Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Warum einfach, wenn's auch umständlich geht?

Foto: Oliver Franke, Tourismus NRW / flickr.com

In den Kindermusicals vom Ritter Rost gibt es die Figur des Dieners der hinterhältigen Hexe Verstexe. Der handelt stets nach dem Motto: "Warum einfach, wenn's auch umständlich geht?" An diesen Diener musste ich denken, als ich jetzt vom Flughafen Köln/Bonn nach Italien flog. Da mir der Weg vom Check-In durch die Taschenkontrolle bis zum Gate zum Laufen leider noch immer zu weit ist, hatte ich mich frühzeitig um einen Rollstuhl gekümmert. Kein Problem, so die Fluggesellschaft. Den gebe es direkt hinter dem Check-In. Was von der Ortsangabe auch grundsätzlich stimmt. Denn dort ist eine Sammelstelle für Fluggäste mit Behinderung – inklusive telefonischer Direktverbindung zum zentralen Rollstuhlservice. Nach einer halben Stunde Wartezeit brachte ich mich dieser Zentrale in Erinnerung. "Nein, wir haben Sie auf dem Schirm. Aber alle Mitarbeiter sind im Einsatz. Wir holen Sie erst ab, wenn das Boarding Ihres Fluges beginnt." Mein Einwand, soviel Aufwand sei unnötig und meine Frau bereit, den Rolli die paar Meter zu schieben, wurde mit einem nicht diskutierbaren "Das ist nicht vorgesehen" beschieden. Mehr zählte mein Anliegen, hinter der Kontrolle noch Kaffee trinken und nach Zeitschriften schauen zu wollen. "Den nächsten freien Kollegen schicke ich zu Ihnen. Ausnahmsweise!" Der Mann war dann nicht nur nett, sondern auch sehr professionell, wie sämtliche Rollstuhlschieberinnen und -schieber sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise. Daher kann und will ich mich nicht beklagen. Doch mal ehrlich: Das ist schlecht organisiert. In vielen, wenn nicht gar den meisten Fällen dürfte es doch reichen, an besagtem Sammelpunkt analog zu den Kofferkarren ein paar Rollstühle gegen Pfand oder geringe Gebühr bereit zu halten. So aber durften meine Familie und ich noch auf dem Weg in den Urlaub in das Lied des Dieners der Hexe Verstexe einstimmen: "Warum einfach, wenn's auch umständlich geht?"


Mehr zum Thema:
Urlaub – alles inklusiv? Ein Blogbeitrag von Petra Strack über die Tücken einer Flugreise mit Rollstuhl
Urlaub – alles inklusiv? Teil Zwei des Blogbeitrags von Petra Strack über eine Urlaubsreise mit Rollstuhl nach Tunesien
Der Familienratgeber über Urlaubsreisen für Menschen mit Behinderung
Mehr über barrierefreies Reisen im Handlungsfeld Freizeit der Inklusionskampagne der Aktion Mensch
Alles zum Thema Barrierefreiheit bei der Inklusionskampagne der Aktion Mensch im Handlungsfeld Barrierefreiheit

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?