Inklusion, Aktion Mensch-Blog

„Offenheit für alle Wege“

Verena Bentele ist noch ein bisschen geschlaucht. Vor rund einer Woche hat sie in Südafrika für den Olympiastandort München geworben und am 10. Juli am Ironman-Triathlon in Roth teilgenommen. Die Biathletin und Weltklassesportlerin über Tiefen in Afrika und Höhen in Mittelfranken.

Als Botschafterin haben Sie in Durban für München geworben. Nun hat sich das Internationale Olympiakomitee für Südkorea ausgesprochen. Sind Sie sehr enttäuscht?
Ziemlich. Wir hatten ein so überzeugendes, vor allem nachhaltiges Konzept und viel Mühe, Zeit und Arbeit investiert. Vor allem die Paralympics hatten bei unseren Überlegungen einen hohen Stellenwert. Das wär's wirklich gewesen.

Bei Katharina Witt hat die Entscheidung für Tränen gesorgt. Bei Ihnen auch?
Ja, ich habe richtig geweint und musste mich trösten lassen. Trotzdem war die Arbeit in Durban etwas ganz Besonderes für mich.

Warum?
Als offizielle Botschafterinnen haben Maria Riesch und ich auf der Bühne gestanden und aus Athletensicht das Konzept präsentiert. Es war ein tolles Gefühl, vor der internationalen Weltsportpresse für München und den olympischen Gedanken zu werben. Sehr ergreifend...

Und parallel haben Sie für den Ironman in Roth trainiert?
Ja, aber ehrlich gesagt, leider etwas wenig. Ich bin in den Fitnessraum gegangen oder war am Strand joggen. Mehr war nicht drin.

Haben Sie denn alle drei Disziplinen gemacht, also 3,8 Kilometer Schwimmen, 42,25 Kilometer Laufen und 180 Kilometer Radfahren?
Nein. Wir sind als Staffel angetreten. Mein Bruder, der auch blind ist, hat den Marathon übernommen; eine Freundin ist geschwommen und ich bin mit einem Freund die Strecke per Tandem gefahren.

Gibt es beim Ironman eine Klasse, die Sportler mit Behinderung berücksichtigt?
Nein, es gibt nur die normale Wertung und das ist absolut ok.

Ein gutes Beispiel für Inklusion?
Auf jeden Fall! Beim Ironman kommt es darauf an, dabei zu sein und Spaß zu haben. Die Zeit spielt, zumindest für mich, eine untergeordnete Rolle.

Finden Sie, dass das Thema Inklusion das Zwischenmenschliche möglicherweise verkompliziert und letztlich doch wieder zwei Welten aufmacht?
Das sollte nicht passieren. Es kommt vor allem darauf an, dass viel über Inklusion geredet wird und natürlich, dass auch viele Projekte in die Tat umgesetzt werden. Das Thema Inklusion in einen wissenschaftlichen Zusammenhang zu stellen ist wichtig. Beispielsweise würde sich die Schulpolitik nicht weiterentwickeln, wenn es die wissenschaftlichen Grundlagen nicht gäbe.

Sie sind also eine strenge Verfechterin des Inklusionsgedankens?
Ich finde Inklusion positiv und gut. Allerdings sollte es eine Offenheit in beide Richtungen geben. Wenn beispielsweise Eltern und Kinder entscheiden, dass das Kind auf einer Förderschule besser aufgehoben ist, dann sollten sie auch diese Möglichkeit haben. Inklusion funktioniert meiner Meinung nur dann, wenn alle Wege offen stehen.

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