Aktion Mensch-Blog

Jetzt wird gerockt!

von Maria Schwarze

Seit Anfang Mai wird in der Tom-Mutters-Schule der Lebenshilfe Salzgitter fleißig geprobt. Zehn junge Männer und Frauen mit und ohne Behinderung haben sich zusammengefunden, um gemeinsam Musik zu machen. Mit dabei sind viel gute Laune und Motivation. Denn die Band hat sich ein großes Ziel gesetzt: beim Sommerfest 2014 den Ton angeben!

Die Band: Eins und zwei und drei und los!

Eins und zwei und drei und los! Steffen Hoffmeister gibt den Rhythmus mit dem Schlagzeug vor. Alle anderen steigen mit ein. Einen Namen hat die Band noch nicht, auch wenn sie hier bereits seit zwei Monaten probt. Dafür wissen die Musiker aber ganz genau, welche Musik es sein soll. Deutscher Rock und Pop ist ihre Spezialität. Ebenfalls auf dem Programm stehen aber auch Klassiker wie „Knocking on Heaven´s Door“ von Bob Dylan oder der Acapella-Song „Der Mann im Mond“ von den Prinzen. Zum Üben spielen sie Lieder mit Texten, die sie kennen. Langfristig wollen sie jedoch bekannte Melodien covern und eigene Texte dazu schreiben – Ideen gibt es so viele wie die Gruppe Mitglieder hat.

Viel Eifer und noch mehr Freude

Geprobt wird immer donnerstags. Mit viel Eifer und noch mehr Freude. Zum Glück gibt es keine direkten Nachbarn. Denn hat die Band erst einmal angefangen, hört sie so schnell nicht wieder auf. „Die Proben sind zwar auf eineinhalb Stunden angesetzt, dauern aber immer länger“, berichtet Heike Konczak, die das inklusive Musikprojekt mit ins Leben gerufen hat. Vor allem über die Motivation der einzelnen Bandmitglieder ist die 37-Jährige immer wieder neu erstaunt. Sie sagt, das gemeinsame Musikmachen schweiße die einzelnen Gruppenmitglieder als Team zusammen und fördere auch bisher unentdeckte Talente.

Mit einer Volksmusikband hat die Tom-Mutters-Schule in Salzgitter bereits eine inklusive musikalische Vorgeschichte. Weil aber Volksmusik eher ältere Generationen anspricht, wollten Heike Konczak und Cordula Voges auch eine Band für jüngere Menschen etablieren. Vorbilder dafür waren die inklusiven Rock- und Popbands, die es in der näheren Umgebung gibt. Durch die Förderung der Aktion Mensch mit 4.000 Euro konnte das Projekt letztendlich realisiert werden.

Die Band

Die Band, wie sie jetzt besteht, ist eine bunte Mischung aus zehn jungen Männern und Frauen mit und ohne Behinderung. Wie in jeder typischen Band gibt es ein Schlagzeug, eine Bass- und E-Gitarre und ein Keyboard, aber auch verschiedene Trommelinstrumente, Maracas und Bongos. Für den Gesang sorgen neben der Frontsängerin Liza Schönig auch Timo Hartmann und Peter Schwarzburger. Die beiden müssen das Lied nur ein, zwei Mal hören, und schon sitzt der Text.

„Die Textsicherheit der Mitglieder und ihre Spontaneität ist faszinierend. Die Proben laufen super und das schon nach so kurzer Zeit. Man merkt, dass es allen riesig Spaß macht und sie voll in ihrem Element sind“, erzählt Cordula Voges. Zusammen mit Heike Konczak ist sie für die kulturellen Projekte der Lebenshilfe Salzgitter zuständig. „Nach der dritten oder vierten Probe war ein Elternabend gleich nebenan: Die Angehörigen konnten kaum glauben, dass es die Band ihrer Kinder war, die sie dort durch die Wände hörten. Ihre Musik hat sie sofort begeistert und in den Probenraum gelockt.“

Der, der musikalisch wie zwischenmenschlich alles zusammenhält, das ist Fritz Ludwig. Als Leiter der Band kümmert er sich um die Proben. Er motiviert die Gruppe und hilft dabei, einzelne Ideen umzusetzen. Selbst Musiker mit eigener Band, besitzt er langjährige Erfahrungen und weiß mit den Bandmitgliedern umzugehen. Er hebt ihre Stärken hervor und unterstützt sie bei kleineren Schwächen. Wenn einer zum Beispiel nicht so gut lesen kann, liest er die Texte ein, zwei Mal vor, bis sie sitzen. Bei Bedarf bietet er auch Einzelunterricht an, etwa an der Bassgitarre oder am Keyboard.

Open-Air-Konzert im nächsten Sommer

Fürs kommende Jahr hat sich die Band ein hohes Ziel gesetzt: Zum 50-jährigen Jubiläum der Lebenshilfe in Salzgitter will sie ein Open-Air-Konzert veranstalten. Dann wollen sie selbst und mit anderen inklusiven Bands aus der Umgebung vor großem Publikum auftreten. Die Jubiläumsmelodie steht jetzt schon fest: „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen … So, wie es momentan bei den Proben läuft, wird das bestimmt ein Erfolg.


Linktipps:
Station 17: Wir woll'n zusammen sein! Ein Blogbeitrag von Heiko Kunert über eine Hamburger Band von Musikern mit und ohne Behinderung
"Blaue Wunder" in der WunderBar. Ein Blogbeitrag von Brigitte Muschiol über ein Musik-Theaterstück des Atelier Blauschimmel
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