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Gemeinsam lernen, aber ganz unterschiedlich

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Die Inklusionsquote in Deutschland steigt etwas an - das berichtet die Kultusministerkonferenz 2012. Die Bedingungen erschweren aber weiterhin eine schnellere Umsetzung des inklusiven Unterrichts. Gerade im Vergleich der Bundesländer zeigt sich, wie unterschiedlich die Situation für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ist.

So steht es um die Inklusion in Deutschland (Zahlen der Kultusministerkonferenz): Bremen steigerte seine Inklusionsrate auf 55,5 Prozent und klettert im innerdeutschen Vergleich auf Platz 1. Schleswig-Holstein verliert damit die Spitzenposition, belegt aber mit einer Inklusionsquote von 54,1 Prozent einen guten zweiten Platz. Hamburg konnte seine Inklusionsrate auf von 24,4 Prozent auf 36,6 Prozent steigern und klettert im innerdeutschen Vergleich der Länder von Rang 9 auf 6. Auf den letzten drei Plätzen liegen unverändert Nordrhein-Westfalen (19,2 Prozent), Hessen (17,3 Prozent) und Niedersachsen (11,1 Prozent). Quelle: Aktion Mensch / David Claaßen

Kinder mit Behinderung an deutschen Regelschulen ist immer noch nicht die Regel. Nur jedes vierte Kind mit Förderbedarf lernt 2011/ 2012 laut der Kultusministerkonferenz an einer solchen Regelschule. Das entspricht einer Inklusionsquote von 25 Prozent. Zum Vergleich: 2009/ 2010 waren es 20,1 Prozent. Ist der leichte Anstieg Grund zur Freude? Natürlich.

Dennoch bleiben große Unterschiede zwischen den Bundesländern bestehen, betrachtet man das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Und die bereiten Sorgen. In Bremen und Schleswig-Holstein besuchen mehr als die Hälfte aller Schüler mit Förderbedarf eine Regelschule. Ganz anders sieht es dagegen beim Schlusslicht Niedersachsen aus, wo es nur rund elf Prozent sind. Das berichtet die Kultusministerkonferenz.

Gründe für diese Entwicklung gibt es viele. Ein Kritikpunkt der am häufigsten genannt wird, ist die fehlende systematische Vorbereitung für die Lehrer. Viele Pädagogen fühlen sich allein mit der Aufgabe gelassen, inklusiv zu unterrichten. Es mangelt an Informationen und an den politischen Rahmenbedingungen. Zentrale Fortbildungen wären eine Möglichkeit dem zu begegnen. Andere konkretere Mittel für die Schulen können Teamarbeit, Förderpläne oder auch die Beteiligung der Eltern und Kinder selbst sein.

Ein Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus erweitert die Perspektive auf die schulische Inklusion und ordnet den Umgang hierzulande ein. Dabei stellt sich Ernüchterung ein: Denn Deutschland liegt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf einem der letzten Plätze. So belegt es die European Agency for Development in Special Needs Education. Spitzenreiter in Europa ist Island mit einer Inklusionrate von 96 Prozent.

So bleibt noch viel zu tun, um die Inklusion in Deutschland voranzutreiben.

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