Aktion Mensch-Blog

Mit dem Tandem Richtung inklusive Arbeitswelt

Vom 21. bis zum 23. September radeln viele Engagierte auf eTandems von Nürnberg bis München – mit dem Ziel, Inklusion im Berufsumfeld voranzutreiben. Unsere Autorin Katharina Hovestädt ist ein Stückchen mitgefahren.

Die Teilnehmer der MyHandicap-TandemTour bei schönem Wetter auf den Straßen Bayerns

Aktion Mensch / Kolja Matzke

Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit. Man könnte also sagen, ich bin ganz geübt auf Rädern – eine Fahrt auf einem Tandem, das noch dazu einen elektronischen Zusatzanschub hat, kann da doch gar kein Problem sein. Und doch ist es ein ziemlich merkwürdiges Gefühl, hinter einer Person, die ich überhaupt nicht kenne, auf ein Tandem zu steigen. Denn ich muss dieser Person vertrauen. Hinten habe ich keine Schaltung, keine Lenkung und keine Bremse. Keine Kontrolle. Die Kontrolle hat Carolin: eine junge Frau, blond, gerade kennengelernt, sitzt als Pilotin vor mir. Aber nach ein paar wackligen Metern klappt unser Zusammenspiel schon wunderbar. Aus dem mulmigen Gefühl wird Entspannung und schließlich Spaß.

Gemeinsam unterwegs

Wir sind nicht das einzige Tandem-Team auf Nürnbergs Straßen. Vor und neben uns sind rund 20 andere Teilnehmer, die alle ein Ziel haben: Für Inklusion am Arbeitsplatz werben. Für ein selbstverständliches Miteinander. Unter anderem mit dabei sind die Profi-Sportlerinnen Anna Schaffelhuber, Christiane Reppe, Behindertenbeauftragte Verena Bentele und Aktion Mensch-Vorstand Armin v. Buttlar. MyHandicap hat diese Tour zusammen mit vielen Unterstützern geplant und umgesetzt. Auf dem Weg durch die Straßen und Feldwege Bayerns besuchen die Teilnehmer Stadtverwaltungen und Unternehmen, diskutieren zusammen mit ihnen über Inklusion und lassen sich die aktuelle Situation vor Ort zeigen.

Zwischenstopps in der Praxis

Heute sind wir im Rathaus Erlangen, dort werden wir mit Getränken und Brezeln begrüßt. Danach geht es weiter zu Siemens, die uns eine Führung durch eine Integrationsabteilung ihrer Werke geben. Schließlich besuchen wir noch die von der Aktion Mensch geförderte Access gGmbH. Sie hilft Menschen mit Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ein Überraschungsgast wartet dort auch noch auf uns: Aktivist Raul Krauthausen.

Perspektivenwechsel

Während der letzten Etappen tauschen Carolin und ich die Positionen. Jetzt sitze also ich vorne und habe die Kontrolle, kann schalten, lenken, bremsen. Doch auch diese Situation fühlt sich irgendwie komisch an. Es ist nicht nur Kontrolle, sondern auch Verantwortung für Carolin hinter mir, die mir schon längst nicht mehr so fremd erscheint. Nach ein paar Metern macht aber so das Fahren Spaß. „Man ist beim Tandem-Fahren zu zweit nicht nur schneller“, sagt der Gründer von MyHandicap, Joachim Schoss, „sondern man hat auch noch gemeinsam viel mehr Spaß!“ Das stimmt. Die Höchstgeschwindigkeit von Carolin und mir lag bei 38,5 km/h, und alle Teilnehmer der Tour haben fast die ganze Zeit gelächelt.

 

Linktipps:

Mehr zum Thema Inklusion am Arbeitsplatz bei der Aktion Mensch

Das „Inklusionsbarometer Arbeit 2014“ der Aktion Mensch (PDF, 3,6 MB)

Die Arbeitswelt von morgen. Ulrich Steilen über das Thema „Arbeitsleben und Unternehmensentwicklung“ beim Zukunftskongress „Inklusion 2025“

Der Fall – oder: Wenn man uns ließe! Anastasia Umrik über Hürden und Pauschalisierungen bei der Jobsuche

Beruf inklusiv: Fester Job im Hotel. Heiko Kunert über ein Netzwerk zur Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den Ersten Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel als Chance für Menschen mit Behinderung? Eva Keller über die Chancen von Menschen mit Behinderung im Handwerk

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