Inklusionspreis 2014

Zum dritten Mal wird der Inklusionspreis „Unternehmen fördern Inklusion“ an Arbeitgeber verliehen, die auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung setzen. Gestern Abend wurden die diesjährigen Preisträger ausgezeichnet.

Manfred Vogl und Eleonore Dechant von der Preisträgerin Schneider Electric Sachsenwerk GmbH mit Aktion Mensch-Vorstand Armin von Buttlar: Nachhaltigkeit eines langfristig angelegten Inklusionskonzeptes

UnternehmensForum e.V.

Menschen mit Behinderung sind oft hervorragend ausgebildet. Trotzdem liegt bei ihnen die Arbeitslosenquote mit rund 14 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung. Obwohl sie häufig Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringen, die Arbeitnehmer ohne Behinderungen nicht in gleichem Maße haben, geben ihnen viele Unternehmen keine Chance. Das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch hat gezeigt, dass die Gründe für die Zurückhaltung der Arbeitgeber vor allem in Unsicherheiten und Zweifeln in Bezug auf die Leistungsfähigkeit behinderter Menschen liegen. Gute Beispiele gelungener Inklusion am Arbeitsplatz sind leider immer noch die Ausnahme.

Gebärdensprachdolmetscher und eine Gesundheitsmanagerin

Dass es auch anders geht, beweisen die Gewinner des diesjährigen Inklusionspreises. Beispielsweise die Schneider Electric Sachsenwerk GmbH. Das Regensburger Unternehmen ist Preisträger in der Kategorie „101 bis 1.000 Mitarbeiter“. „Überzeugt hat die Nachhaltigkeit eines langfristig angelegten Inklusionskonzeptes, das fest in der Unternehmenskultur verankert ist“, so Armin von Buttlar, Jurymitglied und Vorstand der Aktion Mensch, in seiner Laudatio.

Tatsächlich liegt die Beschäftigungsquote von Menschen mit Schwerbehinderung bei Schneider Electric mit 8,4 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. (Der größte Teil der deutschen Unternehmen beschäftigt weniger als die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen 5 Prozent und zahlt stattdessen eine Ausgleichsabgabe.) Aktuell haben 72 der 862 Schneider-Electric-Mitarbeitenden am Standort Regensburg eine Schwerbehinderung.

Inklusion ist hier gelebte Realität: So gibt es beispielsweise Sprechstunden mit Gebärdensprachdolmetschern und eine eigene Gesundheitsmanagerin, die sich um alle Fragen der Inklusion kümmert. Einen besonderen Fokus legt die Firma auf die Ausbildung junger Menschen mit Schwerbehinderung: Jugendliche mit und ohne Behinderung werden zusammen ausgebildet, es gibt gemeinsame Team-Tage und Projekte. Nach Abschluss der Ausbildung werden die Jugendlichen in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Gewinn für beide Seiten

„Inklusion am Arbeitsmarkt funktioniert, sie ist ein echter Gewinn für beide Seiten“, sagte Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, bei der Preisverleihung in Berlin. Über 80 Unternehmen hatten sich um den Preis beworben, fünf davon wurden mit dem Inklusionspreis 2014 ausgezeichnet:

In der Kategorie „Mehr als 10.000 Mitarbeiter“ gewann der Softwarekonzern SAP den Preis, unter anderem für die Beschäftigung von Menschen mit Autismus im IT-Bereich.

Stegmann Personaldienstleistung erhielt den Preis in der Kategorie „1.001 bis 10.000 Mitarbeiter“. Als erstes deutsches Zeitarbeitsunternehmen erfüllt Stegmann die 5-Prozent-Quote bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung.

Das Reinigungsunternehmen Forever Clean, Gewinner in der Kategorie „11 bis 100 Mitarbeiter“, verwirklicht Inklusion nicht nur durch den Einsatz von Menschen mit Behinderung im Außendienst, sondern auch durch die für die Branche ungewöhnlich stabile Beschäftigungsstruktur.

In der Kategorie „1 bis 10 Mitarbeiter“ gewannen die Hausärztin Dr. Heide Forstreuter-Walbert und der Gasthof Freiämter Hof im Schwarzwald. Gemeinsam ermöglichten sie einem querschnittsgelähmten jungen Mann durch ihr persönliches Engagement und räumliche Umbaumaßnahmen eine Vollzeitbeschäftigung.

Chancen schaffen, Bewusstsein bilden

Der Inklusionspreis „Unternehmen fördern Inklusion” wird vom UnternehmensForum e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Charta der Vielfalt unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, ausgelobt.

Das UnternehmensForum ist ein bundesweiter und branchenübergreifender Zusammenschluss von Konzernen und mittelständischen Firmen, die sich seit ihrer Gründung 2002 für die Ausbildung, Beschäftigung und Weiterbeschäftigung von Menschen mit Behinderung in der Wirtschaft einsetzt. Ziel des Forums ist es, ein Bewusstsein für die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt voranzutreiben. Diese Absicht basiert auf der Überzeugung, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung Chancen für alle Beteiligten bietet, sowohl für die Arbeitnehmer mit Behinderung als auch für die Arbeitgeber. Beteiligt sind zurzeit 15 Unternehmen, unter anderen die BASF, die Deutsche Bahn und die RWE AG.

 

Mehr Informationen zum UnternehmensForum und den diesjährigen Preisträgern des Inklusionspreises auf: www.unternehmensforum.org


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Jens Große-Brauckmann

Das mit ihrer Inklusion glaube ich nicht, das ist die gleiche Diskriminierung, wie vorher.

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