Aktion Mensch-Blog

Jugendliche haben ihr Café CiSo eröffnet

Bei Selbstgebackenem und Kaffee im Bootshaus Hamburg-Neuallermöhe

Jugendliche im Hamburger Café CiSo

Draußen ist es knackig-kalt, drinnen verlocken der Duft frischgebackener Waffeln und das sanfte Klappern von Geschirr zum Eintreten: Nach mehr als einjähriger Vorbereitung ist das Café in Selbstorganisation, das Café CiSo, im Bootshaus Neuallermöhe Mitte Februar 2013 an den Start gegangen. Damit hat der Hamburger Stadtteil im Bezirk Bergedorf einen neuen Treffpunkt, der allen Nachbarn und Neugierigen offensteht. Die Besonderheit: Das Café entstand in weitgehender Eigenregie von Jugendlichen und wird auch von ihnen geführt. Die Aktion Mensch fördert das Projekt „Stadtteilcafé“ im Rahmen der aktuellen Aktion „Miteinander gestalten“ mit 4.000 Euro.

Treffpunkt für den Stadtteil

Das Bootshaus Neuallermöhe kennt man im Ort. Es ist keineswegs nur ein größerer Holzschuppen, wie man vermuten mag, sondern ein veritables Haus mit zwei großen Räumen und sanitären Anlagen. Es liegt direkt neben dem Jugendzentrum am Sophie-Schoop-Weg und war schon immer ein Treffpunkt für Jugendliche. Allerdings ein nicht wirklich gemütlicher. Weil immer wieder auch kleinere Kinder vor der Tür standen, brachten die älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen schon vor einigen Jahren bei einer Jugendkonferenz die Idee ins Spiel, eine Art Cafébereich aufzubauen und Getränke und Kuchen anzubieten. Direkt vor der Haustür befinden sich Sportmöglichkeiten für Basketballer und Fußballer, die schon mal als Gäste in Frage kamen. Auch für viele sozial benachteiligte Familien, so die Überlegung, könnte ein zwangloses Café ein beliebter Treffpunkt außerhalb der eigenen vier Wände werden.

„Die Pläne kamen aber immer wieder ins Stocken, weil es innerhalb der Gruppe unterschiedliche Meinungen zur konkreten Nutzung gab“, erzählt Carola Kludasch, Pädagogin im Jugendzentrum, die das Projekt von Anfang an kennt. Manche wollten sich lieber ohne Konsumzwang treffen und bei Musik und TV entspannen. Viele der etwa 30 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 22 Jahren mussten die Gruppe aus schulischen oder beruflichen Gründen aufgeben.

Workshop zur Vorbereitung, pädagogische Anleitung als Begleitung

Doch eine Kerngruppe blieb zusammen, und vor einiger Zeit kam neuer Schwung in das Projekt. Finanzieller Anschub verhalf ihm auf die Beine. Bei aller Eigeninitiative wurden die Jugendlichen natürlich nicht alleingelassen: Bei einem 14-tägigen Workshop erarbeitete die Gruppe ein konkretes Konzept und lernte viel über Gastronomie und Betriebsführung. „Wir wollten das Bootshaus in Eigenregie renovieren, einrichten und betreiben“, sagt Khali Safi, der noch zur Schule geht. Er und sein Freund Alper Kaan Koca, der als Bürokaufmann arbeitet und Gastronomieerfahrung besitzt, sind die ehrenamtlichen Chefs des CiSo. Pädagogische Begleitung im Hintergrund hilft, das Projekt auf dem richtigen Kurs zu halten.

In den letzten Monaten haben die Jugendlichen dem Bootshaus zu neuem Glanz verholfen. Gemeinsam haben sie die Wände gestrichen. Ein Dachdecker aus der Gruppe war überall zur Stelle, wo handwerkliches Geschick gefragt war, und ein externer Handwerksbetrieb hat einen neuen Boden verlegt. „Irgendwie gab es immer jemanden in der Gruppe, der Ahnung von dem hatte, was gerade anstand“, sagt Khali Safi. Lange Sitzbänke und Tische – alles Spenden – laden jetzt zum Kaffeetrinken und Klönen ein. An der Theke kann man wie in einer Bar auf Hochstühlen sitzen und den beiden Cafébetreibern beim Getränke einschenken und Waffeln backen zuschauen. Kaffee kommt aus einer neuen Pad-Maschine. „Man kann ja nicht berechnen, wie viele Leute kommen“ sagt Alper Kaan Koca. „Da sind Pads ganz praktisch.“ Mindestens eine Sorte Kuchen backen Kali und Alper frisch. „Weil Kinder gerne Waffeln essen, haben wir noch ein Waffeleisen gekauft und hoffen, dass es ihnen schmeckt“, sagt Alper. Günstige Preise waren ihnen wichtig. Aber sie hoffen auch, dass am Monatsende etwas Geld übrig bleibt – um neue Waren zu kaufen und zu investieren, etwa in ein neues Fernsehgerät im zweiten Raum, der nicht zum gastronomischen Bereich gehört und alle zufriedenstellt, die nur mal so vorbeischauen wollen.

Vor kurzem haben sie auch noch Kanus von einer Stiftung geschenkt bekommen. Von April bis Oktober verleihen die Jugendlichen die Kanus zu Fahrten auf den Fleeten in der Umgebung. Spielmöglichkeiten für Kinder und ein kostenloser Internetzugang runden das Konzept ab.

Vor der Eröffnung hat das Café-Team Flyer mit einem Einladungstext entworfen und in der Nachbarschaft verteilt. Die ersten jungen Leute, die zur Eröffnung kamen, fand das Café jedenfalls schon mal toll. Bleibt nur zu wünschen, dass das CiSo sich bald einen Namen macht und viele neue Gäste anzieht.

Das CiSo hat dreimal wöchentlich geöffnet: Mittwoch von 15 – 20 Uhr, Samstag von 13 – 18 Uhr, Sonntag von 13 – 15 Uhr. Adresse: CiSo im Bootshaus, Sophie-Schoop-Weg 90, 22035 Hamburg.


Mehr zum Thema Förderung:
Die Förderaktion "Miteinander gestalten" der Aktion Mensch

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