Inklusion, Aktion Mensch-Blog

(Un)eingeschränkte Begeisterung

Keiner mag sie, aber Bloggerin Anastasia Umrik reist in ihrem E-Rollstuhl regelmäßig mit ihr und ist begeistert – von der Deutschen Bahn. Eigentlich …

"Schnell!" rief ich. "Schnell, schnell, schnell!!!" Es klingt absurd, und sicherlich ist es das auch, aber ich war an diesem Nachmittag zum ersten Mal in meinem Leben aus der Puste. Und zum ersten Mal in meinem Leben war ich nicht wie abgesprochen zwanzig Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig. Und zum ersten Mal habe ich mein Ticket auf dem Schreibtisch liegen lassen, aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ...

"Ach guck mal, da kommt sie ja, die Frau Umrik!", sagte ein Mann. Er kannte mich, ich kannte ihn nicht. Angeblich hat er mir schon häufiger in den Zug geholfen. "Sie sind immer so zuverlässig. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Sie uns versetzen!" – Wie nett! Der Zug wartete auf mich ... das schlechte Gewissen war sehr schnell verflogen, dafür war keine Zeit.

Das war zum ersten Mal recht abenteuerlich. Meistens sehen die Fahrten anders aus: Pünktlich loskommen, pünktlich ankommen. Keine lustigen Vorfälle, keine dramatischen Pannen. Die Klimaanlage fällt nie aus, alle Türen funktionierten.

Die Bahn macht mobil – fast immer

Neulich gab es jedoch einen Vorfall, der mich an dem Leitsatz "Die Bahn macht mobil" zweifeln ließ. Eine hübsche junge Frau, an Muskelschwund erkrankt und in Heilbronn lebend, wollte sich auf den Weg nach Hamburg machen. Zum einen, um mich zu besuchen, zum anderen, um bei meinem Fotoprojekt "anderStark" mitzumachen. Wir hatten bereits alles geplant und freuten uns riesig. Es gibt da allerdings einen kleinen Haken: Aufgrund der Fortschreitung der Erkrankung kann meine Bekannte nicht stabil im Rollstuhl sitzen. Sie bewegt sich liegend fort. Soweit so gut.
Doch die Deutsche Bahn weigerte sich, sie mitzunehmen, weil ihr Rollstuhl 14 Zentimeter zu lang für die Rampe ist! Die Sicherheit könne so nicht gewährt werden. Verständlich. Aber was nun? Welche Alternativen gibt es? Die Bahn bietet keine Alternativen an. Und eine Fahrt mit einem "Fahrdienst" kostet über 500 Euro! Dafür sollte man lieber in die Sonne fliegen ...

Vorausgesetzt, der Rollstuhl passt in das Flugzeug.


Weitere Informationen / Mehr zum Thema / Linktipps:
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Das Handlungsfeld Barrierefreiheit der Aktion Mensch
Ein unvergesslicher Abend in Hamburg. Ein Blogbeitrag von Anastasia Umrik über Barrieren des Feier-Abends
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