Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Web 2.0 als Chance

Behinderung ins rechte Licht gerückt

Blinde können besonders gut hören, Autisten können besonders gut rechnen und Gehörlose sitzen alleine zuhause herum. Solche und ähnliche Klischees erfahren wir aus Zeitung und Fernsehen. Journalisten verarbeiten besonders gerne solche Klischees in ihren Berichten. Auffällig ist, dass Menschen mit Behinderung selten als handelndes Subjekt dargestellt werden. Fast immer sind sie Objekt oder gar Opfer. Dabei hat kaum jemand von uns Lust, ein Objekt zu sein.

Das Problem ist, dass die meisten Journalisten eher wenig Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben, ebenso wie ihre Leser. Dank Web 2.0 ändert sich das allmählich. Es gibt zum Beispiel eine ganze Reihe von Bloggern, die über ihre Gehörlosigkeit schreiben. Not quite like Beethoven berichtet über seinen Umgang mit Gehörlosigkeit im Alltag und seine Erfahrungen mit dem Cochlea-Implantat – einer künstlichen Hörhilfe. Die ebenfalls gehörlose Bloggerin Julia Probst engagiert sich in ihrem Blog für mehr Untertitel im Fernsehen. Im Blog Realitätsfilter erscheint eine Reihe von Beiträgen, in denen der Autor seine Erfahrungen mit seinem Autismus beschreibt.

Nicht nur die Beiträge sind interessant, sondern auch die Diskussionen, die aus den Beiträgen hervorgehen. Wer ein wenig in die Welt der Foren und Chats eintaucht merkt sehr schnell, wie unterschiedlich die Positionen sind. Die Meinungen darüber, wie sich die Behinderung konkret auswirkt und wie damit umzugehen ist, geht auch unter den Betroffenen weit auseinander. Der Klischee-Blinde existiert vor allem in den Medien.
Menschen ohne Behinderung bekommen über Web 2.0 auch die Gelegenheit, zwanglos Fragen zu stellen oder mitzudiskutieren, was sie sich im Alltag meistens nicht trauen. Web 2.0 hat es uns wesentlich erleichtert, das allgemeine Bild über Behinderung ins rechte Licht zu rücken. Wir können nicht nur mit einigen gängigen Klischees und Vorurteilen aufräumen - wir verändern auch, wie Menschen mit Behinderung wahrgenommen werden.

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