Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Mittendrin statt Sonderling

Für den Kölner Elternverein "mittendrin e. V." ist Inklusion keine leere Worthülse, sondern ein Menschenrecht. Die Eltern setzen sich dafür ein, dass Kinder mit Behinderung an Regelschulen unterrichtet werden. Gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung. Die Beratungsstelle des Vereins ist Anlaufpunkt für Eltern aus dem gesamten Bundesgebiet.

An deutschen Schulen wird klassifiziert, getrennt und ausgesondert. Besonders in den Förderschulen, die noch vor kurzem Sonderschulen hießen. Die Vorsitzende von "mittendrin e. V.", Eva-Maria Thoms, spricht deshalb von einer "eingefahrenen Selbstverständlichkeit, mit der hierzulande Kinder wegen einer Behinderung in Sonderschulen verfrachtet werden". Die Kultusministerkonferenz unterscheidet neun Förderschwerpunkte, unter anderem "Geistige Entwicklung", "Hören", "Sehen" sowie "Körperliche und motorische Entwicklung". Sind die Schülerinnen und Schüler erst einmal einem Förderschultyp zugeordnet, bleiben die meisten von ihnen für die gesamte Schulzeit auf dieser Schule. Aus inklusiver Sicht eine Sackgasse. Insgesamt gehen deutschlandweit nur 20 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf in eine Regelschule. Zum Vergleich: Im europäischen Durchschnitt besuchen inzwischen 80 Prozent der Kinder mit Behinderung die Regelschule, und nur 20 Prozent die Förderschule.

Eine Schule für Alle

Diesen Missstand möchte "mittendrin e. V." ändern. Seit 2006 engagiert sich der Elternverein für den inklusiven Unterricht. Er berät Eltern und begleitet sie zu Gesprächen mit Lehrern und Schulämtern. Er bietet Infomaterial und Fortbildungen für Lehrer zum Thema "inklusiver Unterricht" an und hat bereits zwei Kongresse mit dem Titel "Eine Schule für Alle" ausgerichtet. Außerdem unterhält "mittendrin e. V." eine Beratungsstelle in Köln und betreibt die Webseite "Eine Schule für Alle". Die Kölner Elternberatung leitet Wolfgang Blaschke. Blaschke ist Diplom-Pädagoge und hat den Elternverein mitgegründet. "Sondereinrichtungen fördern keine gesellschaftlich Teilhabe, da man unter sich bleibt und den Umgang mit Vielfalt nicht lernen kann", sagt er.

Behütete Umgebung Förderschule?

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich auch Deutschland zur Schaffung eines inklusiven Bildungssystems verpflichtet. Die Vereinten Nationen sehen vor, dass darin 90 Prozent aller Kinder mit Behinderung eine allgemeine Schule besuchen. Gilt das nur auf dem Papier?
"Mittendrin e. V." wehrt sich gegen die Meinung, "unsere behinderten Kinder seien in der behütenden Umgebung der Förderschulen doch gut aufgehoben". "Sie sind es nicht", heißt es auf der Webseite des Vereins. Und weiter: "Wann soll Integration gelernt werden - wenn nicht in der Schulzeit?"

Weitere Informationen:
Elternberatung beim "mittendrin e. V." unter Telefon 0221 - 61 42 49 oder per E-Mail mittendrinev@netcologne.de

Mehr Infos im Internet:
Video "Superhelden" des "mittendrin e. V." auf YouTube
Die Aktion Mensch bietet für Lehrer und Schüler kostenlose Unterrichtsmaterialien zum Thema "Inklusion in der Schule" an
Inklusionskampagne der Aktion Mensch: Handlungsfeld Bildung
Familienratgeber: Integration in einer Regelschule
Wegweiser für Eltern zum Gemeinsamen Unterricht, ausgearbeitet von der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen e. V.

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