Inklusion, Aktion Mensch-Blog

„Ohne Extrawurst in der Schlange stehen“

Experten antworten im Rahmen der Mitmach-Aktion „FrageZeichen“

Mitmach-Aktion "FrageZeichen": Direkt an die Experten Aktion Mensch

„Inklusion – wer hat sich denn das Wort bloß wieder ausgedacht?“ „Wie viel Rock `n` Roll geht mit Behinderung?“ „Kommt man auch mit Gehhilfe die Karriereleiter hoch?“
Inklusion wirft viele Fragen auf. Und: Inklusion braucht Fragen, um als Prozess gesellschaftlicher Veränderung gelingen zu können. „FrageZeichen“ heißt deshalb die aktuelle Mitmach-Aktion der Aktion Mensch. Besucher der Internetseite sind aufgefordert, ihre Frage zur Inklusion stellen. Oder auch einen Kommentar zu den Fragen anderer abzugeben.

Jetzt bietet „FrageZeichen“ eine weitere Möglichkeit, sich in die Inklusionsdebatte einzuschalten: Die eigenen Fragen können direkt an Experten weitergeleiten werden. Zum Beispiel an Guildo Horn. Oder an Hubert Hüppe, den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Wir möchten den Expertenkreis an dieser Stelle kurz vorstellen. Jeweils mit einem Kurzportrait und einem Statement zur Inklusion.

Hubert Hüppe

Hubert Hüppe, Jahrgang 1956, ist Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2009 hat er das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen inne.

"Inklusion bedeutet für mich, dass Menschen mit und ohne Behinderungen leben können, wie und wo sie wollen. Behinderte Menschen bekommen die Unterstützung, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Sonderwelten werden abgebaut, gleichberechtigte Teilhabe in Schule, Beruf und Alltagsleben ist eine Selbstverständlichkeit.“

Guildo Horn

... kennt (fast) jeder. Was man vielleicht nicht weiß: Guildo Horn absolvierte nach dem Abitur ein soziale Jahr in einer Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung in Trier, studierte Pädagogik und arbeitete nach dem Diplom als Musiktherapeut. Ab 2006 moderierte Horn die TV-Sendung „Guildo und seine Gäste“. Im Mittelpunkt der Talkshow standen Menschen mit geistiger Behinderung.

"Inklusion ist für mich etwas Selbstverständliches. Nicht, weil ich so ein Gutmensch bin, sondern weil man von allen Menschen auf diesem Planeten etwas lernen kann. Da bin ich ganz egoistisch. Warum sollte man da eine Bevölkerungsgruppe ausgrenzen, von der man sich auch etwas abgucken kann?“

Petra Strack

Petra Strack ist Wirtschaftspsychologin und seit Januar 2013 Personalleiterin bei der Aktion Mensch. Aufgrund einer angeborenen Körperbehinderung (Spinale Muskelatrophie) sitzt sie im Rollstuhl und lebt mit persönlicher Assistenz.

"Im Hinblick auf Inklusion gibt es noch viele offene Fragen. Das merke ich immer wieder am Erstaunen von neuen Bekannten, wenn ich ihnen von meinem verantwortungsvollen Job als Personalleiterin erzähle. Denn die Vorstellung, dass ein schwerbehinderter Mensch (berufliche) Höchstleistungen vollbringen und ein wertvolles Mitglied eines Unternehmens sein kann, ist den meisten Menschen noch sehr fremd.“

Ursula Fuss

Ursula Fuss, 54, ist freie Architektin und unterhält in Frankfurt am Main ein Architekturbüro. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört die Planung und Entwicklung barrierefreier Gebäude. Außerdem unterrichtet sie an der Uni Darmstadt Studenten zu diesem Thema. Seit einem Unfall 1993 ist sie querschnittsgelähmt.

"Inklusion bedeutet für mich, miteinander Neues und Spannendes zu entdecken. Dabei entstehen immer Fragen, die wir lernen müssen zu stellen. Unser Leben besteht grundsätzlich aus Fragen, und die sollten alle ehrlich beantwortet werden.“

Jürgen Nimptsch

Jürgen Nimptsch, Jahrgang 1954, ist seit 2009 Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn. Zuvor war der studierte Germanist und Sportwissenschaftler fast drei Jahrzehnte im Schuldienst aktiv. Zuletzt als Schulleiter der Integrierten Gesamtschule in Bonn-Beuel, die in der Region als Modellschule für soziales Miteinander gilt.

Inklusion: „Als ehemaliger Schulleiter einer inklusiv arbeitenden Schule und als Oberbürgermeister einer Stadt, die stolz darauf ist, die höchste Inklusionsquote in NRW zu haben, ist es mir ein zentrales Anliegen, mich für eine chancengerechte gesellschaftliche Teilhabe aller Bürgerrinnen und Bürger stark zu machen. Dabei soll jeder Mensch in seiner Einmaligkeit wahrgenommen und unterstützt werden.“

Carina Kühne

Carina Kühne wurde 1985 in Westberlin mit dem Down-Syndrom geboren. Sie fühle sich nicht behindert, sagt sie, werde aber behindert. Als Kind hatte sie das Glück, einen Regelkindergarten und die Regelschule zu besuchen. Sie arbeitet in einem CAP Supermarkt und schreibt privat ein eigenes Blog.

Inklusion: „Ich wünsche mir ein Lebensrecht für alle, viel mehr Aufklärung, Toleranz und wirkliche Gleichberechtigung. Vielleicht kann ich helfen, die Barrieren in unseren Köpfen abzubauen, und zeigen, dass auch Menschen mit Behinderung gerne leben.“

Raúl Krauthausen

Raúl Krauthausen, 33, wurde in Peru geboren und lebt seit seinem ersten Lebensjahr in Deutschland. Er hat „Osteogenesis imperfekta“, sogenannte Glasknochen, und sitzt im Rollstuhl. Mit seinem gemeinnützigen Verein „Sozialhelden e.V.“ machen er und sein Team auf Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam und entwickeln Lösungen.

"Inklusion heißt für mich, auch mal den Bus zu verpassen, in einer langen Schlange stehen, weil es keine Extrawurst gibt, und beklaut zu werden, weil das in Großstädten eben vorkommt.“

Heiko Kunert

Heiko Kunert, Jahrgang 1976, ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Er ist mit sieben Jahren vollständig erblindet. In seiner Freizeit spielt der Diplom-Politologe Theater in einem Ensemble aus blinden, sehbehinderten und sehenden Schauspielern. Er liebt Literatur, das Meer und Reisen.

"Inklusion bedeutet für mich, dass mich meine Umwelt nicht über meine Blindheit definiert, sondern den ganzen Menschen in mir sieht.“


Mitmachen: Hier geht's direkt zur Aktion „FrageZeichen“

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