Aktion Mensch-Blog

„Meine Mitarbeiterinnen unterstützen mich sehr“

von Ulrike Jansen

Schlagworte:
Arbeit

Der Aufschwung am Arbeitsmarkt geht an Menschen mit Behinderung vorbei. Zu diesem Ergebnis kam Prof. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute, am Montagabend beim Runden Tisch der Aktion Mensch zum Thema Arbeit. Der Ex-Wirtschaftsweise stellte in Düsseldorf das Inklusionsbarometer zur Situation am Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung vor rund 180 Vertretern aus Wirtschaft, Sozialverbänden und Politik vor.

Diskussionsrunde: „Arbeit hat zentrale Bedeutung“ Fotos: matzke-foto.de

„Arbeit hat zentrale Bedeutung für Menschen mit Behinderung“, sagt Prof. Bert Rürup. Dem konnten die meisten der zehn Teilnehmer der Diskussionsrunde an diesem Abend beipflichten. Das Berufsleben für Menschen mit Behinderung ist auf allen Ebenen aber immer noch kompliziert. Schon bei der Bewerbung können sie oft nicht mithalten, weil ihnen im Lebenslauf von Arbeitgebern erwartete Voraussetzungen oft fehlen: „Ein Auslandsaufenthalt ist eben nicht so einfach zu organisieren“, sagt Prof. Mathilde Niehaus von der Universität Köln. Deren Lehrstuhl hat für die Aktion Mensch eine Studie über die Berufschancen von Akademikern mit Behinderung durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass diese auf dem ersten Arbeitsmarkt viel weniger Berücksichtigung finden als ihre Mitbewerber ohne Behinderung. Diese Erfahrung hat Torsten Prenner vom Arbeitgeberservice für schwerbehinderte Akademiker auch gemacht: „In den vergangenen drei Jahren zeigen die Zahlen einen deutlichen Anstieg arbeitsloser Akademiker mit Behinderung.“

„Mehr Selbstbewusstsein für die eigenen Stärken.“

Eine Gegenmaßnahme ist in den Augen von Petra Strack, Personalleiterin bei der Aktion Mensch, der Abbau von Bürokratie. Doch auch der Bewerber müsse sich entsprechend positionieren. Sie fordert daher: „Mehr Selbstbewusstsein für die eigenen Stärken.“

Das Portal MyHandicap bringt im Ausland bereits diese Stärken von Bewerbern mit den Anforderungen von Unternehmen zusammen. „Wir interessieren uns nicht für die Behinderung, sondern für die Fähigkeiten der Menschen“, sagt Dr. Albert Frieder von der Universität St. Gallen, zu der diese Plattform gehört. Wer Angestellte mit Behinderung hat und ihren Kompetenzen nach einsetzt, wird keinen Leistungsunterschied zu den anderen Mitarbeitern feststellen. Aynur Boldaz, die vor zehn Jahren das Reinigungsunternehmen Forever Clean ins Leben rief und inzwischen viele Frauen mit Migrationshintergrund und geistiger Behinderung einstellt, fasst die positiven Auswirkungen eines inklusiv denkenden Firmenchefs zusammen: „Meine Mitarbeiterinnen unterstützen mich sehr.“


Mehr zum Thema:
Das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch zum Thema Arbeit von Menschen mit Behinderung (PDF-Datei)
Das Handlungsfeld "Am Arbeitsplatz" der Aktion Mensch
Pioniere des „Budget für Arbeit“ bauen berufliche Brücken. Ein Blogbeitrag von Michael Wahl über Fördermöglichkeiten für Arbeitnehmer mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt
Der Fall – oder: Wenn man uns ließe! Ein Blogbeitrag von Anastasia Umrik über Hürden und Pauschalisierungen bei der Jobsuche
„Wir haben einen Instrumentenkoffer“. Ein Interview im Blog von Bianca Pohlmann mit Monika Labruier, Fachfrau im Expertenforum zum Thema Arbeit und Behinderung, über Inklusion am Arbeitsplatz

Sie haben Fragen zum Thema Arbeit und Behinderung? Im Expertenforum des Familienratgebers der Aktion Mensch bekommen Sie Antworten!
 

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