Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Sex and the wheelchair

Die meisten Leser werden die Erfolgsserie "Sex and the City" kennen und auch eine der Hauptfiguren: die blonde selbstbewusste Samantha, die reihenweise attraktive Männer abschleppt. Setzen wir Samantha nun einmal gedanklich in einen Rollstuhl – „"funktioniert" die Rolle noch? Wäre das glaubhaft? Eine behinderte Frau, die Spaß an unverbindlichem Sex hat und die ihn auch noch mit zahlreichen attraktiven Männern praktiziert?

Die meisten Menschen werden aus verschiedenen Gründen mit "nein" antworten: Weil eine behinderte Frau nicht erotisch sein kann. Weil sie geschlechtslos ist und kein Interesse an Sex hat. Weil die attraktiven Männer doch genauso gut eine nicht-behinderte Frau haben können, mit der alles viel einfacher sein würde. Und aus 1000 weiteren Gründen.

Soweit das allgemeine Bild in der Gesellschaft. Würde also eine Samantha im Rollstuhl und Minikleid, mit tiefem Dekollete und aufreizendem Make up, nur mitleidige und verlegene Blicke auf sich ziehen, wenn sie einen attraktiven Mann anspricht und ihm eindeutige Avancen macht? Eher nicht. Zum einen sind Männer nicht besonders wählerisch wenn sie unverbindlichen Sex mit einer attraktiven Frau offeriert bekommen (die männlichen Leser mögen mir bitte das stark verallgemeinerte Männerbild verzeihen), zum anderen übt die Kombination von konventioneller Schönheit und dem scheinbar so unvereinbaren körperlichem Handicap auf viele Männer einen besonderen Reiz aus: In einer soweit wie nur denkbar standardisierten Welt ist es manchmal gar nicht so ungünstig, sich abzuheben…

Soviel zur männlichen Seite - wie aber sieht es mit der behinderten Frau selbst aus? Kann sie Interesse an reinem Sex haben? Die Eltern behinderter Kinder erschreckt es mit Einsetzen der Pubertät oft, dass dem in der Tat so ist - und warum sollte es anders sein? Die hormonelle Entwicklung ist in den seltensten Fällen von einem körperlichen Handicap beeinträchtigt und daraus folgt natürlicherweise das Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Sexualität, das seine Kanäle sucht.

Zugegeben: Nicht jede behinderte Frau wird Interesse an One-Night-Stands haben und ganz sicher werden die wenigsten ihre Sexualität so unverblümt ausleben wie die Samantha aus Sex and the City. Aber Behinderung und Sexualität schließen sich definitiv auch nicht aus, sondern haben eine gewisse Schnittmenge, die je nach Individuum mal größer und mal kleiner ausfällt.

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?