Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Meine Liebe zur Musik

von Carina Kühne

Musik verbindet. Freude an Musik haben Menschen mit und ohne Handicap. Für mich war Musik schon immer sehr wichtig.

Wie viele Säuglinge und Kleinkinder mit Down-Syndrom wollte ich nicht essen. Zum Glück habe ich einen großen Bruder, der Klavier spielte. Mit Musik klappte das Essen – also musste mein Bruder immer Klavier spielen. Als ich kaum stehen konnte, zog mich das Klavier magisch an, und ich klimperte mit Begeisterung darauf herum.
Wenn im evangelischen Regelkindergarten der Pfarrer jede Woche einmal mit seiner Gitarre kam, um mit uns Kinderlieder zu singen, war ich genau so begeistert wie alle anderen Kinder in meiner Gruppe. Auch die Musiktherapie machte mir viel Spaß.

Gemeinsames Musizieren von klein auf

Als ich eingeschult wurde, wollte die Musiklehrerin der Schule auf keinen Fall die Integrationsklasse unterrichten, weil sie große Bedenken hatte. Schon nach ganz kurzer Zeit überlegte sie es sich, und ich durfte sogar bei Aufführungen mitmachen! Weil ich so begeistert von Musik war, meldete meine Mutter mich zur "musikalischen Früherziehung" an. Hier war ich mit nicht behinderten Kindern zusammen. Die Musiklehrerin meinte, ich würde gar nicht "rausfallen" aus der Gruppe.
Einmal in der Woche kamen Schüler zum Flötenunterricht zu meiner Tante. Auch da durfte ich immer dabei sein und zuhören. Weil ich auch gerne Flöte lernen wollte, bekam ich schließlich auch Unterricht. Bald konnte ich mit den anderen Flötenkindern ohne Handicap mehrstimmig spielen. Es machte uns und unseren Zuhörern viel Freude, wenn wir auf Veranstaltungen spielten. Die Musik hat uns verbunden.

Wenn der Funke überspringt

Später bekam ich auch Klavierunterricht von meiner Tante. Der Unterricht macht mir auch viel Freude, und ich bin immer sehr froh, wenn ich vor Publikum spielen kann und meine Musik gut gefällt. Da springt der Funke über, und mein Handicap gerät in Vergessenheit.
Ich liebe klassische Musik und gehe gern ins Theater, um Musicals, Opern oder Operetten anzusehen. Wie immer achte ich darauf, ob ich Menschen mit Behinderung sehe. Leider sehe ich nur selten welche. Meine Kusine spielt die erste Geige in einem Orchester, und ich freue mich immer, wenn sie Konzerte gibt. Mir ist aufgefallen, dass dort fast zu jedem Konzert eine schwerstbehinderte junge Frau im Rollstuhl unter den Zuhörern ist. Sie kann sich nicht bewegen und klatschen, trotzdem sieht man an ihren Augen, wie gut es ihr gefällt.
Natürlich mag ich auch moderne Musik und würde mir wünschen, dass es viel mehr Veranstaltungen gibt, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen können.

Weitere Infos zum Thema Musik:
Inklusionskampagne der Aktion Mensch – Geschichten im Blog: Station 17: Wir woll'n zusammen sein!
Inklusionskampagne der Aktion Mensch – Portrait: Benedikt Lika

Was ist Musik für dich? Mehr zum Thema Musik bietet das Musikspezial „The sound of respect“ bei respect.de, der Jugendcommunity der Aktion Mensch

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