Freiwilliges Engagement

Welt-Aidstag

„Positiv zusammen leben!“, das ist das Motto des Welt-Aids-Tages 2012.

Foto: Tast

„Positiv zusammen leben!“, das ist das Motto des Welt-Aids-Tages 2012. Auch jenseits der großen Kampagnen engagieren sich Menschen im Kleinen für die Rechte der Betroffenen – so wie Angelika Mincke von der Aids- und Behinderten Selbsthilfe in Schleswig-Holstein.

Manchmal könnte ich alles nur hinschmeißen und laut rufen: “Machteuren Kram doch alleine!“ So geht es wohl jedem, der in Schleswig Holstein auf dem Landwohnt und bei den Themen HIV und Behinderung etwas bewegen will. Ich selbst bin seit 27 Jahren positiv, bin querschnittsgelähmt und – alleguten Dinge sind drei – habe noch eine Hepatitis. Das heißt für mich aber nicht, dass ich lange die Füße still halten kann. Das fing schon Ende der 80er Jahre in Hamburg an. Da habe ich mit anderen Rollifahrern denVerein „On the Move“ gegründet und zusammen haben wir uns Aktionen ausgedacht: zum Beispiel mit ein paar Journalisten im Schlepptau das HamburgerNachtleben auf Barrierefreiheit hingetestet.

Nach diversen Umzügen und verschiedenen beruflichen Projekten bin ich jetzt in der Nähe von Ratzeburg gelandet. 2008 habe ich hier die „HIV und BehindertenSelbsthilfe Schleswig Holstein“ mitgegründet. Wer schon einmal erlebt hat, wie hier allein vonAmts Seite mit Behinderten umgegangen wird, kann gar nicht anders, alssich zu wehren und mit anderen zusammenzuschließen. Wir beraten Menschen mit HIV und/oder Behinderung und helfen ihnen zu ihrem Recht zu kommen. Auch mit älteren Menschen oder MS-Betroffenen haben wir viel zu tun.

Wir haben schnell gemerkt, dass wir hier verdammt dicke Bretter bohren müssen. Zuerst hatten wir noch versucht, einen öffentlichen Dialog zu starten, um beispielsweise die schleppende Bearbeitung von Anträgen zu thematisieren. Leider gab es von Seiten der Politik und Verwaltung kaum Interesse.

Inzwischen bin ich der Meinung, dass man nur noch juristisch etwas erreichen kann – wenn es sein muss bis zur letzten Instanz. Vereinzelt trommeln wir auch zu Protestaktionen, zum Beispiel am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag. Aber es ist gar nicht einfach,selbst die eigenen Leute hinter dem Ofen hervorzuholen – unser wichtigstes Sprachrohr ist deshalb inzwischen unsere Website, auf der ich regelmäßig blogge.

Zuletzt haben wir eine Plakataktion gestartet:„Lebendig begraben in Schleswig-Holstein“, die auf die eklatantenMängel in Sachen Barrierefreiheit, Versorgung, Datenschutz oderRechtssicherheit aufmerksam macht. Das Motto klingt drastisch, aber anders findet man ja kein Gehör.

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