Inklusion

Werkzeugkasten inklusive Uni

In der deutschen Hochschullandschaft gibt es bislang höchstens „Inklusionsinseln“, ein Studium ist für Menschen mit Behinderung nicht immer und überall leicht. Nun macht ein Forschungsprojekt Vorschläge, was Hochschulen verbessern können.

Studieren mit Behinderung: Forschung und Praxis zusammen bringen

Universität Wien / flickr.com

Wie ebne ich Menschen mit Behinderungen den Weg in die Universität? Was hilft gehörlosen, blinden oder körperlich eingeschränkten Studierenden im Studienalltag? Wie schaffe ich an den Hochschulen ein Klima, in dem Inklusion selbstverständlich ist?

Mit Fragen wie diesen haben sich Wissenschaftler aus mehreren europäischen Ländern im Forschungsprojekt „European Action on Disability within Higher Education beschäftigt. Ende September haben sie sich zur Abschlusstagung an der Universität Leipzig getroffen – und dabei auch eine Toolbox“ mit nützlichen Ideen für ein behindertengerechtes Studium vorgestellt. Dazu gehören Kurse, die für die besonderen Bedürfnisse mancher Kommilitonen sensibilisieren; Integrationstage und -preise; Mentorenprogramme; Tandems von Studierenden mit und ohne Behinderung; Checklisten für Lehrende, die sich auf Studierende mit Behinderung einstellen wollen; digitale Lehrbücher und Schriften in Braille; Training für Studierende ohne sichtbare Behinderung für den Umgang mit Professoren und Kommilitonen.

All diese Ansätze lassen sich in der „Toolbox“ auf der Projekt-Homepage nachlesen und sind in den am Projekt teilnehmenden Universitäten zum Einsatz gekommen. Also in Bologna/Italien, Aarhus/Dänemark, Coimbra/Portugal, Göteborg/Schweden, Gent/Belgien, Krakau/Polen und eben in Leipzig.

Die Projektpartner haben – ebenso wie die Länder, in denen sie beheimatet sind – einen ganz unterschiedlichen Stand an Wissen und Erfahrungen zu Inklusion und Studium mit Behinderung. Während beispielsweise an zahlreichen Unis im Ausland ganze „Units for Disabled Students“ eingerichtet wurden, gibt es an den meisten deutschen Hochschulen nur einen Behindertenbeauftragten.

Nun haben alle Hochschulen die Möglichkeit, sich von diesen „Tools“ inspirieren zu lassen, sie nachzuahmen, auszuprobieren – und mit den Wissenschaftlern darüber ins Gespräch zu kommen. Denn die stehen bei Bedarf beratend zur Seite und sind andererseits an der Rückmeldung interessiert, welche Erfahrungen die Hochschulen sammeln. Denn Forschung und Praxis zusammen zu bringen, das ist Ziel des EADHE-Projekts.

Linktipps:

Wissenschaftliches Projekt EADHE (European Action on Disability within Higher Education) und „Toolbox“ für ein behindertengerechtes Studium (englisch)

Mehr Infos zum Thema Studium und Behinderung beim Familienratgeber

„Ein Stück weit Utopie“. Ein Blogbeitrag von Ulrich Steilen über die Inklusion an deutschen Hochschulen

Mit eLearning zu barrierefreien Unis. Ein Interview im Blog von Eva Keller mit Prof. Gerhard Weber über Barrierefreiheit durch neue technische Möglichkeiten an den Hochschulen

Promovieren mit Behinderung. Ein Blogbeitrag von Eva Keller über das Promotionsprogramm „InWi“ der Uni Bremen für Menschen mit Behinderung

„Sie können in Ihrer Situation kein Referat halten“. Ein Blogbeitrag von Marie Gronwald über ihre Erfahrungen mit einem Studium mit Behinderung

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