Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Maßarbeit für alle?

Inklusion und Werkstatt – das klingt in vielen Ohren wie ein Widerspruch. Aber: Dass auch die Werkstätten am Inklusionskonzept nicht vorbei kommen, zeigt ein Blick in das Programm des Werkstättentags 2012: "Volltreffer Inklusion", "Werkstatt als inklusives Sozialunternehmen", "Woran bemisst sich Inklusion" – das sind nur drei Beispiele für Arbeitsgruppen, die das I-Wort im Titel tragen. Und das für viel Diskussion sorgen wird auf dem Werkstättentag, zu dem sich vom 26. bis 28. September in Freiburg mehr als 2000 Verantwortliche aus Werkstätten, Fachkräfte, Werkstatträte und Experten treffen werden.

Logo Werkstättentag 2012

An Selbstauflösung denken die Werkstätten – Inklusion hin oder her – freilich nicht. Stattdessen suchen sie nach neuen Berufsbildungs- und Arbeitsmodellen, um den Anspruch auf Inklusion in und mit der Werkstatt einzulösen. Ausgelagerte Berufsbildungsplätze und Qualifizierungen auf dem ersten Arbeitsmarkt mit staatlich anerkannten Abschlüssen sind dabei nur der Anfang. "Maßarbeit für alle" ist das Ziel der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WbfM) – und zugleich das Motto des Werkstättentags. "Maßarbeit für alle", das soll heißen: Werkstätten sollen künftig auch für Menschen offen sein, die aus anderen Gründen als Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Zum Beispiel wegen ihres Alters, aufgrund von Krankheit oder Langzeitarbeitslosigkeit.

Andere gesellschaftliche Gruppen in die Werkstätten herein holen statt Werkstatt-Mitarbeiter hinaus in die Gesellschaft zu lotsen – na ja, Inklusion im strengen Wortsinne ist das nicht. Aber womöglich ein richtiger Ansatz, um für Menschen mit Behinderung Wahlfreizeit zu gewährleisten? Für solche Menschen, die sich in der Werkstatt aufgehoben fühlen. Und für jene, die sich unterfordert fühlen und die Herausforderungen und die sozialen Kontakte des ersten Arbeitsmarktes suchen – ob mit oder ohne Persönliches Budget.


Mehr zum Thema:
Mehr Infos zum Werkstättentag 2012 in Freiburg
Linksammlung zum Thema Persönliches Budget
Mut zum Risiko. Ein Blogbeitrag von Eva Keller über Rentenansprüche für Werkstatt-Mitarbeiter
Ein Taschengeld zum Überleben? Ein Blogbeitrag von Carina Kühne über die Entlohnung für die Arbeit in Werkstätten
Werkstätten und Inklusion: Ein Widerspruch? Ein Blogbeitrag von Heiko Kunert über die Vereinbarkeit von Inklusionsanspruch und Werkstätten

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