Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Welttag der seelischen Gesundheit

Ist die Seele gesund? Braucht sie Hilfe? Was kann man tun? Am10.10. ist der Welttag der seelischen Gesundheit geht es um Fragen wie diese. Anders als körperliche Beschwerden werden psychische oft stigmatisiert, nicht ernst genommen oder nicht sorgfältig behandelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb 1992 den ersten Welttag zum Thema ausgerufen.

20 Jahre später bleiben noch immer viele Baustellen auf dem Weg zur Inklusion von Menschen, die z. B. mit Demenz, einer Suchterkrankung, einer schizophrenen oder emotionalen Störung leben – um nur einige Beispiele aus der langen Liste seelischer Erkrankungen zu nennen. Wie viel Mitsprache haben Betroffene bei ihrer eigenen Behandlung? Wie selbstbestimmt können sie leben und arbeiten? Auf einer Tagung von der Aktion Psychisch Kranke e. V. am 6. und 7. November in Berlin wird es um Fragen wie diese gehen.
Rund um den heutigen Welttag der seelischen Gesundheit veranstalten zahlreiche Akteure und Initiativen im gesamten Bundesgebiet eine Aktionswoche. Aufgerufen dazu hatte das "Aktionsbündnis Seelische Gesundheit", das auf seiner Website auch einen Überblick über die Veranstaltungen bietet. Es geht um Aufklärung über Krankheitsbilder, um Hilfs- und Therapieangebote, um den Umgang mit psychisch erkrankten Menschen und Informationen für Betroffene, Angehörige, Lehrer und Erzieherinnen.

Depression als "globale Krise"

Offizieller Schwerpunkt des Welttags 2012 ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Thema Depression. Die Dimension, die diese Krankheit weltweit annimmt, wird oft unterschätzt. Die WHO spricht sogar von einer "Globalen Krise": Etwa 340 Millionen Menschen sind erkrankt, von denen jährlich rund 1 Millionen Selbstmord begehen. Damit fordert diese Krankheit mehr Tote als zum Beispiel Tuberkulose. Die Wahrscheinlichkeit eines jeden Menschen, an Depression zu erkranken, schätzt die WHO auf 10 bis 20 Prozent. Auch in Deutschland sprechen die Zahlen für sich: Nach Angaben der Aktion Psychisch Kranke hat etwa jede dritte Bürgerin bzw. jeder dritte Bürger bereits einmal in ihrem bzw. seinem Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung oder Krankheit durchlebt oder leidet noch an ihr.
Manchmal ist es allerdings schwierig zu sagen, wo Gesundheit aufhört und wo Krankheit anfängt. Die WHO definiert Gesundheit ganzheitlich einen "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen". In dieser "Reinheit" ist der Zustand wohl nur selten zu finden. Wann ist schon einmal alles völlig im Lot? Nichts zwickt und zwackt, nichts bedrückt, verstört oder ängstigt, alles ist gut mit Familie, Freunden, Kollegen? Ein permanenter Zustand ist das wohl für die wenigsten Menschen, nichts desto trotz ein erstrebenswerter.

Wann ist man seelisch gesund?

Zwar existieren Messverfahren wie die sogenannten Skalen zur psychischen Gesundheit (SPG), jedoch kann letztlich nur jeder Einzelne selbst beurteilen, ob er sich seelisch überwiegend wohlfühlt oder nicht. Nicht jeder, der einen schlechten Tag hat, muss gleich wegen Depressionen behandelt werden. Ein Mensch mit Behinderung kann sich zufrieden und wohl fühlen, ein anderer ohne erkennbares Handicap kann getrieben und unglücklich sein. Wann sich ein Mensch aber tatsächlich im Zustand "seelischen Wohlbefindens" befindet, ist wohl ein Stück weit subjektiv, so dass jeder etwas anderes und Persönliches damit verbindet. Was heißt "seelisch gesund sein" für Sie? Meinungen zum Thema sind willkommen!


Mehr zum Thema:
Mehr zur bundesweiten Aktionswoche der Seelischen Gesundheit
Infos der World Federation for Mental Health zum Welttag der seelischen Gesundheit und zum Schwerpunkt-Thema Depression (englisch)
Die Initiative "Netz und Boden" für Kinder psychisch kranker Eltern
Ein gefördertes Projekt der Aktion Mensch: Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern in Berlin
Ein gefördertes Projekt der Aktion Mensch: das offene Beratungs- und Kompetenzzentrum "Unplugged" in Mainz für junge psychisch kranke Menschen

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