Freiwilliges Engagement

Machen wir was!

Dagmar hat Multiple Sklerose und mit ihren 68 Jahren jede Menge Lebenserfahrung. Esther ist 25, steht mitten im Berufsleben und hat noch viel vor. Beide haben sich über das Portal „Machen wir was!“ kennengelernt. Es bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, die Spaß an gemeinsamen Unternehmungen haben. Jeder entscheidet selbst, wann und mit wem er etwas auf die Beine stellt.

Esther und Dagmer (v. l.): Bei ihnen ist es nicht bei einem Treffen geblieben. Foto: Katharina Kulakow

Dagmar hatte aus der Stuttgarter Zeitung von dem Projekt erfahren: Eine neue Internet-Plattform wurde dort vorgestellt, auf der sich Menschen mit und ohne Behinderung verabreden können: „Machen wir was!“. Ganz nach persönlichem Interesse sollen sich die Freizeitpartner mitten im prallen „Offline-Leben“ eine schöne Zeit machen. Dagmar hat sich gemeldet, weil sie alleine nicht mehr die Wohnung verlassen kann. Seit 30 Jahren hat sie Multiple Sklerose und braucht für längere Strecken inzwischen einen Rollstuhl. Vor allem aber ist sie ein sehr offener und neugieriger Mensch. Die Gelegenheit, unter Leute zu kommen, ergriff die patente Stuttgarterin sofort am Schopf. Beim Einrichten des Online-Profils halfen die Macher der Plattform. Wenig später meldete sich Esther bei ihr.

Das erste Treffen hatte etwas von einem Blind Date. Dagmar erinnert sich: „Ein wenig nervös war ich am Anfang schon. Ich wusste ja nicht, wen ich da in meine Wohnung lasse.“ Dabei achten die Initiatoren der Plattform genau darauf, wen sie vermitteln. Ein Führungszeugnis muss jeder vorweisen. Und auch Esther wusste nicht, was auf sie zukommt.

Doch die beiden Frauen merkten schnell, dass bei ihnen die Chemie stimmt. Erst machten sie es sich in der Wohnküche gemütlich, bevor es an die frische Luft ging. Ziel war Dagmars Lieblingscafé, in dem sie schon so lange nicht mehr war. Die beiden duzen sich gleich, erzählen sich von ihren schönsten Reisen, genießen die gemeinsame Zeit – und das gerade, weil sie mindestens eine Generation trennt. Dagmar: „Wenn man mit alten Leuten unterwegs ist, unterhält man sich meist über die immer gleichen deprimierenden Themen. Mit Esther ist das anders. Da ist man wieder mitten im Leben.“

Und auch Esther hatte einen besonderen Nachmittag: „Dagmar hat schon so viel gemacht und erlebt. Da ist es einfach spannend, sich zu unterhalten.“ Die 25-Jährige arbeitet als Produktmanagerin in einem Verlag und hat jede Menge um die Ohren. Gerade deshalb schätzt sie „Machen wir was!“: „Mir gefällt die Flexibilität. Wenn man am Wochenende einen Ausflug in den Schlosspark machen will, kann man spontan jemanden mitnehmen. Das ist keine Belastung. Das ist eine Bereicherung!“

Dass es nicht bei einem Treffen bleiben muss, dafür sind Dagmar und Esther das beste Beispiel. Sie haben sich inzwischen schon ein zweites Mal gesehen. An neuen Ideen, was man gemeinsam machen kann, mangelt es nicht. Wie meinte Esthers Mitbewohner: „Bring doch mal Dagmar mit zu uns. Dann kochen wir zusammen!“ Genau so geht es.

 

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch nach seinen individuellen Möglichkeiten selbstbestimmt leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Dieses selbstverständliche Miteinander erreichen wir nur, wenn sich möglichst viele Menschen für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und sie mitgestalten – zum Beispiel durch freiwilliges Engagement. Die Aktion Mensch bietet mit ihrer Freiwilligen-Datenbank einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten: Menschen mit und ohne Behinderung können aus mehr als 16.000 Angeboten  das passende Engagement auswählen.


Weitere Ideen für inklusives Engagement finden Sie in der Freiwilligen-Datenbank.

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