Freiwilliges Engagement

Mit wenig Zeit viel bewegen – die Sporadis in Augsburg

In Augsburg können sich Freiwillige auch einmalig für wenige Stunden engagieren. Die „Sporadis“ übernehmen inzwischen immer mehr Aufgaben in der ganzen Stadt. Das Freiwilligen Zentrum Augsburg hat die Truppe organisiert. Sein Geschäftsführer Wolfgang Krell erklärt, wie das Modell funktioniert.

"Sporadis" helfen beim Catering für ein Benefizkonzert Foto: FZ Augsburg

Aktion Mensch: Wie kam es dazu, dass das Freiwilligen Zentrum Augsburg ins Kurzzeit-Engagement eingestiegen ist?

Wolfgang Krell: Wir hatten bereits eine Gruppe von Freiwilligen, die sich bereit erklärt hatte: ‚Wenn ihr etwas habt, ruft uns an, wir gucken dann spontan, ob wir Zeit haben.‘ Das war gut gemeint, wir haben dann aber gemerkt: Der Aufwand, alle Freiwilligen abzutelefonieren, ist ziemlich hoch. Zudem fiel es etlichen schwer, nein zu sagen, wenn sie eigentlich nicht konnten oder wollten. Das System war aufwendig und für alle Seiten nicht besonders zufriedenstellend.

Aktion Mensch: Was haben Sie dann anders gemacht?

Wolfgang Krell: Inzwischen hat sich ein etwas anderes System eingespielt. Wir fragen ab, ob ein Freiwilliger prinzipiell Interesse an Einmal-Einsätzen hat. Die E-Mail-Adressen der Interessierten kommen dann in einen Verteiler. Einrichtungen bieten wir an: Wenn ihr gerade einen besonderen Bedarf habt, z.B. für eine Veranstaltung, dann schicken wir das Angebot an unseren Verteiler. Wer Lust hat, meldet sich bei uns zurück und wir geben den Kontakt an die Einrichtung weiter. Alle anderen brauchen gar nichts tun – eben auch nicht absagen. Wir haben den Vorteil, dass unser Pool ausreichend groß ist, sodass sich immer genügend Freiwillige finden. 60-70 Aktive stehen bei uns auf der Liste. Bei uns im FZ Augsburg werden die Sporadis auch von einer Freiwilligen organisiert.

Aktion Mensch: Was für Tätigkeiten werden da angeboten?

Wolfgang Krell: Das kann beispielsweise ein Seniorenzentrum sein, das einen Ausflug in den Zoo plant. Zehn Rollstuhlfahrer gehören zur Gruppen, mit den eigenen Mitarbeitern können aber nur vier von ihnen bewegt werden. Dann werden sechs Freiwillige gesucht, die das Team für einen Tag unterstützen können. Das Angebot schicken wir dann über unseren Mail-Verteiler. Die Interessierten melden sich bei uns im FZ Augsburg zurück, und wir geben die Liste dieser Freiwilligen ans Seniorenzentrum weiter. Von dort aus wird dann alles weitere abgesprochen. Etliche Freiwillige haben auch schon bei Ausstellungen als Aufsicht geholfen oder bei der Langen Nacht der Kirchen. Als unser Förderverein ein Benefizkonzert organisiert hat, haben die Sporadis beim Catering geholfen und 250 Teller mit Tapas vorbereitet.

Aktion Mensch: Gibt es so etwas wie einen typischen Sporadi?

Wolfgang Krell: Eigentlich nicht. Altersmäßig sind allerdings viele von ihnen im Bereich 50+. Davon abgesehen ist es eine bunt gemischte Gruppe. Einige von ihnen engagieren sich in ganz vielen Bereichen – auch regelmäßig, andere konzentrieren sich auf die Kurzzeit-Engagements. Insgesamt sind es sehr interessierte und offene Menschen. Viele erzählen, dass sie die unterschiedlichen Aufgaben spannend finden. Und sie haben Spaß daran, neue Menschen kennenzulernen. Sie interessieren sich für die Dinge, die in der Stadt stattfinden, und sind im besten Sinne engagiert.
Uns ist wichtig: Dass man sich auch mit wenig Zeit sinnvoll engagieren kann – auch wenn es nur vier Stunden im Monat sind! Nicht jeder will zu einer festen Zeit an einem festen Wochentag aktiv werden. Bei den Sporadis bleibt man flexibel, das schätzen viele.

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?