Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Paralympics oder Olympia?

Alhassane Baldé ist Sportler durch und durch. Sein Sportgerät ist ein Rennrollstuhl, vergleichbar mit den High-Tech-Rennrädern der Tour de France. Ulrich Steilen hat ihn getroffen und berichtet, wie Alhassane seinen 30-Stunden Job, seine Tätigkeit als Motivationstrainer und 10 bis 12 Trainingseinheiten pro Woche unter den Hut bekommt.

Gestern habe ich zum ersten Mal einen echten Europameister kennengelernt. Alhassane Baldé war 2003 Junioren-Europameister, 2006 Junior Sportler des Jahres in Deutschland und hat 2004 an den Paralympics in Athen und 2008 in Peking teilgenommen. Sein Sportgerät ist ein Rennrollstuhl, vergleichbar mit den High-Tech-Rennrädern der Tour de France Radrennprofis - leicht, schnell, teuer. Mit den vierrädrigen Alltagsrollstühlen hat Alhassanes Rennrollstuhl ungefähr so wenig gemeinsam wie ein Formel-1-Wagen mit meinem rostigen VW-Bus.

Alhassane, der 1989 als 4-Jähriger aus dem westafrikanischen Guinea nach Deutschland kam, hat Benzin im Blut: Neben seinem 30-Stunden Job und einer selbstständigen Tätigkeit als Motivationstrainer absolviert er 10 bis 12 Trainingseinheiten pro Woche - und eine feste Freundin hat er obendrein.

London 2012

Zurzeit trainiert Alhassane, um 2012 bei den Paralympics in London wieder an den Start gehen bzw. rollen zu können. "Was spricht eigentlich dagegen, dass Rennrollstuhlfahrer bei den Olympischen Spielen starten?", habe ich ihn gefragt. Radrennfahrer sind schließlich auch dabei und Oscar Pistorius, der 400-Meter-Läufer auf Prothesen darf auch auf die olympische Tartanbahn. "Hinsichtlich der intensiven Vorbereitung, dem professionellen Umfeld gibt es bei uns fast keinen Unterschied zu den olympischen Athleten", hat mir Alhassane geantwortet. "Und es wird sicherlich eine Diskussion über die Zukunft der Olympischen und der Paralympischen Spiele geben. Momentan stehen hinter den beiden Events aber noch zwei verschiedene Philosophien: die Olympischen Spiele sind kommerzialisiert und professionalisiert, die Paralympics bewegen sich auch in diese Richtung, aber sie haben sich den olympischen Gedanken, nämlich die Freude am Sport, bewahrt. Und deshalb ist es ganz gut, dass es die Paralympics noch gibt." Dass die Paralympics aber irgendwann an die Olympischen Spiele "andocken", kann er sich schon vorstellen.

Neben dem Sport und dem Ziel London 2012, begeistert Alhassane momentan besonders seine Arbeit als Motivationstrainer. "Ich habe als behinderter Mensch mit Migrationshintergrund im Rollstuhl Erfahrungen gesammelt, die mich früh haben reifen lassen", sagt er von sich selbst. Diese Erfahrungen, gepaart mit Ehrgeiz, Entschlossenheit, Disziplin, die er als Leistungssportler gelernt hat, gibt er als Trainer weiter - an Menschen mit und ohne Behinderung.

Wer mehr über Alhassane Baldés spannende Lebensgeschichte erfahren und wirklich Interessantes über seinen Sport und die Paralympische Bewegung lesen möchte, der sollte seine Homepage besuchen.

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