Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Skateboarden inklusiv!

Kennen Sie diese Typen mit den Brettern unter den Füßen, die in den Innenstädten über Treppen und Kanten fliegen und wahnwitzige Sprünge vollführen? Dann stellen Sie sich vor, Sie wären ungefähr zehn Jahre alt und würden von genau diesen Typen eingeladen, bei einem Skateboard-Workshop mitzumachen. "Cool!", würden Sie wohl denken – genauso wie jene 20 Kinder, die mit ihren Betreuern im Rahmen des Ferienangebots der Lebenshilfe Frankfurt an das Mainufer gekommen sind.

Es sind Kinder mit geistiger Behinderung und autistische Kinder, die sich auf die Bretter, an die Rampen und Halfpipes hier unter der Friedensbrücke herantrauen. Mit anderen Worten: an eine Sportart, die enorme Körperbeherrschung und viel Geschicklichkeit verlangt.

Den eigenen Körper spüren

Die Idee für einen inklusiven Skateboard-Workshop stammt von Sebastian Schulz. Der hat an der FH Frankfurt "Soziale Arbeit" studiert und leistet gerade sein Anerkennungsjahr bei der Lebenshilfe Frankfurt. Vor allem aber skatet er selbst seit 13 Jahren – und ist überzeugt davon, dass jedes Kind das Skaten lernen kann. Oder zumindest beim Skaten ganz viel lernen kann. Denn: "Beim Skaten entwickeln die Kinder ein gutes Körpergefühl. Um in Bewegung zu kommen, musst du aktiv deinen Körper einsetzen." Man spürt den eigenen Körper, viel mehr vielleicht als bei der Krankengymnastik, wo Übungen häufig "mit" einem gemacht werden.

Sich trauen loszulassen

Helm auf, Ellbogen- und Knieschützer an, Rollen an die Bretter schrauben (eine kleine motorische Aufgabe zum Start, die Schulz eingebaut hat ...), dann geht es los: Jedes Kind eignet sich das Brett auf seine Weise an. Im Team mit einem Skateboard-Lehrer oder einem Betreuer – bis es sich traut loszulassen. Der eine kippelt darauf herum; ein anderer hockt sich aufs Brett, um die Rampe runter zu rollen; ein Mädchen lässt sich ziehen. Schulz hält Noel fest an den Armen, läuft neben ihm die Rampe herunter, geht mit ihm in die Knie, damit der Junge nicht in Rückenlage gerät. "Alleine hätte er sich nicht getraut – aber mit Hilfe schafft er es!" Beim nächsten Mal alleine ...
Auch das zeichnet das Skaten aus, findet Schulz: "Die Kinder haben schnell Erfolgserlebnisse." Für Noel ist es, dass er die Rampe nimmt; Gianluca freut sich, dass er auf dem Brett das Gleichgewicht halten kann – und ein größerer Junge schafft schon einen kleinen Sprung.

Unterstützung von Profis

Weil Sebastian Schulz gute Kontakte in die Frankfurter Skater-Szene hat, konnte er ein Skate- und Snowboard-Geschäft für seine Idee gewinnen. "Railslide" stellte an zwei Vormittagen in den hessischen Sommerferien kostenlos Skateboards und Schutzausrüstung zur Verfügung und schickte ein paar erfahrene Skater aus der "Railslide Family" zur Unterstützung. Nach den Ferien wollen die Lebenshilfe und "Railslide" mit den Workshops für Kinder mit und ohne Behinderung weitermachen. Sofern sich ein Sponsor findet ...


Linktipps:
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