Mission: lachende Kindergesichter

Was tun, wenn sich Familien zurückziehen, weil sie ihre ganze Energie für die Pflege und Betreuung ihres Kindes brauchen? Die Elterninitiative Handicap Kidz aus Delbrück organisiert Spielfeste, Ausflüge mit der ganzen Familie oder eigene Schwimmzeiten im Hallenbad, um Familien zu mobilisieren und ihnen neue Kraft für den Alltag zu geben. 

Das Trikefahren gehört zu den beliebtesten Attraktionen des Spielfestes. Foto: Handicap Kidz

Zum Spielfest auf dem Abenteuerspielplatz am Nordring waren nicht weniger als 1.000 Besucher gekommen. Dort konnten sie mit einem Trike fahren, auf der Hüpfburg toben, Beach-Volleyball spielen, reiten, bei Feuerwehr-Aktionen mitmachen, sich schminken, auf die Torwand schießen… Der größte Renner bei den Kindern, die selbst laufen können: mit einem der Rollstühle, die ein Orthopädie-Fachhändler bereit gestellt hat, durch einen Hindernis-Parcours manövrieren. Dabei erfuhren sie, wie auch kleine Hürden ein echtes Problem werden können.

Immer mittendrin sein

Organisiert hat das Spielfest die Elterninitiative Handicap Kidz. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Eltern und ihre Kinder – mit und ohne Behinderung – zusammenzubringen. Die Engagierten locken Eltern, die ein Kind mit Behinderung haben, aus der Reserve, gerade wenn es wenig Gelegenheit, Energie oder Mittel für Freizeitaktivitäten gibt. Günter Korder ist einer der aktiven Eltern und erzählt: „Meine 11-jährige Tochter nehmen wir überall mit hin – ins Restaurant, zum Shoppen oder auch mal zur Arbeit. Sie hat viel Spaß daran, immer mittendrin zu sein und für uns ist das auch ganz normal. Viele andere Eltern haben diese Möglichkeit aber nicht. Wenn zum Beispiel der Pflegebedarf des Kindes hoch ist und man sich permanent am Limit bewegt, dann fallen solche Dinge einfach schwer.“

Mit wenig Geld viel bewegen

Um Eltern und Kinder aus den eigenen vier Wänden zu holen, lassen sich die Engagierten von Handicap Kidz einiges einfallen. Da ist z.B. ein sonntägliches Familien-Frühstück, bei dem der Austausch im Vordergrund steht: Wie gelingt es, dass dem Kind die Reha bewilligt wird? Wie finanziert man das therapeutische Reiten, das so gut tut? Und da sind die geschützten Badezeiten im Schwimmbad. Hier können sich Kinder mit einer Behinderung ganz entspannt auf neues Terrain wagen. Eine Mutter bekannte: „Seit 15 Jahren waren wir das erste Mal wieder schwimmen, da mein Kind in den normalen Badezeiten regelrecht untergeht.‘“ Aber auch Angebote im Jugendtreff und Aktionstage im Familienzentrum gehören zum Programm, das die Eltern mit unbürokratischer Unterstützung durch die Stadt auf die Beine stellen.

Oberstes Gebot bei allen Angeboten: Sie sind kostenlos und sprechen alle betroffenen Familien an. Da ist es gut, dass die Vertreter der Elterninitiative ein besonderes Talent dafür haben, auch ohne viel Geld einiges zu bewegen. Wenn etwas fehlt, hängt sich Günter Korder, der sein Geld als Geschäftsführer verdient, einfach ans Telefon. Weitere Mitstreiter, die die Vision der Initiative teilen, sind immer willkommen.  Günter Korder bringt es auf den Punkt: „Primäres Ziel sind lachende Kindergesichter!“

 

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dieses selbstverständliche Miteinander erreichen wir nur, wenn sich möglichst viele Menschen für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und sie mitgestalten – zum Beispiel durch freiwilliges Engagement. Die Aktion Mensch bietet mit ihrer Freiwilligen-Datenbank einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten: Menschen mit und ohne Behinderung können aus mehr als 16.000 Angeboten  das passende Engagement auswählen.



Weitere Ideen für inklusives Engagement finden Sie in der Freiwilligen-Datenbank.

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