Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Inklusionspreis 2013

Unternehmen in Berlin ausgezeichnet

Moderatorin Nina Ruge, Willy Graßl und Petra Axenböck von der Münchener Flughafengesellschaft und Armin von Buttlar (Aktion Mensch) antidiskriminierungsstelle.de / Fara Phoebe Zetzsche

Zum zweiten Mal lobte das UnternehmensForum den Inklusionspreis „Unternehmen fördern Inklusion“ aus. Der Preis hebt beispielhaftes unternehmerisches Handeln hervor und gibt damit Anregungen zu mehr Inklusion in Wirtschaft und Arbeitswelt. Gestern Abend wurden in Berlin die Preisträger bekannt gegeben und geehrt.

„Wir meckern nicht darüber, was nicht funktioniert, sondern ehren die, die zeigen, wie es geht“, sagte Moderatorin Nina Ruge zu Beginn der Preisverleihung. Prämiert wurden fünf Unternehmen, die 2013 beispielhafte Projekte und Aktionen durchgeführt haben.

Volkswagen wurde in der Kategorie „Großes Unternehmen“ mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet. Die Jury beeindruckte besonders der Wille des Wolfsburger Welt-Konzerns zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Bewusstsein für Inklusion: Auf höchster Ebene verankert

In der Kategorie „Mittelständische Unternehmen“ gewann die Flughafen München GmbH. Von rund 4.000 Beschäftigten bei dem Münchner Unternehmen haben 470 Menschen eine Schwerbehinderung. Das sind rund elf Prozent und damit eine überdurchschnittlich hohe Quote.

„Überzeugt hat uns hier nicht nur die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen“, so Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch und Jurymitglied, in seiner Laudatio. „Das Thema Inklusion hat einen besonders hohen Stellenwert. Es ist direkt beim Konzernpersonalchef verankert und wird auf allen Führungsebenen mitgetragen.“

Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe erhielten den Preis in der Kategorie „Öffentliches Unternehmen“, für Maßnahmen zur Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeiter.

Als überzeugendster „Kleinbetrieb“ wurde der Biomarkt Geist aus Baden-Württemberg ausgezeichnet. Drei junge Frauen mit Mehrfachbehinderungen bedienen hier die Kunden.

Für ihr besonderes Engagement wurde zudem der RO/SE Blechverarbeitung aus dem bayerischen Bad Birnbach der Inklusionspreis verliehen. Fast 60 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung – darunter auch viele leitende Kräfte.

Inklusion lohnt sich für Unternehmen

„Diese Firmen präsentieren ganz konkrete Lösungen, die Vorbildcharakter haben“, sagte Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und Schirmherr der Veranstaltung, bei der Preisverleihung. „Inklusion ist viel mehr als soziale Verantwortung. Inklusion lohnt sich für Unternehmen“. Das zeige der wirtschaftliche Erfolg der ausgezeichneten Unternehmen.

Wie wichtig es ist, dass es Unternehmen gibt, die ernst machen mit der Inklusion und sich nicht scheuen, Menschen mit einer Behinderung einzustellen, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Arbeitslosenstatistik wirft. Menschen mit Behinderung sind prozentual viel häufiger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung. „Es gibt noch viel zu tun“, gab Armin von Buttlar den Unternehmern deshalb mit auf den Weg. „Inklusive Arbeitswelten sind die Ausnahme – oft hindern vor allem die Barrieren in den Köpfen daran, Vielfalt als Chance zu begreifen. Das führt dazu, dass es Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt immer noch schwer haben.“

Branchenübergreifend

Den Inklusionspreis vergibt das UnternehmensForum zusammen mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Das UnternehmensForum wurde im Jahr 2002 von mittelständischen Firmen und Konzernen in Deutschland initiiert. 2006 gründete der Arbeitgeberzusammenschluss einen gemeinnützigen Verein. Zielsetzung ist es, die Interessen von Wirtschaft und Menschen mit Behinderung besser zusammenzubringen. Beteiligt sind zur Zeit 15 Mitgliedsunternehmen, unter anderen die BASF, die Deutsche Bahn AG, die RWE AG, die Berufsförderungswerke Frankfurt und Südhessen, das Paul-Ehrlich-Institut und das ZDF.

Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Schwerbehinderung

In 2014 will das Unternehmensforum 20 zusätzliche Auszubildende mit Schwerbehinderung einstellen. Ihre Ausbildung sollen sie dann gemeinsam mit Azubis ohne Behinderung absolvieren. Beginn der Ausbildungen ist voraussichtlich August / September 2014. Bewerbungen sind noch bis zum 31. Oktober 2013 möglich. Die beteiligten Unternehmen und deren Ausbildungsangebote sowie weitere Informationen sind unter unternehmensforum.org/inklusionsprojekt einsehbar.

Weitere Informationen über die diesjährigen Preisträger des Inklusionspreises unter: unternehmensforum.org/inklusionspreis

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