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Wie ein Traum

von Katharina Schiller

Schlagworte:
Sport

Bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi gewann Anja Wicker Gold und Silber im Biathlon – auch für sie selber völlig überraschend. Ein Kurzinterview.

Paralympics-Siegerin Wicker: Ein einzigartiges Gefühl Foto: Aktion Mensch

"Das ist der Wahnsinn und eine kleine Sensation – aber völlig verdient", freute sich ein restlos begeisterter Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, nach Anja Wickers überraschendem Sieg im paralympischen Biathlon über zehn Kilometer in der sitzenden Klasse. Bei ihrer ersten Paralympics-Teilnahme gelang der 23-Jährigen gleich der erste große internationale Erfolg. Und drei Tage nach ihrem Triumph legte die Sportmanagement-Studentin noch einmal nach: Silber über 12,5 Kilometer, erneut dank einer fehlerfreien Leistung am Schießstand. Im Interview blickt Anja Wicker auf erfolgreiche Paralympische Winterspiele in Sotschi zurück:

Haben Sie schon während des Rennens gespürt, dass Sie auf Goldkurs sind?
Anja Wicker: Ich habe mich vom Start weg gut gefühlt, und man läuft ja immer wieder an der Anzeigetafel vorbei. Da habe ich schon gesehen, dass die anderen ordentlich daneben geballert haben. Ich habe mich so gefühlt, dass ich an diesem Tag keinen Fehler schießen würde. Außerdem habe ich gesehen, dass ich Vorsprung habe und es auf jeden Fall für die Medaille reichen wird. Die letzte Runde war dann nicht mehr ganz so schlimm, weil ich nicht mehr um den Platz kämpfen musste. Ich habe trotzdem versucht, alles zu geben, nicht hinzufallen und sauber ins Ziel zu kommen.

Ein rundum perfektes Paket

Wie war es für Sie, auf der Medals Plaza zu stehen?
Die Medaille kam für mich auch völlig überraschend. Ich bin ganz froh, dass ich nochmal dort stehen durfte, weil ich vom ersten Mal leider alles vergessen habe. Das ist wie ein Blackout – einfach wie ein Traum dort oben. Beim zweiten Mal habe ich dann versucht, es zu genießen und auch mal in die Menschenmenge zu schauen. Es ist einfach ein einzigartiges Gefühl dort oben.

Wie gefielen Ihnen Stimmung und Atmosphäre bei den Paralympics in Sotschi?
Mir gefiel es total gut. Wir im Behindertensport sind es ja nicht gewohnt, dass so viele Leute zuschauen, an der Strecke stehen und dass wir im Stadion unser eigenes Wort nicht mehr verstehen. Das ist schon etwas Besonderes. Wir haben versucht, jede Minute zu genießen, und das motiviert natürlich auch. Meine beiden Medaillen sind herausragend, aber das Gesamterlebnis, die Atmosphäre, die Stimmung, die Leute – das war einfach ein rundum perfektes Paket.


Linktipps:
Anja Wickers Gold-Lauf im paralympischen Biathlon über zehn Kilometer in der sitzenden Klasse (Video)
Ziel: Sotschi! – Interview mit Paralympics-Teilnehmerin Anja Wicker
Die Weichen des Behindertensports von Sotschi bis Rio. Ein Interview im Blog von Michael Wahl mit dem DBS-Präsidenten Friedhelm Julius Beucher über Paralympics, Breitensport und Inklusion
Alles inklusive. Ein Blogbeitrag von Jonas Wengert über die Möglichkeiten der Winterspiele von Sotschi für den Behindertensport und die Inklusion

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