Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Karneval inklusiv

Fußtruppe der Lebenshilfe Köln: Fastelovend em Blot Foto: Lebenshilfe Köln

"Da simmer dabei, dat is prima, viva Colonia", heißt es in der Hymne der Karnevalshauptstadt Köln. Gilt das auch für Menschen mit Behinderung? Dabei sein, als Akteure im Karneval? Sicher, am Straßenrand „Alaaf“ rufend und Kamelle einsammelnd, das ist schon klar. Aber als Prinz oder Prinzessin, als Aktive auf der Bühne, oder als Fußgruppe im Karnevalszug – gibt es das? Und wenn ja, wo? Ich wollte wissen, ob Menschen mit Behinderung im Karneval selbstverständlich mit dabei sind. Also bin ich auf die Suche gegangen – und fündig geworden.

Fastelovend em Blot

Kamelletüten packen, Wagen bauen und den Kostümen den letzten Schliff verpassen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren! Die "Fünfte Jahreszeit" steht kurz vor ihrem Höhepunkt, dem Straßenkarneval.
"Fastelovend em Blot – janz Bröck en einem Boot?" lautet das Motto des diesjährigen Karnevalszuges in Köln-Brück. Fastelovend im Blot – also Karneval im Blut – hat auch die Fußtruppe der Lebenshilfe Köln. 60 Erwachsene und Kinder, mit und ohne Behinderung, nehmen bereits zum fünften Mal am Brücker Zug teil. "Es gibt noch jede Menge zu tun", sagt Annette Lantiat von der Lebenshilfe Köln, "Karneval ist schließlich eine ernste Angelegenheit." Im letzten Jahr war die Lebenshilfe-Gruppe als bunte Clown-Truppe mit von der Partie und wurde später bei der Preisverleihung für die besten Gruppen im Brücker Veedelszoch (Stadtteilzug) prämiert. Den "Schiebe-Bus" mit dem die Clowns im Zug "mitfuhren", hatten Bewohnern und Mitarbeitern des Lebenshilfe-Wohnhauses zuvor gemeinsam liebevoll bemalt und dekoriert.

Karneval bis zum All

Karneval inklusiv gibt es auch an anderen Orten. Im niederrheinischen Moers wirft ein Prinzenpaar mit Behinderung beim Nelkensamstagszug die Kamelle ins Karnevalsvolk. Und in Stolberg-Vicht bei Aachen regierte im letzten Jahr ein Kinder-Karnevalsprinz mit Down-Syndrom, der zwölfjährige Henning Evertz I. Harsewinkel in Westfalen erwartet am Karnevalsfreitag rund 600 Närrinnen und Narren mit und ohne Behinderung zur großen inklusiven Karnevalsparty. Entstanden ist die Karnevalssause aus einer kleinen Feier im Wohnzimmer der Lebenshilfe-Wohnstätte "Tiemanns Hof". Inzwischen zieht die inklusive Party weite Kreise: "Wir erwarten Gruppen aus dem Ruhrgebiet und aus ganz Ostwestfalen-Lippe", sagt Gerhard Birth, Bereichsleiter Wohnen bei der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Gütersloh. Vielleicht hat die Erfolgsstory der letzten Jahre die "Jecken" der Gütersloher Lebenshilfe zu ihrem diesjährigen Motto inspiriert: "Von Harsewinkel bis zum All, wir feiern heute Karneval!".
Aber nicht nur in den rheinischen und westfälischen Karnevalshochburgen sind Menschen mit Behinderung mit am Start. Im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz beispielsweise veranstaltet der Großräschener Carnevals Club bereits zum 22. Mal eine Kostüm- und Faschingsparty für Menschen mit und ohne Behinderung.

Viva el carnaval – Aschermittwoch ist noch weit weg!

Und wer weitere Beispiele für Inklusion im Karneval kennt, kann hier im Blog gerne davon berichten.
 

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