Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Inklusive Ferienfreizeiten mit Disco und Gebet

Zwei Wochen in einem Feriencamp – mit lauter unbekannten Kindern, aber ohne Eltern? Als Felix Krasni, Mitarbeiter im Sozialreferat der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), im Sommer 2011 den 13-jährigen Alexander und seine Eltern ermunterte, an einer inklusiven Machane (Ferienfreizeit) teilzunehmen, musste die Familie erst mal schlucken.

Alexander mit Betreuerin auf der Ferienfreizeit. – Foto: ZWST

Aber dann dachte die Mutter: "Warum eigentlich nicht? Wenn er das schafft, wissen wir, dass er sich auch auf der IGS einleben wird." Denn die Entscheidung an, welche Schule der Junge mit dem Down-Syndrom nach der Montessori-Grundschule besuchen solle, stand damals gerade an.

Machanot (Mehrzahl von Machane) gehören fest zum Jugendprogramm der ZWST, die ihren Sitz in Frankfurt hat. Weil die ZWST sich seit einigen Jahren zudem stark in der Integration von Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung engagiert, war die Öffnung der Freizeiten für Kinder und Jugendliche mit Behinderung nur konsequent. Auf den Freizeiten bekommen diese Teilnehmer einen eigenen Betreuer an die Seite gestellt – speziell geschulte, ehrenamtliche Jugendbetreuer oder feste Mitarbeiter des ZWST-Integrationsprojekts. So können auch Kinder mit einer Behinderung an den Aktivitäten teilnehmen.

Das Wissen um diese Betreuung beruhigte Alexanders Mutter – und den Jungen wiederum beruhigte ihre Zusage, ihn jederzeit abzuholen, wenn er sich nicht wohl fühle. Doch: Alexander wollte auf keinen Fall abgeholt werden! Stattdessen berichtete er den Eltern am Telefon begeistert vom Schwimmbad, vom Disco-Abend, vom Basteln und Spielen und Beten mit den 20 anderen Teilnehmer, unter ihnen ein weiterer Junge mit Behinderung. "Meist hat Alexander beim Programm mitgemacht", erzählt seine Mutter: "Aber wenn es ihm zu viel wurde, hatte er die Möglichkeit, sich mit der Betreuerin zurück zu ziehen, um zu lesen oder zu malen. Das war wichtig!"

Weil das "Experiment" im Sommer 2011 so gut gelang – also der selbstverständliche Umgang mit Gleichaltrigen, aus dem Alexander Selbstbewusstsein geschöpft hat –, ist seine Teilnahme an den Machanot mittlerweile zur lieben Gewohnheit geworden: Im Winter war er mit der ZWST unterwegs, und gerade erzählt er jedem voller Vorfreude, dass er im August wieder dabei ist – auf einer von drei Machanot, zu der die ZWST in diesem Sommer jüdische Kinder und Jugendliche aus allen Bundesländern einlädt.


Mehr zum Thema:
Das ZWST-Projekt "Integration von Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung"
Informationen zur den Integrativen Machanot des ZWST
"Nix Besonderes". Ein Blogbeitrag von Stefanie Wulff

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