Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Vom Hilfeempfänger zum Helfer

von Carina Kühne

Carina Kühne kam mit dem Down-Syndrom zur Welt. Die Ärzte machten ihren Eltern keine Hoffnung, dass ihre Tochter einmal selbstständig würde leben können. Doch heute ist Carina diejenige, die anderen hilft und Unterstützung bietet – zum Beispiel der alten Dame im Rollstuhl...

Als ich geboren wurde, sagte man meinen Eltern: "Geben Sie Ihr Kind in ein Heim, es wird nie sitzen, laufen, schreiben, rechnen und lesen können. Es wird nie selbständig leben können." - Heute weiß ich, dass das nicht stimmt!
Meine Mutter hat mir immer so viel Hilfestellung wie nötig gegeben, aber sie hat mich auch immer ermutigt, so viel wie möglich selbst zu tun. So habe ich viel gelernt und kann nun auch anderen helfen. Darüber bin ich sehr glücklich.

Ich habe einen Minijob bei einer Dame, die im Rollstuhl sitzt. Sie hat eine schwere Muskelschwäche, deshalb fallen Ihr oft die Augenlider zu und sie kann leider gar nichts sehen. Dann muss ich ihr ganz schnell Tabletten anreichen. Sie freut sich ganz besonders, wenn ich ihr etwas vorlese oder auf dem Klavier vorspiele. Sie diktiert mir, was sie aufschreiben oder einkaufen muss. Manchmal fülle ich Überweisungsscheine aus, bringe sie zur Bank und drucke Kontoauszüge aus. Ich kann sozusagen ihre Beine und ihre Augen ersetzen und Besorgungen für sie machen.

Bei schönem Wetter gehen wir spazieren und ich schiebe den Rollstuhl. Wenn es der Dame gut geht, können wir sogar shoppen. Da brauchen wir nur jemanden, der uns nach Darmstadt fährt und auch wieder abholt. Weil die Gänge zwischen den Kleiderständern zu eng sind und die Kleidung zu hoch hängt, bringe ich ihr verschiedene Sachen, damit sie eine Auswahl treffen kann. Wenn wir etwas Passendes gefunden haben, gehe ich zur Kasse und bezahle. Manchmal besuchen wir auch ein Restaurant und essen dort zu Mittag. Wir haben immer sehr viel Spaß und freuen uns, wenn wir erfolgreich sind.
Ich darf auch im Haushalt helfen, zum Beispiel Geschirr spülen, Staub wischen, den Fußboden wischen, Wäsche aus der Maschine nehmen und aufhängen. Außerdem hole ich Lebensmittelvorräte aus dem Keller. Wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin, spielen wir manchmal zusammen Kniffel und verschiedene andere Spiele. Das macht sehr viel Spaß.

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