Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Inklusion soll Spaß machen!

Die Städtetour der Aktion Mensch machte am 17. September in Hamburg Station.

Foto: Uwe Klees / thalmannverlag!

Der barrierefreie Info-Truck der Aktion Mensch steht an diesem Montag in der Hamburger Innenstadt, dort, wo viele Passanten auf ihrem Weg ins Büro oder bei ihrer Shopping-Tour vorbeikommen. Sie bleiben stehen und verfolgen interessiert das Treiben auf und vor der Bühne, angelockt zum einen von den Songs der drei Jazz-Musiker – eine Band, in der Musiker mit und ohne Behinderung gemeinsam musizieren. Angelockt auch von dem Titel "Wunder" von Andreas Bourani, mit dem der Musiker die Städtetour der Aktion Mensch unterstützt.

Eine Reihe von Leuten ist ganz bewusst an diesem Montag hierher gekommen, so wie Marcel Ben Merabet. Der Auszubildende zum Veranstaltungskaufmann im Atelier Lichtzeichen, einem außergewöhnlichen Hamburger Atelier, das die Integration von Menschen mit Handicap mit deren künstlerischen Ambitionen verbindet, betont: "Ich finde es toll, hier so viele verschiedene Menschen zu treffen."

Inklusion – ein schwieriges Wort

Einige der Fußgänger schauen jedoch etwas verhalten und fragend umher, sie müssen sich erst einmal mit dem Wort Inklusion vertraut machen. "Von Inklusion höre ich heute zum ersten Mal", sagt eine der Stehengebliebenen. "Ein schwieriges Wort, das sich für mich noch nicht erschließt."

Und genau aus diesem Grund ist die Aktion Mensch zu ihrer Städtetour vom 29. August bis zum 3. Oktober 2012 durch 15 deutsche Städte aufgebrochen. Unter dem Motto "Die Aktion Mensch bewegt" möchte sie Menschen für Inklusion sensibilisieren – für ein selbstverständliches Miteinander von Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrer ethnischen und sozialen Herkunft, ihrem Geschlecht oder Alter.

Dass Aufklärung notwendig ist, sagt auch Heiko Kunert, designierter Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg e. V. und Blogger der Aktion Mensch. "Wir sind auf dem Weg zur Inklusion wirklich ganz am Anfang", meint er und verweist auf das Stichwort Barrierefreiheit. Auf seinem Weg zum Info-Truck habe er wieder etliche Straßenübergänge ohne Blindenleitsystem passiert. "Solange wir keine Barrierefreiheit haben, ist auch keine Inklusion möglich." Er freut sich jedoch darüber, dass sich vieles in Hamburg bewegt und die Barrieren in den Köpfen Stück für Stück abgebaut werden. "Oft muss erst gemeckert werden. In der HafenCity, dem größten Städtebau-Projekt Hamburgs und Europas, hatte man zum Beispiel an die Barrierefreiheit überhaupt nicht gedacht. Erst jetzt tauscht man sich aus."

40 Forderungen zur Inklusion in Hamburg

Auch die zwölf Mitglieder des Eidelstedter Forums Inklusion sind mit dem Stand der Umsetzung der Inklusion noch nicht zufrieden. Sie haben 40 Forderungen erarbeitet, die sie an Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit übergeben. Darunter etwa die Forderung nach mehr öffentlichen Behinderten-WCs oder nach mehr Texten in Leichter Sprache. Carola Veit verspricht, die Forderungen in der Bürgerschaft zum Thema zu machen.

Mit als Veranstalter dabei: Die Senatsbeauftragte für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, und mit ihr das erst kürzlich eröffnete Hamburger Inklusionsbüro. "Inklusion soll Spaß machen", ist ihr Standpunkt, "aber auch etwas in den Köpfen bewegen." Ihrer Ansicht nach komme das Thema Behinderung noch zu wenig in den Gesprächen der Politiker vor, es sei denn, jemand hat einen Betroffenen in der Familie. Deshalb, so Körner, wolle sie vor allem Überzeugungsarbeit in der Politik leisten: "Bewusstseinsbildung im Sinne der UN-BRK ist das zentrale Thema des Hamburger Inklusionsbüros."

Jörg Pilawa, Botschafter der Aktion Mensch, ist in Hamburg mit dabei

Gegen Mittag trifft der vielbeschäftigte Fernsehmoderator Jörg Pilawa am Info-Truck ein. Seit Beginn dieses Jahres ist er ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch und freut sich darüber. "Ich bin sehr stolz darauf, diese Aufgabe übernommen zu haben. Die Aktion Mensch leistet viel für unsere Gesellschaft, jeden Monat fördert sie bis zu 1.000 soziale Projekte, und ich konnte in den letzten Monaten ein paar davon persönlich kennen lernen. Inklusion, dieses besagte Wort, durfte ich dadurch in der Praxis erleben. Das hat mich sehr bereichert."
Begeistert erzählt er auch davon, dass seine Kinder, die sonst nur mäßigen Anteil an seiner Arbeit nehmen, nun immer, wenn er von einem Dreh mit der Aktion Mensch zurückkehre, interessiert fragen: "Wo warst du denn heute, wen hast du diesmal kennen gelernt? Sie haben dadurch erfahren, dass es Menschen gibt, denen es vielleicht nicht so gut geht. Eine Aufgabe also, die tatsächlich auch das Familienleben bereichert."

Zwischen den Programmpunkten auf der Bühne ist immer wieder der Titel "Wunder" zu hören, zu dem Kinder, junge Mädchen, Alt und Jung tanzen. Aus den Tanzszenen der Städtetour wird ein inklusives Musikvideo produziert.


Linktipp:
Alle Infos und Termine der Aktion Mensch-Städtetour – wo wir waren und wo wir bald Station machen!

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