Hausmeister XXL

Jurist mit praktischer Veranlagung: Klaus Deichelmann ist Leiter Organisation der Aktion Mensch

Klaus Deichelmann: Faible für transparentes, kreatives und kommunikatives Arbeiten

Aktion Mensch

Wenn Klaus Deichelmann, Leiter des Teams Organisation der Aktion Mensch, seine Aufgabe beschreiben soll, sagt er lapidar: „Ich sehe mich als Hausmeister mit abwechslungsreichen Nebentätigkeiten.“ Er weiß, dass das als Jobbeschreibung ganz schön untertrieben ist. Aber ein bisschen Wahrheit liegt doch darin, früher mehr als heute: Deichelmann soll mit seinem Team dafür sorgen, dass der Büroalltag organisatorisch und logistisch reibungslos läuft.

Bürostuhl kaputt? Größere Sitzung mit Catering geplant? Umzug erforderlich? Kollege Computer hilft Deichelmanns Team dabei, solche Wünsche der fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf mehrere Schultern zu verteilen. „Wir haben ein sogenanntes Helpdesk, an das die Leute aus dem Haus bei Problemen eine Mail schicken“, beschreibt er. Aus dem Pool der eingegangenen Aufträge zieht sich jeder seine Aufgaben für den Tag heraus. Die Ansprüche sind gestiegen: „Die Zeiten von Hausmeistern, die den Hof fegen und den ganzen Tag mit grauem Kittel und einem Schraubenzieher durchs Haus rennen, sind vorbei“, sagt Deichelmann. „Wir müssen etwa die Technik von Brandmeldeanlagen verstehen und die ganze Leit-Technik des Hauses in Gang halten. Selbst wenn nur die Kaffeemaschinen gewartet werden, schließt man heute einen Laptop an.“

Auf verschlungenen Pfaden zur Aktion Mensch

Der Teamleiter koordiniert zurzeit den Einsatz von 18 Kolleginnen und Kollegen. Das TeamFacility Management“ kümmert sich um alle Themen rund um das Gebäude plus Fuhrpark und das Catering von Sitzungen sowie die Organisation von internen Veranstaltungen. „Sie machen im Prinzip alles vom Rasenmähen bis hin zum Tische aufstellen und aufdecken“, erklärt Deichelmann. Ein dauerhaft wichtiges Thema für die Truppe: Barrierefreiheit. Das zweite Team ist für Material, Logistik und Post zuständig. „Sie verschicken unter anderem bis zu 2.000 Briefe täglich, dazu Broschüren und Pakete mit unterschiedlichsten Infomaterialien.“ Auch alle Versicherungsangelegenheiten landen auf Deichelmanns Tisch, „zum Beispiel für die Haftpflicht für die Teilnahme von unseren Mitarbeitern am Karnevalsumzug in Bonn“.

Klaus Deichelmann ist auf verschlungenen Pfaden zur Aktion Mensch gekommen. Der studierte Jurist war nach der Wende in Ostdeutschland Reprivatisierungsbeauftragter der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und arbeitete daran, in der NS- und DDR-Zeit enteignete Firmen an ihre ehemaligen Eigentümer zurückzugeben. 1998 brauchte er nach Auflösung der BvS einen neuen Job und fand ihn als Referent Personal und Controlling bei der Aktion Mensch in Bonn. Die Organisation bestand damals aus rund 40 Personen, aber sie wuchs stetig. Im Jahr 2000 war ein Umzug aus den beengten Büros in der Franz-Lohe-Straße nötig. Neuling Deichelmann kümmerte sich auch um die Planung und Konzeption des Hauses. „Das war eine große Herausforderung“, erzählt er. Auch das zweite Domizil in der Holbeinstraße platzte schnell aus allen Nähten. Also warteten Bürokonzeption und Planung des Umzugs Nummer 2, diesmal in die Heinemannstraße, auf den unkonventionellen Juristen, der inzwischen „Leiter Organisation“ geworden war.

Eingeschliffene Bürotraditionen hinterfragen

Deichelmann hat bei der Planung und Einrichtung von Büros ein Faible für transparentes, kreatives und kommunikatives Arbeiten und eine flexible Büroorganisation. Er hinterfragt gerne eingeschliffene Bürotraditionen. „Ich will zeigen, dass man auch mal anders sitzen und arbeiten kann.“ Seit die Aktion Mensch 2014 Eigentümer des Bürohauses in der Heinemannstraße und nicht mehr nur Mieter ist, setzt er Akzente in diese Richtung: „Mein Anspruch ist, dass die Mitarbeiter gerne hier arbeiten und sich wohl fühlen. Ich will mit meinem Team Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass unser Haus zukunftsfähig und energieeffizient wird.“

Die Umzüge der Aktion Mensch hat Deichelmann gut organisiert, aber seinen eigenen hat er noch nicht hingekriegt: Seit über 15 Jahren pendelt der gebürtige Rheinhesse zwischen Hamburg und seinem Job in Bonn. Den richtigen Zeitpunkt für den Umzug hat er also verpasst, den Zug nach Bonn aber noch nie.

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