Aktion Mensch-Blog

Inklusion gemeinsam weiter voran bringen

„Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ heißt das Motto nicht nur für das Jubiläumsjahr, mit dem die Aktion Mensch auch in den kommenden Jahren weitere aktive Mitgestalter für die gleichberechtigte Teilhabe aller in unserer Gesellschaft gewinnen will. Uwe Blumenreich, Leiter der Bereiche „Inklusion“ und „Behindertenhilfe“ bei der Aktion Mensch, erläutert im Interview mit Ulrike Pfaff, wie das Förderprogramm funktioniert – aber auch, wo die Herausforderung liegt.

Wohnprojekt in Saarbrücken: Neue Ideen einbringen Foto: Thilo Schmülgen / Aktion Mensch

Ulrike Pfaff: Was ist das Förderprogramm Inklusion?
Uwe Blumenreich: Mit Hilfe des Förderprogramms Inklusion will die Aktion Mensch Netzwerke schaffen und Trägern aus unterschiedlichen Bereichen die Zusammenarbeit erleichtern. Um die Inklusion in Deutschland gemeinsam weiter voran zu bringen, braucht es noch mehr Menschen, die sich mit Ideen für neue Projekte einbringen. Diese können dann durch die finanzielle Unterstützung der Aktion Mensch realisiert werden.

Wie ist das Förderprogramm aufgebaut?
Das Förderprogramm besteht aus zwei Bausteinen. Erster Baustein ist die Förderung von sogenannten Vorlauf- und Planungsaktivitäten. Mit der Förderung von Vorlaufphasen wollen wir vor allem den kleinen Einrichtungen und Organisationen die Chance geben, sich in Ruhe, mit Zeit und Geld auf ein Inklusionsprojekt in ihrem Lebensumfeld vorzubereiten. Denn uns ist es wichtig, dass sich neben den großen und starken Verbänden auch kleinere Träger am Inklusionsprozess beteiligen.
Der zweite Baustein ist die Förderung von Inklusionsprojekten. Hierbei wird dann das eigentliche Projekt unterstützt.

Das heißt, wenn ich als Verein oder Einrichtung eine Idee habe, unterstützt die Aktion Mensch zunächst und gesondert auch die Planung dieser Idee?
Genau, und das mit bis zu 15.000 Euro in einem Förderzeitraum von maximal 12 Monaten. Damit geben wir den Antragstellern die Möglichkeit, in einen vernünftigen Planungsprozess zu kommen, mit potenziellen Partnern zu sprechen, sich mit allen Partnern an einen Tisch zu setzen, sich inhaltlich mit Inklusion zu befassen und – ganz wichtig – bei Bedarf auch den Sozialraum zu analysieren, damit das geplante Inklusionsprojekt später entsprechend umgesetzt werden kann.

Vernetzungsgedanke spielt eine ganz große Rolle

 
Kann ein Träger auch ohne Planungsvorlauf einen Förderantrag für ein Inklusionsprojekt stellen?
Ja. Der Planungsvorlauf kann, muss aber nicht Voraussetzung für ein Inklusionsvorhaben sein. Das heißt, man kann aus den beiden verschiedenen Förderbausteinen den jeweils passenden für die eigene Einrichtung oder Organisation aussuchen.
Inklusionsprojekte werden mit bis zu 250.000 Euro über maximal drei Jahre gefördert und verfolgen ganz andere Ziele als Planungsvorhaben. Nämlich die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, die aus der Behindertenhilfe kommen, und Initiativen, die bislang nicht in diesem Bereich tätig sind, anzustoßen. Hier spielt der Vernetzungsgedanke eine ganz große Rolle. Für eine erfolgreiche Förderung müssen deshalb neben dem Antragsteller mindestens zwei weitere Kooperationspartner eingebunden werden. Wir meinen, nur in der Zusammenarbeit mit Kommunen, Bildungsträgern und Unternehmen kann Teilhabe möglich werden.

Ein Beispiel?
Das kann eine örtliche Lebenshilfe zusammen mit der Stadtverwaltung sein, die sich mit den örtlichen Sportvereinen und weiteren Akteuren zusammen tun und überlegen, wie Inklusion in ihrer Gemeinde gelingen kann. Damit am Ende dieses Prozesses Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport machen, an Kulturveranstaltungen teilnehmen oder sich barrierefrei im Stadtraum bewegen können.

Kreativität und eine Vision des gemeinsamen Miteinanders

 
Eine schöne Vorstellung. Wo liegt der Haken?
Wir beobachten, dass es meist ein bis zwei Jahre dauert, bis ein neues Förderangebot wie das Inklusionsprogramm bei den Antragstellern angekommen ist. Und Netzwerkbildung als Förderintention ist zunächst einmal auch relativ abstrakt, vor allem, wenn es darum geht, Inklusion vor Ort konkret zu gestalten. Da sind Kreativität und eine Vision des gemeinsamen Miteinanders in einem Handlungsfeld wie zum Beispiel Arbeit, Bildung oder Selbstbestimmung gefragt. Die Herausforderungen sind, diese in fassbare Aktivitäten und Projekte zu übersetzen, dafür die richtigen Partner zu finden und letztlich die inhaltliche Arbeit zu organisieren.

Gibt es Ausschlusskriterien bei den Anträgen für das Förderprogramm?
Nicht gefördert werden in diesem Programm einzelne Projekte, die zwar das Thema Inklusion beinhalten, aber nicht dem Vernetzungsgedanken folgen. Das heißt: Hier haben inklusive Jugendprojekte, Stadtteilfeste oder Sportveranstaltungen keinen Platz. Für diese Projekte gibt es andere Förderbausteine, z. B. die Förderaktion, die kleine Projekte mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr mit max. 5.000 Euro unterstützt, oder die spezielle Kinder- und Jugendhilfe oder die Behindertenhilfe, die größere Projekte mit längerer Laufzeit mit bis zu 250.000 Euro unterstützen.

Was geben Sie möglichen Antragstellern mit auf den Weg?
Wir möchten sie einladen, sich an dem Programm zu beteiligen! Sie ermutigen, Vernetzungs- und Kooperationspartner zu suchen, weil das nicht immer einfach ist. Die Aktion Mensch hat das Thema Teilhabe ganz stark nach vorne gestellt und hält entsprechend Mittel dafür bereit. Insofern können wir noch viele Projekte fördern.
 


Linktipps:
Alle Infos zum Förderprogramm Inklusion der Aktion Mensch
Sie haben eine tolle Projektidee und wollen sich für eine Förderung bei uns bewerben? Von der Idee zum Projektantrag, hier wird alles Schritt für Schritt erklärt!
 

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