Freiwilliges Engagement

Tierschutz statt Tatort

Wenn im Frühling der Tiernachwuchs auf die Welt kommt, haben die Helfer des Hamburger Tierschutzvereins alle Hände voll zu tun. In der Wildtieraufzucht werden verlassene und verletzte Jungtiere gepäppelt und später ausgewildert. Für die Engagierten ist es ein Traumjob, der aber nichts mit einem Streichel-Zoo zu tun hat.

Ein Bewohner der Jungtieraufzucht Foto: Hamburger Tierschutzverein

Gerade einmal die halbe Hand füllt das Eichhörnchen-Baby aus. „Hörni“ ist erst zehn Tage alt, hat schon Fell, aber die Augen sind noch geschlossen. Die großen Pfoten greifen beherzt nach der Spritze mit der Milch, die Meral ihm anbietet. Gerade einmal 1 ml bekommt es am Anfang, dafür aber alle 1-2 Stunden. Und damit es auch mit der Verdauung klappt, massiert ihm die 33-Jährige hinterher auch noch vorsichtig das Bäuchlein.

Hochbetrieb im Frühjahr

In der Wildtieraufzucht des Hamburger Tierschutzvereins herrscht im Frühjahr Hochbetrieb. Dann bringen aufmerksame Spaziergänger kleine Spechte, die aus dem Nest gefallen sind, allein gelassene Kaninchenwelpen, junge Singvögel, Tauben, Marder, Katzen - alles bis hin zur Krabbe, die sich verlaufen hat.

Meral ist eine von mehr als 100 teils regelmäßigen, teils unregelmäßigen Helfern, die die hauptamtlichen Kräfte des Vereins unterstützen. Nicht weniger als 10.000 Tiere durchlaufen dessen Tierheim jedes Jahr. Die Haustiere werden an neue Halter vermittelt, die Wildtiere ausgewildert. In der Wildtieraufzucht füttern Engagierte vor allem am Wochenende und zu Randzeiten die Jungtiere, sorgen aber auch für Sauberkeit in Käfigen, waschen Näpfe aus oder gestalten artgerechte Gehege. Warum sich die Berufstätige in ihrer Freizeit engagiert? „Das ist ganz praktische Lebenshilfe. Die Tiere kommen oft unterkühlt und hungrig an. Wenn man sie dann versorgt und weiß, dass sie überleben werden, ist das ein tolles Gefühl“, meint Meral.

Jungtiere statt Tatort am Sonntag

Antje kam eher zufällig zu ihrem Engagement für das Tierheim. Ihr Papagei war gestorben, und sie suchte im Tierheim nach einem Nachfolger. Bei der Gelegenheit erfuhr die Tiertherapeutin von der Möglichkeit, sich zu engagieren. Nun ist sie zweimal die Woche vor Ort – oft kommt auch ihre Mutter mit – und entlastet die hauptamtlichen Mitarbeiter. „Statt Tatort am Sonntag sind wir dann bei den Jungtieren. Das macht uns mehr Spaß und ist etwas Sinnvolles.“ Sie ist seit fünf Jahren dabei und hat jede Menge gelernt: Wie halte ich eine junge Taube während der Fütterung? Wie verabreiche ich die Nahrung? Wie merke ich, dass es einem Tier nicht gut geht?

Engagierte gesucht

Die erfahrenen Ehrenamtlichen und der Ehrenamtskoordinator Sven Fraaß kümmern sich intensiv um jeden Engagierten, der neu dazu kommt. Immer wieder erlebt er, dass sich Menschen engagieren wollen, die glauben, dass sie hier vor allem Tiere streicheln würde. Dabei ist es bei Wildtieren ganz wichtig, dass gerade kein zu enger Kontakt zum Menschen entsteht. Sie sollen sich nicht an sie gewöhnen, um die spätere Auswilderung nicht zu erschweren. Wer mehr erfahren will über den Einstieg in ein Engagement, kann sich am besten per E-Mail an Sven Fraaß wenden.

Das kleine Eichhörnchen wird mit vier Wochen in eine spezielle Voliere umziehen, damit es das Klettern trainieren kann. Und mit zwei Monaten geht es zurück in die Natur. Dann werden mit Sicherheit schon die nächsten Gäste gebracht werden, die die ganze Aufmerksamkeit von Meral oder Antje brauchen.

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dieses selbstverständliche Miteinander erreichen wir nur, wenn sich möglichst viele Menschen für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und sie mitgestalten – zum Beispiel durch freiwilliges Engagement. Die Aktion Mensch bietet mit ihrer Freiwilligen-Datenbank einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten: Menschen mit und ohne Behinderung können aus mehr als 16.000 Angeboten  das passende Engagement auswählen.
 

Weitere Ideen für inklusives Engagement finden Sie in der Freiwilligen-Datenbank.

 

 

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