Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Wheelmap - Rollstuhlgerechte Orte

Es gibt Online-Karten, die zeigen, wo man den besten Kaffee, den tollsten Kuchen oder die schönste Joggingstrecke der Stadt finden kann. Seit September 2010 gibt es eine Karte, die zeigt, wo man ohne Barrieren mit dem Rollstuhl einkaufen, Sport machen oder mal eben die Straße überqueren kann – und zwar weltweit.

Wheelmap.org heißt die Plattform und ist ein Projekt der Initiative Sozialhelden e.V.. Ich habe Raúl Krauthausen, Mitinitiator von Wheelmap und Gründer von Sozialhelden e.V., interviewt.

Wie viele Nutzer machen derzeit bei Wheelmap mit?
Weltweit sind das ungefähr 10.000. Wir sind von der großen Resonanz sehr überrascht, denn das Ganze ist ja eher ein Nischenthema.

Erklärst du kurz das Grundprinzip der Plattform?
Das Prinzip ist einfach und basiert auf dem Engagement der Nutzer: Sie tragen Orte in die Online-Karte ein, mit denen sie im Alltag in Berührung kommen. Das kann ein Supermarkt, eine Arztpraxis, ein Schwimmbad oder die Haltestelle vor der Tür sein. Ob der Ort rollstuhlgerecht ist, markieren sie mithilfe einer einfachen Farbcodierung, die nach dem Ampelsystem funktioniert: Grün bedeutet uneingeschränkter Zugang, orange heißt bedingt zugänglich und rot, dass die Orte von Rollstuhlfahrern gar nicht befahren werden können.

Wie viele sind bis jetzt dokumentiert?
Derzeit mehr als 40.000 rollstuhlgerechte beziehungsweise -ungerechte Orte.

Läuft alles so wie ihr es geplant habt?
Im Großen und Ganzen schon. Wir müssen unser Produkt sicher hier und da technisch noch verbessern und auch die Nutzerführung optimieren. Wir arbeiten beispielsweise gerade daran, die Icon-Systematik klarer zu bekommen und Wheelmap auch für Android-Handys möglich zu machen. Seit November 2010 gibt es Wheelmap auch kostenlos als App für das iPhone. Unsere Kapazitäten sind allerdings begrenzt. Wir hoffen auf Verständnis und vor allem auf Feedback von den Usern, an welchen Stellen Fehler im Programm auftauchen.

Wie stemmt ihr das Projekt?
Wir sind ein Team von fünf Leuten und machen das Ganze ehrenamtlich.

Und wie finanziert ihr das Ganze?
Das ist ein schwieriges Thema. Denn gefördert werden in Deutschland nur Projekte, die sich in einer Entstehungsphase befinden. Nun gibt es uns ja bereits. Wir haben die komplette Entwicklung selbst in die Hand genommen und wir benötigen gerade jetzt Unterstützung. Wir zeigen, dass Wheelmap funktioniert und nachhaltig ist. Insofern ist unser Projekt extrem förderungswürdig. Und daran arbeiten wir gerade.

Ihr sucht derzeit also Kooperationspartner und Sponsoren?
Richtig. Wir befinden uns in Gesprächen und hoffen, dass daraus konkret etwas entsteht.

Gibt es international eigentlich etwas Vergleichbares zu Wheelmap?
Ja, es gibt in vielen Ländern vergleichbare Datenbanken. Einige sind von Stiftungen andere von Regierungsseite. Wir arbeiten daran, diese mit in die Wheelmap zu integrieren.

Nutzt ihr beim Sammeln der Orte eigentlich auch feste Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden?
Wir sind dabei, Kooperationen mit den Behindertenbeauftragten der Städte zu schließen. Generell wünschen wir uns aber, dass die Informationen von den Nutzern kommen. Das nennt man dann die Weisheit der Massen und es kommt ein Bild zustande, das Relevanz hat.


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