Freiwilliges Engagement

Umweltschutz auf Türkisch

Yesil Çember heißt übersetzt „grüner Kreis“. Die Organisation gibt türkischsprachigen Menschen ganz praktische Tipps in Sachen Umweltschutz. Das Programm ist so erfolgreich, dass in vielen Städten ehrenamtliche Umweltbotschafter gesucht werden.

Foto: Christian Klant

Wenn Rana Aydin-Kandler einen Infoabend veranstaltet, bleibt selten ein Stuhl leer. Dann kommen türkischsprachige Menschen zusammen, die mehr darüber erfahren wollen, wie man im Alltag die Umwelt schützen kann. Die 33-Jährige, die zum Kernteam von Yesil Çember gehört, erläutert: „Es geht nicht darum, die Welt zu retten, sondern im Kleinen zu beginnen. Wir erklären, wie man Strom spart, wenn Geräte nicht permanent auf Stand-by sind oder wie man herausbekommt, wie viel Watt die alte Waschmaschine frisst. Dass Energie sparen auch Geld sparen bedeutet, ist ein Argument, das immer gut ankommt.“ Es geht aber auch um verzichtbare Chemikalien beim Reinigen oder die Gefahr von Schimmel in der Wohnung.

Das Publikum ist bunt gemischt: Hier sieht man Interessierte jeden Alters, Führungskräfte und Menschen ohne Arbeit, Männer genauso wie Frauen. Aydin-Kandler: „Wir wollen keinen Frontalunterricht abhalten, sondern mit den Leuten ins Gespräch kommen und sie in ihrem Alltag abholen." Das Ganze findet auf Türkisch statt.

2006 traf sich erstmals eine Gruppe türkischsprachiger Freiwilliger in Berlin, die etwas dagegen tun wollte, dass es im Umweltbereich kein Infomaterial und wenig Engagement-Angebote in Türkisch gab. Inzwischen hat Yesil Çember diverse Veröffentlichungen herausgebracht – auf Türkisch und zweisprachig. Sie erklären ganz praktisch, wie man im Alltag die Umwelt schont. 50.000 Exemplare wurden bislang verteilt.

Die Gründerin Gülcan Nitsch berichtet: „Wir kooperieren und arbeiten eng mit etablierten Umweltschutzorganisationen zusammen: So sitzen wir in Berlin beim BUND, in Düsseldorf beim NABU, in Hamburg bei Greenpeace. Wir bekommen da einen Arbeitsplatz und können Räume für unsere Veranstaltungen bekommen.“ Außerdem nutzt Yesil Çember Kooperationen mit Migrantenorganisationen wie Kultur- oder Moschee-Vereinen, um Teilnehmer für die Info-Veranstaltungen zu gewinnen. So wird Yesil Çember zum Scharnier zwischen der deutschen Umweltschutz-Szene und den Migrantenorganisationen. Von dem Modell profitieren alle: Besonders interessierte Teilnehmer der Events finden den Weg zum Engagement in einer etablierten Umweltschutzorganisation wie dem NABU, und die Migrantenorganisationen erschließen sich mit dem Umweltschutz ein neues Thema, das viele Türkeistämmige interessiert.

Wer sich bei Yesil Çember engagieren möchte, der kann eine Schulung zum Umweltbotschafter absolvieren. Die Botschafter organisieren selbstständig Infoveranstaltungen oder Infostände in ihrer Stadt und tragen die Anliegen von Yesil Çember weiter. Einklinken kann man sich auch in bestehende Gruppen, etwa in Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Duisburg, Köln, Bonn, Stuttgart, Hannover oder Mannheim. Etliche weitere Städte gehen bald an den Start.

Mehr Informationen finden Sie unter: http://yesilcember.eu/de. Engagement-Möglichkeiten im Umweltschutz gibt es auch in der Freiwilligendatenbank.

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