Filmfestival, Aktion Mensch-Blog

Yes, deaf can

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Sie können den Bass spüren und kombinierten bei „BÄÄM! Der Deaf Slam“ im Münchener Monopol Kino ihren Gebärden-Slam mit einer dynamischen Tanzperformance. Selbstbewusst zeigte die Gruppe „Bass“, dass auch beim Tanz Barrieren überwunden werden können, wenn man nur will. „Deaf can!“ lautet ihre Botschaft.
Ein Interview von Anina Valle Thiele mit Kassandra Wedel, Nur Beysun, Margarita Fagafurova und Rupert Schmidlechner, den vier Gewinnern des Münchner BÄÄM-Wettbewerbs.

Die Gewinner von "BÄÄM! Der <span xml:lang="en" lang="en">Deaf Slam</span>" in München: Das Team "Bass" mit Magarita Fagafurova, Rupert Schmidlechner, Nur Beysun und Kassandra Wedel. Aktion Mensch / Hartmut Keitel.

Anina Valle Thiele: Wie „hört“ ihr Musik?
Team Bass: „Durch den Bass. Deswegen haben wir auch den Namen „Bass“ gewählt.

Wie fühlt ihr Euch jetzt?
Team Bass: „Wir sind total froh, dass wir gewonnen haben. Wir hätten das überhaupt nicht erwartet. Es ist unglaublich. In den Proben lief es immer besser und wir hatten uns eigentlich gedacht, wir machen hier nur zum Spaß mit. Das ist einfach super!“

Habt Ihr Angst vor Eurem Auftritt gehabt?
Team Bass: „Ja, klar. Wir waren schon ein bisschen aufgeregt, hatten Herzflattern. Wir haben ja den ganzen Tag geübt; dann waren wir noch essen und dann hatten wir keine Zeit mehr, hier im Kino noch mal zu üben, denn dann war das Publikum schon da und wir haben das akzeptieren müssen und einfach nur gehofft, dass es klappt.“

Wie habt ihr von dem „BÄÄM! Der Deaf Slam“ in München erfahren?
Kassandra: „Ich habe von der Stadt München eine Mail bekommen, dass ich auch die Leute in meiner Tanzgruppe informieren soll und die beiden hier, Rupert und Nur sind ja auch in meiner Tanzgruppe. Die waren bereit, mitzukommen.“
Margarita: „Ich hab das von Julia Hroch (eine Freundin, Anm. d. Red.), die hat mir empfohlen, hier zum Deaf Slam zu kommen und ich hab dann gedacht: Ja, okay. Ich probier es aus.“
Nur: „Bei mir war es so, dass mein Cousin in Berlin mit dabei war und gesagt hat: ‚Mensch geh' doch zu dem Workshop in München!'“
Rupert: „Kassandra hat ja schon erzählt – sie hat mich angesprochen und gemeint: Komm' doch mit zum Deaf Slam. Und wir hatten uns vor dem Workshop die Videos der anderen Teilnehmer auf der Deaf Slam-Homepage angesehen und das war wirklich interessant und motivierend, so dass wir dabei sein wollten. Ich bin wirklich dankbar, dass Kassandra mich hierhin mitgenommen hat. Es war eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich bin froh, hier gewesen zu sein.“
Kassandra: „Stimmt, als ich Rupert vom Deaf Slam erzählt hab, da war er sehr kritisch und hat noch etwas gezögert, aber dann ist er doch mitgekommen.“

Habt ihr vier als Gruppe spontan zusammengefunden und den Slam spontan erfunden?
Team Bass: „Ja. Den haben wir uns vor Ort ausgedacht.“

Das heißt, ihr kanntet Euch vorher auch gar nicht?
Team Bass: „Also wir drei (Kassandra, Rupert und Nur) kannten uns schon aus der Tanzgruppe und Margarita kam dann beim Workshop noch dazu.“

Und dass Ihr auch tanzen würdet – war das von Anfang an klar?
Nur: „Ja, also mein Wunsch war es. Kassandra war sich nicht ganz sicher und dann haben wir uns doch darauf verständigt. Wir hatten unterschiedliche Ideen mit Gebärden und Tanz - so eine Mischung. Beim Deaf Slam-Workshop haben wir uns auch konkret überlegt, das auch als Gruppe zu machen. Vorher hatten wir das noch gar nicht geplant.
Rupert: „Kassandra, Nur und ich kennen uns aus der Tanzgruppe. Wir sind mehr als 13 Leute und das wirkt auch immer sehr, sehr schön auf der Bühne. Beim Deaf Slam passt das auch ganz gut und jetzt ist eben noch eine vierte Person dabei. Es hat gut gewirkt zu viert und wir konnten auch viel mehr Bilder zusammenstellen als zu dritt, also man konnte sich so richtig in die Welt einfühlen. Eine tolle Erfahrung! Aber gestern und heute – das war auch schon harte Arbeit, uns da auszutauschen.“

Was wolltet Ihr mit Eurem Slam vermitteln? Was war Eure Botschaft?
Rupert: „Wir wollten zeigen, dass wir den Bass spüren können und man kann ihn auch sehen. Und weil wir ihn spüren können, können wir auch tanzen. Wir haben den Rhythmus in uns. Wir können tanzen! Das wollten wir vermitteln.“
Kassandra: „Wir hatten ja jetzt heute keine Musik und haben das nur durch uns dargestellt. Es gab keine Musik zu hören, aber das Publikum konnte quasi trotzdem Musik sehen. Wir wollten zeigen, dass man Musik fühlen kann und sie auch visuell darstellen kann.“
Rupert: „Wir wollen natürlich auch gleichgestellt sein zu den Hörenden. Und bei uns in der Tanzgruppe sind auch Hörende und das funktioniert wunderbar! Und das ist wirklich eine schöne Erfahrung. Und das wollten wir auch noch mal zeigen, dass Gehörlose gleichgestellt sind und dass wir auch respektiert werden wollen und dass wir auch die anderen respektieren. Wir können alle tanzen.“

Plant Ihr etwas Neues für das Finale in Hamburg?
Rupert: „Das müssen wir noch besprechen. Wir wollen uns natürlich verbessern, aber wir wollen dann auch ganz einheitlich auftreten. Wir müssen einfach schauen, dass es noch besser wird. Wir haben ja bei unserer Performance versucht, alles in 3-D vorzustellen und jetzt wollen wir natürlich noch alles in 4-D umsetzen. Das ist jetzt unsere Herausforderung.“

Ihr blickt jetzt auf zwei intensive Workshop-Tage zurück. Was würdet Ihr sagen, war die wichtigste Erfahrung für Euch. Was war das Spannendste?
Nur: „Für mich war die Teamarbeit wichtig.“
Kassandra: „Ja stimmt – dass wir das zusammen geschafft haben und zusammen in die Zukunft schauen können. Es ist aber auch wichtig, dass wir die Ideen zusammen entwickeln. Also, dass aus einer Idee, weitere Ideen sprießen können. Und im Workshop war's auch schön, unterschiedliche Menschen zu sehen. Für mich war der Workshop insgesamt ein ganz tolles Erlebnis, man hat sich mit vielen Leuten unterhalten können. Man hat unterschiedliche Ideen und Ansätze gesehen. Und auch Andreas Workshopleiter Andreas Costrau, Anm. d. Red.] war super. Er hat alles sehr witzig rübergebracht und es war einfach insgesamt sehr, sehr schön!“
Rupert: „Ich finde es auch sehr schön, dass so viele gekommen sind. Vorher im Workshop war ich noch sehr unsicher und als Andreas uns vor dem Bühnenauftritt noch mal aufgelockert hat, da war dann auch die Stimmung ganz anders.“

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