Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Vom Heim- zum WG-Bewohner

von Carina Kühne

Früher wohnten die meisten Menschen mit Behinderung in Wohnheimen am Stadtrand weit entfernt von ihren Familien. Es gab große Wohngruppen mit Gemeinschaftsküche und Toiletten. Weil das nicht mehr zeitgemäß ist, werden nun oft Wohneinheiten mit kleineren Wohngemeinschaften eingerichtet. Hier ziehen Bewohner ein, die mit Betreuung in der Lage sind, ihr Leben zu meistern.

Betreutes Wohnen in einer Wohngemeinschaft. – Foto: Lebenshilfe Esslingen

Betreutes Wohnen heißt auch, dass jeder seinen Wohnsitz wählen kann. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer und kann es individuell einrichten. Wünsche können berücksichtigt werden, und die Privatsphäre bleibt auch gewahrt. Während im Wohnheim in Großküchen für alle gekocht wird und Wäschereien für die Wäsche zuständig sind, lernen die WG-Bewohner für sich selbst zu sorgen. Sie gehen einkaufen, lernen kochen und Wäsche waschen.

Auch bei uns im Ort gibt es solche Wohngemeinschaften. Eigentlich ist das doch eine tolle Sache. Doch leider sind nicht alle Nachbarn begeistert davon. Es gab Proteste. Einige Nachbarn haben sogar ihr Haus verkauft und sind weggezogen, weil sie nicht in unmittelbarer Nähe von Menschen mit Handicap leben wollten.
Manche Leute haben auch ihre Zäune erhöht, und Eltern haben ihren Kindern verboten, mit den WG-Bewohnern zu sprechen. Es gibt also immer noch Berührungsängste. Aber es gibt auch nette Nachbarn, die ihre Hilfe anbieten. Unten im Haus ist eine Eisdiele, die von den WG-Bewohnern gerne aufgesucht wird. Vorher müssen sie aber immer anrufen und fragen, ob nicht so viele Gäste da sind und ob sie kommen dürfen. Der Gast ist König! Aber nicht jeder – oder?

Ich glaube trotz dieser Schwierigkeiten, dass es ein richtiger Schritt auf dem Weg zur Inklusion ist.

Mein Traum wären gemischte Gruppen, also inklusive Wohngemeinschaften!
Ob wir das einmal erreichen werden?


Mehr zum Thema:
Das Handlungsfeld Wohnen der Aktion Mensch-Inklusionskampagne
Mehr Infos zum Thema Wohnen von Menschen mit Behinderung beim Familienratgeber
Der Traum vom inklusiven Wohnen. Ein Blogbeitrag von Eva Keller über die Gründung einer WG für junge Menschen mit Behinderung
Blind wohnen: Über Füße im Futter und verschollene Korkenzieher. Ein Blogbeitrag von Heiko Kunert über das "normale" Wohnen blinder Menschen
Barrierefreies Wohnen in Perfektion. Ein Blogbeitrag von Eva Keller über neue Technik für barrierefreies Wohnen

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