Inklusion, Aktion Mensch-Blog

Inklusion in der Schule: Das Verschiedensein ist normal

"Wer als Kind schon früh und intensiv erlebt, wie normal das Verschiedensein ist, der wird in aller Regel auch später als Erwachsener Menschen mit Behinderung offen und ungezwungen begegnen", sagte Bundespräsident Christian Wulff dem Tagesspiegel. Dass er recht hat, beweisen drei Kinder - Laura, Maike und Josia.

"Irgendwann wurde es ganz normal"

Laura ist sieben Jahre alt und besucht die erste Klasse einer Regelschule. Das blinde Mädchen wollte mit ihren sehenden Freunden in die Schule gehen. Und ihre Eltern fürchteten, dass der Besuch einer Sonderschule Isolation für ihr Kind bedeutet hätte. Die Saarbrücker Zeitung schildert Lauras Fall und zitiert das selbstständige Mädchen: „Ich komme viel alleine zurecht." Und auch ihr Lehrer Bertram Schuck - der zunächst unsicher war, ob die Beschulung eines blinden Kindes gelingen wird - zieht am Ende des ersten Schuljahres ein positives Fazit. Laura sei in der Klasse „super integriert“.

Maike Hövener (19) hat ihre Schulzeit schon hinter sich und ihr Abi mit der Note 1,3 bestanden. Auch sie ist blind. Unter der Überschrift "ERFOLGSMODELL INKLUSION" berichtet die Ahlener Zeitung über Maike. Ein aufgeschlossenes Lehrer-Kollegium, Begleitung durch eine Pädagogin von einer Blindenschule, Assistenz durch einen Zivi und an Maikes Bedürfnissen orientiertes Schulmaterial waren Voraussetzungen für den Abi-Erfolg. „Für uns Lehrer war es anfangs ungewohnt“, sagt Biologie-Lehrerin Ursula Ellenbracht, in der Ahlener Zeitung. „Zum Beispiel immer laut zu sagen, was man an die Tafel schreibt oder malt. Aber irgendwann wurde es ganz normal.“

Inklusion ist Realität

Ob Schwimmen, Fußball spielen oder Reiten: Josia ist ein begeisterter Sportler – obwohl der Achtjährige mit stark verkürzten Armen und steifen Beinen auf die Welt gekommen ist. Mit Hilfe einer Schiene kann er sich heute weitgehend normal bewegen. Und wenn es in der Schule einmal eine Stufe zu überwinden gibt, ist meist ein Mitschüler zur Stelle, der ihn unterstützt. In dem Video der Aktion Mensch erleben Sie Josia in Aktion.

Sicherlich gibt es Hürden auf dem Weg zur vollständigen Inklusion. So stellt sich die Frage, wie geeignet das deutsche Schulsystem hierfür überhaupt ist. Und insbesondere gegenüber der Inklusion geistigbehinderter und verhaltensauffälliger Kinder gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung immer noch erhebliche Vorurteile. Josia, Maike und Laura zeigen aber, dass es Inklusion bereits gibt und dass sie gelingen kann.

Weiterführende Links:

Bundespräsident Wulff im Tagesspiegel

Die Erstklässlerin Laura in der Saarbrücker Zeitung

Die Abiturientin Maike in der Ahlener Zeitung

Der achtjährige Josia im Video

FAZ-Kommentar zur Inklusion

Der Tagesspiegel über Vorurteile gegen Inklusion

Bisher hat noch kein Besucher diesen Beitrag kommentiert – mach du den Anfang!


Mit Aktion Mensch-Nutzerkonto

Melde dich an und diskutiere mit!

Als Gast

Gib deinen Namen oder ein Pseudonym sowie deine E-Mail-Adresse an und kommentiere als Gast:

Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.


Filter

Schlagwort


Tags

In Vorfreude Gutes tun

Dein perfektes
Weihnachtsgeschenk

Ein Jahreslos der
Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen

Noch kein
Geschenk?