Aktion Mensch-Blog

Glücksfee ohne Casting

Bei der ZDF-Sendung „Der große Preis“ loste Angela Hofmeister als TV-Glücksfee die Gewinnzahlen der Ziehung für die „Aktion Sorgenkind“ aus. Warum sie bei ihrem ersten Fernsehauftritt 1990 zähneknirschend einen Faltenrock trug, welcher Promi ihr sympathisch war und auf was sie heute als Hüterin des Logos der Aktion Mensch achtet.

Angela Hofmeister: „Etwas im Leben der Leute verändert“ Foto: Aktion Mensch

Zur Glücksbringerin wird Angela Hofmeister quasi über Nacht. Es ist Ende 1990 und das ZDF hat soeben ein neues Sendekonzept für die Show „Der große Preis“ beschlossen. Künftig soll bei der Ziehung der Lotteriezahlen für die „Aktion Sorgenkind“ vor der Kamera eine Person die letzten vier Ziffern der Gewinnzahlen per Knopfdruck stoppen. Den Job bekommt die damals 27-jährige Angela Hofmeister. Die gut aussehende gelernte Rechtsanwaltsgehilfin arbeitet seit 1984 in der Pressestelle der Aktion Sorgenkind und organisiert normalerweise Pressekonferenzen. Sie sendet lediglich ein Foto zum ZDF und wird genommen. „Es gab weder ein Casting, noch eine Schulung oder Beratung – ich bin einfach zur Aufzeichnung geschickt worden“, sagt sie. Ein Jahr lang wird die junge Frau jeden Monat einmal in Berlin vor der Kamera stehen.

Fernseherfahrung hat Angela Hofmeister nicht, aber genug Abenteuerlust, um sich in die neue Aufgabe zu stürzen. „Zur ersten Aufnahme habe ich mir ein wahnsinnig schickes Kostüm gekauft und kam damit stolz im Filmstudio 5 an.“ Aber sie darf das Kleid nicht tragen: Blaue Kleidung vor blauem Hintergrund – das geht gar nicht. Zu ihrer Enttäuschung muss die Rheinländerin bei der ersten Aufzeichnung einen alten Faltenrock aus dem Fundus des Studios anziehen. „Da wollte ich direkt wieder nach Hause fliegen!“

Keine Fernseherfahrung, aber genug Abenteuerlust

Glamourös ist der Fernsehjob nicht: Das Studio wirkt auf sie wie eine Baustelle, Schminken muss sie sich selber. „Ich fühlte mich ein bisschen verloren.“ Wenn die Kameras laufen, steht sie neben der Verlosungskugel und konzentriert sich darauf, nacheinander die Zahlen zu stoppen und gleichzeitig in die Kamera zu lächeln. Wenn das gut gelingt, ist sie nach einer halben Stunde fertig. Dass sie in dem kargen Studio für monatlich 60.000 Lotteriefans Schicksal spielt, vergisst sie trotzdem nicht. Es macht sie stolz. „Ich dachte: Durch diesen kurzen Moment veränderst du etwas im Leben der Leute.“ Sie lernt aber keinen der Gewinner je kennen.

Die Fernsehauftritte machen Angela Hofmeister bekannt, ihre repräsentativen Aufgaben wachsen. Sie nimmt in großen und kleinen Veranstaltungen im ganzen Land Spendenschecks für die Aktion Sorgenkind entgegen, lächelt in Kameras und Objektive. Von den Promis, mit denen sie es zu tun bekommt, mag sie am liebsten den Showmaster Wim Thoelke: „Der konnte sehr fesselnd erzählen.“

Nach einem Jahr schafft das ZDF die Glücksfee während der Ziehung wieder ab. Angela Hofmeister bedauert das nicht: „Es war schön, aber auch stressig, denn ich habe ja auch Vollzeit in der Pressestelle gearbeitet. Ich musste mein Privatleben und den Urlaub nach den Ziehungsterminen ausrichten.“

Hüterin des Aktion Mensch-Logos

Schon als Lotteriefee war Angela Hofmeister auch Hüterin des Logos gewesen. Gut 240 Spendenveranstaltungen zugunsten der Aktion Sorgenkind gab es Ende der 90er Jahre pro Monat. „Firmen, Vereine und Privatpersonen fragten an, ob sie mit unserem Zeichen für eine Spendenveranstaltung werben dürfen“, erzählt die 49-Jährige. „Ich habe geprüft, ob sie zu uns passen.“ Inzwischen ist die Zahl der Spendenveranstaltungen stark zurückgegangen. Heute macht die Logovergabe an Förderprojekte den Löwenanteil ihrer Arbeit aus. Geförderte Initiativen und Vereine dürfen das Markenzeichen nach Absprache für ihre Öffentlichkeitsarbeit benutzen. Angela Hofmeister informiert sie darüber, was sie dabei zu beachten haben. Zwischen 100 und 200 Projekte fragen pro Monat danach, Tendenz: steigend. „Die sind stolz darauf, mit uns zusammenzuarbeiten.“

Besonderes Glück im Spiel hat die ehemalige Lotteriefee selbst übrigens nicht. Ihr höchster Gewinn waren bisher 66 Euro im Lotto.


Linktipps:
Schon viel erreicht: Die Meilensteine aus 50 Jahren Aktion Mensch in unserer Chronik
Zwischen Briefkastenonkel und Kampagnenmacher. Ein Porträt im Blog von Carmen Molitor über Christian Schmitz, den früheren stellvertretenden Pressesprecher der Aktion Mensch
 

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