Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Potenziale nutzen – mit Aktionsplänen

 

Unter dem Motto "Auf dem Weg zur Inklusion: Potenziale von Arbeitnehmern mit Behinderung nutzen" findet am 9. Oktober 2013 in Bonn eine Fachtagung zu Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention statt. Veranstalter ist das Projekt "Digital informiert – im Job integriert" (Di-Ji). Im Vorfeld erläutert Rainer Wallbruch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut Technologie und Behinderung, den Sinn und Zweck solcher unternehmerischer Aktionspläne.

Was ist ein Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Unternehmen?

Rainer Wallbruch: Die UN-Behindertenrechtskonvention stellt eine Menge Anforderungen, auch in Bezug darauf, was sich in der Arbeitswelt ändern muss. Daraus ergibt sich aber kein Rechtsanspruch. Hier setzen die Aktionspläne an. Sie sollen verbindlich ermöglichen, dass Arbeitnehmer mit Behinderung Arbeitsmarkt ihre Qualifikationen einbringen können. Aktionspläne können weiter gehen als Integrationsvereinbarungen in Unternehmen, bei denen auf der Grundlage des Sozialgesetzbuchs IX gemeinsam mit den Schwerbehindertenvertretungen beschlossen wird, was sich in der Firma in Bezug auf Menschen mit Behinderung tun muss. Aktionspläne können darüber hinaus auch die Kunden und die Kommunikation mit den Kunden einbeziehen. Aktionspläne müssen individuell auf jedes Unternehmen zugeschnitten werden, aber üblicherweise enthalten sie zum Beispiel Vereinbarungen zu Barrierefreiheit in den Bereichen Arbeit, (Aus-)Bildung, Mobilität, bebaute Umgebung, Arbeitsplatzgestaltung und Kommunikation nach innen und außen. Die Entwicklung von Aktionsplänen sollte im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention von Menschen mit Behinderung – also in der Regel von der Schwerbehindertenvertretung – ausgehen und im Dialog mit der Geschäftsführung und verschiedenen Fachabteilungen beschlossen und umgesetzt werden.

Was hat ein Unternehmen davon, solche Pläne aufzustellen?
Zunächst einmal hat das durchaus eine gewisse Außenwirkung und trägt zum Imagegewinn bei. Außerdem geht der Wirtschaft ein ungeheures Potenzial verloren, wenn nicht alle ihre Arbeitskraft und ihre Fähigkeiten voll einbringen können. Wenn man zum Beispiel Internetshops oder den Telefon- und E-Mail-Kontakt nach außen barrierefrei gestaltet, gewinnt man zudem neue Kundengruppen hinzu.

Gibt es bereits gute Beispiele für gelungene Aktionspläne in Unternehmen?
Im Bereich öffentlicher Institutionen haben der Bund und die Länder und auch einzelne Kommunen solche Pläne aufgestellt. Informationen dazu findet man u. a. auf der Internetplattform gemeinsam-einfach-machen.de. Aus dem Bereich der Privatwirtschaft wird oft das Unternehmen Boehringer Ingelheim genannt. Aber auch die Daimler AG hat bereits einen beispielhaften Aktionsplan aufgestellt – und das schon lange, bevor das Thema in der allgemeinen Diskussion war. Um den Austausch solcher guten Beispiele, aber auch um Möglichkeiten, die Verbindlichkeit von Aktionsplänen festzuschreiben, wird es bei unserer Tagung am 9. Oktober in Bonn gehen.

Ab welcher Größe eines Unternehmens ist ein Aktionsplan empfehlenswert?
Diskutiert werden oft Beispiele aus mittleren und größeren Unternehmen ab 50 Mitarbeitern, aber im Grunde können alle, auch die kleineren, davon profitieren, wenn man Inklusion als wichtige Aufgabe im Geschäftsplan verankert und umsetzt.


Linktipps:
Mehr Infos zur Fachtagung zu Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
Das Projekt "Digital informiert – im Job integriert" (Di-Ji)
Beruf inklusiv: Fester Job im Hotel. Ein Blogbeitrag von Heiko Kunert über ein Netzwerk zur Eingliederung von Menschen mit Behinderung in der Ersten Arbeitsmarkt
Fachkräftemangel als Chance für Menschen mit Behinderung? Ein Blogbeitrag von Eva Keller über die Chancen von Menschen mit Behinderung im Handwerk
Berührungsängste abbauen. Ein Blogbeitrag von Carina Kühne über die Arbeit von Menschen mit Behinderung in Inklusionsbetrieben
KOSmos: "Ein Schritt in die richtige Richtung". Ein Blogbeitrag von Heiko Kunert über ein Hamburger Projekt, das Menschen mit Behinderung bei der Jobsuche unterstützt

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