, mit kurzen Sätzen. Die Menschen im Saal finden es spannend. Und noch ein Kapitel über Philippe. Es ging Philippe eine zeitlang sehr schlecht. Er hatte eine schwere Depression und konnte gar keine Freude mehr erleben. Damals hat Abdel ihm sehr geholfen. Er machte ihm das Leben ein bisschen erträglicher. Abdel sagt: "Ich half Philippe. Aber er hat mir auch Leben geholfen. Er war mein erster wahrer Freund.“

Das war damals. Heute ist Abdel nicht mehr der Pfleger von Philippe. Sie sind Freunde geblieben, wohnen aber nicht mehr zusammen. Und: Beide haben geheiratet. Philippe und Abdel leben beide mit ihren Familien in Nord-Afrika. Beide sagen: Am glücklichsten ist man, wenn man die schönen Momente in seinem Leben teilt. Und zwar mit den Menschen, die man liebt. Dann schauen sich die ziemlich besten Freunde an. Beide sind ziemlich glücklich.

Das Buch "Ziemliche Beste Freunde" in Einfacher Sprache beim Spaß am Lesen Verlag.

Barbara Mounier (39) arbeitet für den Spaß am Lesen Verlag. Der Verlag macht Bücher und Zeitungen in Einfacher Sprache. “Ziemlich beste Freunde“ ist das neueste Buch – gestern wurde es auf der lit.COLOGNE vorgestellt. Mounier hat diesen Blog in Einfacher Sprache geschrieben.

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