Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Kinder mit Down-Syndrom – mit den Augen der Liebe betrachtet?

Einen Tag vor dem Welt-Down-Syndrom-Tag schreibt Carina Kühne, wie sie sich einen solchen Tag und ein Leben mit dieser Besonderheit vorstellt.

Morgen ist wieder Welt-Down-Syndrom-Tag, und ich sehe eigentlich immer nur fröhliche und glückliche Kinder mit Down-Syndrom vor mir, wenn ich daran denke. Sie strahlen so viel Lebensfreude aus, dass sie ihre Familien damit anstecken. Leider sehen das nicht alle Menschen so.

Unverständnis von vielen Seiten

Wenn sich Eltern für ein Kind mit einer Trisomie 21 entscheiden, obwohl sie schon während der Schwangerschaft von der Behinderung wussten, stoßen sie bei vielen Mitmenschen auf Unverständnis. Sie werden als egoistisch und verantwortungslos bezeichnet. Man sieht nur den Kostenfaktor, weil diese Kinder vielleicht lebenslange Unterstützung brauchen und einen hohen Förderbedarf haben. Es gibt ja schließlich den Gentest, und wenn Eltern diesen Test ablehnen, sollen sie auch die Folgekosten tragen. Abtreibungen werden als selbstverständlich angesehen und sind ja leider auch legitim.

Krankheit? Leiden? Besonderheit?

Down-Syndrom wird immer noch als Krankheit bezeichnet, unter der man leidet. Natürlich wünschen sich alle Eltern ein Kind ohne Behinderung, und auch ich hätte lieber keine Chromosomen-Anomalie. Trotzdem lebe ich gerne und kenne viele Familien, die auch mit diesen Kindern glücklich sind. Ich frage mich, ob unsere Mitmenschen, die uns so rigoros ablehnen und uns das Lebensrecht praktisch absprechen, überhaupt jemals Kontakt zu solchen Kindern hatten und ihren Alltag kennen.

Ich wünsche mir so sehr, dass nicht nur auf unsere Defizite geachtet wird, sondern auch unsere Stärken und positiven Seiten registriert werden. Wenn das Down-Syndrom ausgeschlossen werden kann, heißt das doch noch lange nicht, dass das Kind gesund und ohne Behinderung zur Welt kommt. Die meisten Behinderungen erwirbt man sich ja sowieso erst im Laufe des Lebens.

Nicht nur an einem Tag im Jahr

Wenigstens am Welt-Down-Syndrom-Tag wünsche ich mir viele positive Berichte und tolle Filme in den Medien, damit den Zuschauern die Angst genommen wird.
An diesem einen Tag im Jahr wünsche ich mir, dass auch diese Menschen mit den Augen der Liebe betrachtet werden.


Linktipps:
Carina Kühne in ihrem Blog über die Welt-Down-Syndrom-Tage 2011, 2012 und 2013
Sind Kinder mit Down-Syndrom etwas Besonderes? Ein Blogbeitrag von Carina Kühne darüber, was es eigentlich bedeutet, "besonders" zu sein
Down-Syndrom-Babys aussortieren? Ein Blogbeitrag von Ulrich Steilen über vorgeburtlichen Bluttest "PraenaTest"
Berührungsängste abbauen. Ein Blogbeitrag von Carina Kühne über Probleme im Umgang mit Menschen mit Behinderung


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Viola

"Die meisten Behinderungen erwirbt man sich ja sowieso erst im Laufe des Lebens." - das ist der Satz, der mich am meisten hat Nachdenken lassen! Danke für die schönen Worte, die ein klares Ziel haben: JA sagen zum Leben mit allen seinen Facetten!

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