Freiwilliges Engagement

Neue Heimat – Paten helfen beim Ankommen 

Fußballtraining und ein Pate mit viel Zeit – das ist das Erfolgsrezept des Berliner Projekts „Heimspiel“. 30 Mädchen aus Flüchtlingsfamilien machen mit, so wie die 12-jährige Samira. Sie ist seit einem Jahr in Deutschland und ihre Patin Fatemeh weiß genau, wie sich das anfühlt. 

Bild: Symbolfoto CC BY 2.0 / KG Sand Soccer / Flickr

Freitag, 14 Uhr, in einer Turnhalle in Berlin-Reinickendorf. Ein knappes Dutzend Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren sitzt erwartungsvoll in einem Kreis. Wie jede Woche geht es hier nur um eines: Fußball spielen.  

Mit dabei sind Samira und Asiel, die eine Willkommensklasse ganz in der Nähe besuchen. Asiel ist offen und kommunikativ, Samira ist eher schüchtern. Beide sind beste Freundinnen und verbringen jede freie Minute zusammen. Die 12-Jährigen können es kaum erwarten, dass das Training beginnt. Sie erzählen: „Seit ein paar Wochen kommen wir regelmäßig, weil es einfach Spaß macht. Heute haben wir jeder ein Vereinstrikot bekommen.“ 

Unterwegs mit den Paten 

Der wöchentliche Fußballtreff ist Teil des Patenschaftsprogramms „Heimspiel“, das der Berliner Verein Kein Abseits! organisiert. Neben dem Training treffen sich die beiden Mädchen regelmäßig mit ihren Patinnen, den Schwestern Fatemeh und Khadijeh. Im Vierer-Pack gehen sie bowlen, Schlittschuhlaufen oder auch mal ins Musical. Die 28-jährige Fatemeh beschreibt das so: „Wir sind jetzt seit Herbst ein Gespann und lernen uns immer besser kennen. Das funktioniert vor allem über unsere gemeinsamen Unternehmungen. Manchmal bricht auch ein Scherz, ein kleines Spiel oder einfach eine Umarmung das Eis.“ 

Inzwischen steigt die Lautstärke in der Sporthalle. Zum Aufwärmen spielen die Mädchen fangen, dann kommen Stretching und Dribbel-Training. Alle sind hochkonzentriert und haben jede Menge kleine Erfolgserlebnisse. Samira ist vorne mit dabei, rennt und kämpft um jeden Ball. Vor knapp zwei Jahren ist sie aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland gekommen und lebt mit ihren Eltern und sieben Geschwistern in einer Flüchtlingsunterkunft. Mit Fatemeh hat die zurückhaltende Samira die Möglichkeit, aus der engen Unterkunft herauszukommen, dann geht es mal nur um sie.  

Eine ähnliche Geschichte 

Aktuell kümmern sich noch 30 weitere Paten um Kinder aus Flüchtlingsfamilien in dem Bezirk. Einige der Engagierten sind wie Fatemeh und Khadijeh selbst Zuwanderer. Sie kamen vor 25 Jahren aus dem Iran nach Deutschland. Für beide ist es nicht das erste Engagement: Sie sind im Schwimmverein aktiv, waren beim Bund Deutscher Pfadfinderinnen und engagierten sich in Jugendzentren. Beide kennen die Situation, wenn man in ein Land kommt und alles erst einmal neu ist. Fatemeh erinnert sich: „Wir haben vor allem von Freunden gelernt, wie die Dinge hier funktionieren. Jetzt kann ich dabei helfen, Samira eine Perspektive zu geben.“  

Kurz vor Abpfiff versenkt Samira noch einen Ball im Netz und lächelt danach fast verlegen. Dann greifen alle zu ihren Trinkflaschen, die Gesichter sind rot und strahlen glücklich. Alle Spielerinnen versammeln sich im Kreis und wählen die besten Spielerinnen des Trainings. Diesmal gehört auch Samira dazu.  

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dieses selbstverständliche Miteinander erreichen wir nur, wenn sich möglichst viele Menschen für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und sie mitgestalten – zum Beispiel durch freiwilliges Engagement. Die Aktion Mensch bietet mit ihrer Freiwilligen-Datenbank einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten: Menschen mit und ohne Behinderung können aus mehr als 13.000 Angeboten  das passende Engagement auswählen. 
 
Weitere Ideen für inklusives Engagement finden Sie in der Freiwilligen-Datenbank.


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Uschi Franke

Besonders freut mich an dieser Geschichte, daß hier Mädchen unterstützt werden. Mädchen sind weltweit benachteiligt, auch durch die patriarchalischen und religiösen Wertevorstellungen in den Herkunftsländern. Ich wünsche den beiden hier in Deutschland das Beste und viel Glück, denn sie haben hier eine gute Chance.

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